Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Kann ich trotzdem irgendwie stillen?

Frage: Kann ich trotzdem irgendwie stillen?

melek39

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Guten Tag. Ich habe zwei Töchter (2 und 4,5 Jahre), die beide mit geplantem Kaiserschnitt zur Welt kamen (erste wegen BEL und zweite wegen vorangegangenem KS). Bei beiden hat das Stillen überhaupt nicht geklappt. Es kamen bei der ersten Tochter nur Tropfen und dann gar nichts mehr und bei der zweiten kam von Anfang an nichts. Wir mussten bereits im Krankenhaus zufüttern, da sie Hunger hatten (laut Krankenschwester). Bei der zweiten Tochter kam eine Stillberaterin und untersuchte meine Brust. Sie meinte, ich hätte kaum Milchdrüsen, wie 2% aller Frauen auf der Welt und das stillen könne nicht klappen, ich solle uns nicht weiter "quälen" mit anlegen und dann Fläschchen geben, weil es sowieso nicht klappt. Meine Frauenärztin meinte es sei unwahrscheinlich, dass das stimmt. Jetzt meine Frage. Kann man das irgendwie überprüfen, ob ich tatsächlich Milchdrüsengewebe besitze oder nicht? Jetzt bin ich erneut schwanger und es wird ein KS. Ich würde sehr gerne stillen, jedoch möchte ich auch nicht umsonst stressig rumdoktorn, wenn sowieso nichts kommt. Die Brust ist(28. Ssw) überhaupt nicht fest oder hat sich verändert. Ich spüre überhaupt nichts in der Brust. Nur die Brustwarzen sind sehr empfindlich, sonst nix. Vielen Dank schon mal für die Antwort. Liebe Grüße


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Liebe melek39, ein Hinweis darauf, dass du nicht genug Milchdrüsengewebe hast ist, wenn sich deine Brust im Verlauf der Schwangerschaft nicht deutlich vergrößert. Vielleicht macht es in deinem Fall wirklich Sinn, die Dienste eines Stillprofis in Anspruch zu nehmen, wenn auch deine Frauenärztin dir nicht mit Sicherheit bestätigen kann, dass es stimmt oder nicht stimmt? Das wäre eine IBCLC, die die Stillberatung beruflich ausüben und auch medikamentöse Beratung anbieten dürfen. Du findest eine unter http://www.bdl-stillen.de/stillberatungsuche.html Ganz wichtig ist, dass du dir klar machst: du bist keine "schlechte Mutter" und schon gar keine "Versagerin", wenn das Stillen nicht so klappt wie du es dir gewünscht hast! Auch eine Mutter, die ihr Kind nicht stillen kann, ist eine gute Mutter. Stillen darf hier nicht überbewertet werden. Márta Guóth Gumberger, IBCLC in Rosenheim, schreibt in ihrem Text "Wenn es mit dem Stillen trotz allem nicht klappt": "Die biologische Möglichkeit, ihr Baby zu stillen, ist manchmal nur theoretisch vorhanden, weil die Hindernisse so groß sind. Mangelnder Rückhalt in Familie und Umgebung, sehr große Anforderungen an die Mutter, Krankheit bei Mutter und/oder Kind, Stress, Angst, Sorge, zuwenig Unterstützung und Information von medizinischem Personal, falsch eingefädelte Verhaltensweisen in der Klinik, fehlende Information zur richtigen Zeit, Temperament und Saugtechnik des Babys, frühere Misserfolgserlebnisse beim Stillen und das gesellschaftliche Klima können einzeln oder in Kombination die Stillbemühungen der Mutter um den Erfolg bringen. Sie erleben dann vielleicht Versagensgefühle, aber halten Sie sich all die erschwerenden Faktoren in Ihrer Situation vor Augen. Denken Sie daran, dass Stillen zum Ziel hat, eine liebevolle Mutter Kind Bindung zu ermöglichen. Das Stillen erzwingen zu wollen, würde das Gegenteil bewirken. (...) Vielleicht klappt aber auch das nicht. Sie erleben in jedem Fall Trauer um den Verlust einer komplikationslosen Stillbeziehung bzw. einer Stillbeziehung überhaupt. Lassen Sie diese Gefühle der Trauer zu, aber bleiben Sie nicht bei ihnen stehen. Sie haben die Möglichkeit, auf andere Weise Ihrem Kind die Nähe, Geborgenheit und Bindung zu geben, die beim Stillen entstehen würden." Siehe auch hier: https://www.stillkinder.de/wenn-es-mit-dem-stillen-trotz-allem-nicht-klappt/ Ich hoffe, diese Worte trösten dich ein wenig.. Lieben Gruß, Kristina


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