Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

kein Stillen vor Sedierung möglich - Auswirkungen

Frage: kein Stillen vor Sedierung möglich - Auswirkungen

Friederike1

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Hallo, erneut möchte ich euch um einen Rat bitten. Mein Sohn wird in 2 Wochen ein MRT bekommen und dafür sediert werden müssen. Er wird mit seinen 20 Monaten noch gestillt. Da er nüchtern sein muss, darf ich ihn wohl 5 Stunden vorher das letzte Mal anlegen. Er stillt wirklich noch sehr oft, auch zum Trost. Im Moment versuche ich ihn eher zu trösten indem ich einfach mit ihm kuschel. Ich habe aber kein gutes Gefühl dabei, ihm jetzt schon vorsorglich die Brust zu entziehen und bleibe da auch nicht standhaft. Da er natürlich beim Zugang legen und sicher auch vorher Angst haben wird, wird er natürlich an die Brust wollen, ganz abgesehen davon, dass er natürlich auch Hunger hat. Wir werden unser bestes mit Ablenkung versuchen, aber dennoch habe ich die Sorge, dass sein Vertrauen in mich leidet, wenn ich ihm an diesem Vormittag die Brust wirklich vorenthalten muss, wenn er hungrig ist und ängstlich und und bitterlich weint. Da ich die Hauptbezugsperson bin, ist es auch wichtig, dass ich dabei bin und kann ihn nicht einfach mit seinem Papa schicken. Wie kann ich ihn am besten unterstützen? Wird sein Vertrauen leiden? Liebe Grüße Friederike


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Liebe Friederike, leider kann niemand sagen, wie ein Baby reagieren wird. Fakt ist, manchmal geht es nicht anders... Und die Kinder überleben und vergessen es Vielleicht helfen dir diese Infos? Ein Kind darf zwar vor einer Vollnarkose acht Stunden nicht mehr essen, aber für das Stillen gelten im Allgemeinen andere Regeln! Da Muttermilch sehr schnell verdaut wird, wird es in vielen Kliniken so gehandhabt, dass bei kleineren Kindern nur eine dreistündige Pause eingehalten werden muss und das lässt sich vor allem wenn der Termin der Narkose günstig gelegt wird meist einigermaßen problemlos überbrücken. Ich zitiere dir hierzu aus dem "Handbuch für die Stillberatung" Mohrbacher, Stock, 2001: "Muss ein Baby operiert werden, sollte die Mutter nachfragen, bis zu welchem Zeitpunkt vor der Operation sie stillen darf und wie lange es nach der Operation dauern wird, bis sie wieder zu ihrem Kind darf und es stillen kann. Einige Ärzte verlangen, dass ein Patient acht Stunden vor einer Operation nichts mehr oral zu sich nehmen darf. Doch diese Richtlinien sind in Veränderung begriffen. Kürzlich durchgeführte Untersuchungen (Litman 1994; Schreiner 1994) weisen darauf hin, dass es sinnvoll ist, die folgenden Zeitabstände zwischen letzter Nahrungszufuhr und Operation einzuhalten: sechs Stunden für künstliche Säuglingsmilch (Spear 1992), drei Stunden für Muttermilch und zwei Stunden für klare Flüssigkeiten. Die Mutter sollte die Frage der Wartezeiten mit dem Chirurgen und dem Anästhesisten bereits im Vorfeld abklären. Viele Ärzte sind bereit, sich den Bedürfnissen eines gestillten Babys anzupassen. Außerdem sollte sich die Mutter überlegen, wie sie ihr Baby in den Stunden unmittelbar vor der Operation, wenn es nicht gestillt werden darf, ablenken und trösten kann. Wenn die Mutter vorher danach fragt, kann sie eventuell unmittelbar nach der Operation wieder zu ihrem Baby und kann es im Aufwachraum stillen. Für viele Babys und Mütter ist das Stillen in dieser Zeit sehr beruhigend." In der Regel klappt es aber viel unkomplizierter, als wir Mamis das immer fürchten!! Lieben Gruß, Kristina


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