Felisa85
Hallo, ich bin langsam etwas am Verzweifeln... Mein Sohn ist vor 13 Wochen spontan geboren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (er lag wegen ausgeprägter Hyperbilirubinämie und kernikterus 10 Tage auf kinderintensiv) hat er sich sehr gut berappelt. Während dem Klinikaufenthalt hat er ausschließlich meine abgepumpte Muttermilch per Flasche bekommen. In den ersten Wochen habe ich mit stillhütchen gestillt. Von der Flasche hat er sich sehr schnell nach der Entlassung wieder abgewöhnt, und auch das Stillen klappt mittlerweile nach einigem Üben ohne Stillhütchen. Nun ist es so, dass er um die 10. Woche rum nur noch eine Gewichtszunahme von 140 Gramm innerhalb von drei Wochen hatte. Er war während der Zeit viel unruhiger, hat an der Brust aber so getrunken wie immer. Ich dachte die Unruhe kam von der ersten Impfung bzw von der Absetzung des Phenobarbitals, welches er wegen der Krämpfe nehmen musste. Als dann nur die geringe Gewichtszunahme zu verzeichnen war, entschloss ich mich etwas PreHA zuzufüttern nach jeder Stillmahlzeit tagsüber. Da wurde er viel entspannter und zufriedener. Zusätzlich habe ich angefangen abzupumpen. Mein Sohn geht abends um 19 uhr ins Bett und schläft bis um 3, dann hat er Hunger und ich stille ihn. Ich habe es in den letzten Wochen nun so gehandhabt, dass ich dann abends um 22 Uhr nochmal abgepumpt habe (insgesamt ca 100 ml), Weil ich dachte dass die stillpause vielleicht zu lange ist und dadurch weniger Milch produziert wurde. Durch das Abpumpen hatte ich das Gefühl, dass die Milchproduktion wieder angeregt wurde. Wir kamen dann letzte Woche sogar wieder ohne die pre Nahrung aus, mein Sohn wirkte glücklich und zufrieden. Zugenommen hat er auch wieder gut. Also habe ich vor ein paar Tagen das Abpumpen wieder gänzlich gelassen. Mein Sohn trinkt tagsüber ca alle 3-4 stunden, abends geht er nach wie vor um 19 uhr ins Bett. In den letzten beiden Nächten war er wieder sehr unruhig. Ich habe ihn gestillt, er hat auch getrunken, war aber nicht zufrieden, so dass wir ihm in der letzten Nacht nach 90 Minuten Theater zum ersten Mal nachts eine Flasche gemacht haben. Er hat 200 ml getrunken, schlief sofort ein danach und hat 4 Stunden im Anschluss geschlafen. Wie kann das sein, dass meine Milch scheinbar zu wenig wird, wenn ich nicht zusätzlich abpumpe? Ich lege mein Kind wirklich oft an wegen des Prinzips des Angebots und Nachfrage und er saugt auch effektiv und korrekt. Scheint aber nun doch von Tag zu Tag wieder unruhiger und hungriger zu werden... ich bin ratlos. Ich freue mich auf Antwort! Liebe Grüße
Kristina Wrede
Liebe Felisa85, ich kann dir leider keine klare Antwort geben. In der Regel ist es so, dass ein korrekt saugendes Baby die Milchbildung fördert. Also wäre die Frage, ob er vielleicht nicht ganz korrekt saugt, so dass der Milchspendereflex nicht häufig genug ausgelöst wird. Du kannst mal probieren, ob es besser wird, wenn du das Super-Wechselstillen anwendest. it dem Super-Wechselstillen regt die Mutter das Baby an, aktiv weiter zu saugen. Beim Super-Wechselstillen lässt die Mutter das Baby so lange an der Brust, wie es nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung schluckt. Sobald es seltener schluckt oder beginnt einzuschlafen, wird es von der Brust abgenommen. Die Mutter beugt es einige Male sanft von der Hüfte aus nach vorne, um es aufzuwecken; dann wird es an die andere Brust angelegt und wieder so lange gestillt, wie es regelmäßig schluckt. Erfolgt das Schlucken wieder seltener, lässt die Mutter das Baby aufstoßen oder beugt es in den Hüften, um es aufzuwecken, und legt es wieder an der ersten Brust an. Dieses »Wecken und Wechseln« wird 20 bis 30 Minuten lang durchgeführt, und wenn es darum geht, die Milchmenge zu steigern (etwa weil das Baby nicht gt genug zunimmt) sollte es tagsüber mindestens alle zwei Stunden und nachts alle vier Stunden erfolgen. Bei manchen Babys muss die Mutter möglicherweise schon nach jeweils 30 bis 60 Sekunden wechseln, zumindest in der Anfangsphase. Dann kannst auch du die Brustkompression beim Stillen anwenden (Details siehe unten), so dass er bei gleicher Stilldauer mehr Milch abbekommt. Ich hoffe, das hilft schon mal weiter! Auf jeden Fall würde ich dir aber auch empfehlen zu schauen, ob es eine Stillberaterin in eurer Umgebung gibt. Wenn sie euch beim Stillen beobachen kann, könnte sie erkennen, ob mit der Trinktechnik etwas nicht stimmt, das korrigiert werden könnte. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Lieben Gruß, Kristina Brustkompression "Der Zweck der Brustkompression ist den Muttermilchfluss zum Baby weiter zu erhalten, auch wenn das Baby selber nicht mehr so produktiv trinkt ("weit geöffneter Mund Pause dann Schliessen des Mundes"). Auf diese Weise wird das Baby länger weiter trinken. Die Brustkompression simuliert einen Milchspendereflex ("Letdown reflex") und oft stimuliert sie sogar tatsächlich das Auftreten eines natürlichen Milchspendereflexes. Diese Technik kann bei schlechter Gewichtszunahme eines Babys hilfreich sein. Die Brustkompression setzt den Milchfluss fort, wenn das Baby nicht mehr richtig von der Brust trinkt, sondern nur noch daran nuckelt, und bewirkt beim Baby folgendes: 1. Es bekommt mehr Muttermilch. 2. Es bekommt mehr fettreiche Milch (Hintermilch). Die Brustkompression Wie funktioniert sie? 1. Halten Sie das Baby mit einem Arm/einer Hand. 2. Halten Sie die Brust mit der anderen Hand, den Daumen auf der einen Seite der Brust (am einfachsten ist es, wenn der Daumen auf der oberen Seite der Brust positioniert ist), die anderen Finger auf der anderen, unteren Seite (C Griff). Alle Finger sollten ziemlich weit weg von der Brustwarze sein. 3. Schauen Sie wie das Baby trinkt (zu Ihrem Verständnis können Sie folgenden Video anschauen unter: www.thebirthden.com/Newman.html). Machen Sie sich keinen Stress, sie brauchen nicht jeden Schluck zu erwischen. Das Baby bekommt eine nahrhafte Menge Muttermilch, wenn es mit der Technik "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes" trinkt. 4. Wenn das Baby nur noch an der Brust nuckelt und nicht mehr richtig mit der oben beschriebenen Technik trinkt, dann ist es Zeit, die Brustkompression einzusetzen. Rollen Sie nicht ihre Finger über die Brust zum Kind, sondern drücken sie nur. Aber nicht so sehr, dass es schmerzt und versuchen Sie, die Form des Brustwarzenhofes nicht zu verändern. Mit der Kompression sollte das Baby wieder anfangen effektiv zu saugen und schlucken, d.h. mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Benutzen Sie die Brustkompression nur dann, wenn das Kind nuckelt, nicht aber wenn es richtig trinkt! 5. Belassen Sie den Druck so lange, bis das Baby auch mit der Kompression nicht mehr richtig trinkt, dann lösen sie den Druck. Oft hört das Baby ganz auf zu saugen wenn der Druck wegfällt, aber es wird bald wieder damit anfangen, nämlich sobald die Milch wieder fließt. Falls das Baby nicht aufhört zu nuckeln warten Sie einen kurze Zeit, bevor Sie wieder mit der Brustkompression beginnen. 6. Die Gründe, wieso Sie den Druck lösen sollen sind einerseits, dass Sie Ihre Hand etwas ausruhen können und anderseits, damit die Muttermilch wieder zum Kind fließen kann. Das Baby wird, falls es aufgehört hat zu saugen als Sie die Kompression gelöst haben, nun wieder damit beginnen, wenn es die Milch wieder schmeckt. 7. Wenn das Baby wieder zu saugen beginnt kann es sein, dass es effektiv trinkt mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Falls dies nicht der Fall ist, d.h. das Kind nur nuckelt, benutzen Sie wieder die Brustkompression wie oben erklärt. 8. Fahren Sie so an der ersten Brust fort bis das Baby auch trotz der Kompression nicht mehr trinkt. Sie sollten dem Baby erlauben, noch eine kurze Weile länger an dieser Seite zu bleiben, da Sie manchmal einen erneuten "Let down" Reflex (Milchspendereflex) bekommen können. Das Baby würde dann von selber wieder zu trinken beginnen. Falls es jedoch nicht mehr trinkt, erlauben Sie ihm sich selbst von der Brust zu lösen oder nehmen sie es von der Brust. 9. Falls das Baby mehr möchte, offerieren Sie ihm die andere Seite und wiederholen den Prozess." (Quelle: Handout Nr. 15. Breast Compression. Revised Januar 2005 Verfasst von Dr. Jack Newman, MD, FRCPC. ©2005; www.BreastfeedingOnLine.com; Übersetzung von: Anke Käppeli Tinnes, IBCLC in Ausbildung, Zollikerberg, April 2006)
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