Mitglied inaktiv
Liebe Biggi, Ihr habt mir schon so oft meine Fragen beantwortet und Eure Tipps waren mehr als Gold wert. Ohne Euch hätte ich das Stillen schon nach wenigen Tagen abgebrochen. Aber nun habe ich das Gefühl, ich komme auch mit allen Tipps und gutem Willen nicht mehr weiter. Unsere Tochter ist 24 Wochen alt, ich stille voll (bis auf eine Flasche MuMi morgens, die ihr ihr Vater gibt, weil ich seit drei Wochen halbtags wieder arbeite). Das Problem ist, dass die Kleine tagsüber eigentlich immer Hunger hat, wenn ich sie anlege, trinkt sie IMMER, egal, ob das letzte Stillen eine oder drei Stunden her ist. Das Hauptproblem ist aber die Nacht: Zwischen elf Uhr abends und sieben Uhr morgens will sie seit zwei Wochen JEDE Nacht stündlich an die Brust. Dort hängt sie dann min. 20 min. Ich habe überhaupt nicht das Gefühl, dass sie dann trinkt, eher, dass sie das Kuscheln und Nuckeln an der Brust braucht. Nehme ich sie aber weg, weil sie eh nicht trinkt, schreit sie wie verrückt. Deshalb lege ich sie sofort wieder an. So komme ich nicht mal auf 30 min Schlaf am Stück pro Nacht. Ich bin so müde, fühle mich so alleingelassen und kraftlos. Ich denke einfach, ich bekomme sie nicht satt. Ich habe Angst, dass sie sich so nicht richtig entwickeln kann (sie nimmt kaum zu, pro Woche ca. 40g, sieht aber fit und gesund aus). Was soll ich tun? Ich würde so gerne ausnahmslos stillen, aber ich habe keine Kraft mehr. Tut mir leid, dass das hier jetzt so lang geworden ist :( LG Daniela und Lena
Kristina Wrede
Liebe Daniela, Das Schlafverhalten eines Kindes hat nicht zwingend etwas mit seiner Ernährung zu tun und es liegt deshalb auch nur selten daran, dass eine Frau nicht genügend Milch hätte, wenn ein neun Monate altes Baby in der Nacht aufwacht. Wenn tatsächlich die Art der Nahrung festlegen würde, wie ein Baby schläft, dann dürften alle Stillkinder dieser Welt nie länger als 60 bis 90 Minuten am Stück schlafen (denn so lange braucht Muttermilch bis sie verdaut ist) und kein Kind, das Beikost oder künstliche Säuglingsnahrung erhält dürfte jemals bereits wieder nach zwei Stunden aufwachen. Da die Praxis belegt, dass weder das eine noch das andere so der Fall ist, sieht man, dass es keinen direkten Zusammenhang mit der Ernährung gibt. Dahingehend also kann ich dich vielleicht beruhigen: Es ist vermutlich NICHT so, dass deine Milch ihr nicht mehr reichen würde!! Die durchschnittliche Gewichtszunahme bei einem gestillten Baby beträgt bei einem vier bis sechs Monate alten Stillkind beträgt sie noch 85 bis 142 Gramm wöchentlich, deine Maus liegt da momentan tatsächlich drunter. Aber gerade Babys, die in der ersten Zeit sehr gut zugenommen haben, stagnieren dann auch um den vierten, fünften Monat gerne einmal, und Babys nehmen ohnehin in Schüben zu und nicht linear. Ich vermute, dass deine Maus deshalb nachts so intensiv den Körperkontakt zu dir sucht, weil sich euer Tagesablauf durch deine Teilzeitarbeit geändert hat und ihr dadurch bedingt getrennt sein. Für so manches Baby ist das ein extremer Stress-Zustand, der eben durch umso intensiveres Spüren der Mutter wieder ausgeglichen werden soll. Ich habe kein Patentrezept, das dazu führen wird, dass deine Kleine besser schläft, aber vielleicht helfen diese Ansätze: Du kannst versuchen, ob es besser wird, wenn du sie, wenn ihr zusammen seid, so viel wie möglich trägst. Wenn sie noch nicht zu schwer ist, ginge das in einem elastischen Tragetuch ganz wunderbar, denn ihr könntet beide dabei "oben ohne" oder nur leicht bekleidet sein, was die Nähe verstärkt. Was würde denn passieren, wenn du NICHT versuchst, sie nachts wieder von der Brust zu nehmen? Wenn du dich mental darauf einstellen würdest, dass sie eben an der Brust "hängt", während du weiter schläfst, ginge das vielleicht doch, dass du etwas mehr Ruhe findest als momentan? Je mehr du innerlich die Situation annimmst, desto mehr wird sich auch dein Kind ruhiger fühlen, und desto leichter wird es für sie, sich in den Schlaf "fallen" zu lassen... Wenn du auch tagsüber die Möglichkeit hast, dich für ein Nickerchen hinzulegen, dann mach das. Lass lieber die Hausarbeit etwas schleifen, und schau, dass du so viel wie möglich Ruhe bekommst... Lieben Gruß, Kristina
Mitglied inaktiv
Danke Kristina, ich werde noch größeres Augenmerk auf die Zeit richten, die ich mit ihr habe. Ich bin beruhigt, denn ich dachte, dass ernsthaft etwas nicht stimmt, bei ihr oder bei mir! Danke nochmals, jetzt kann ich wieder ruhiger sein. Gruß, Daniela
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