Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Hilfe, Tochter wehrt plötzlich energisch Brust ab!

Frage: Hilfe, Tochter wehrt plötzlich energisch Brust ab!

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Hallo, habe eigentlich ein sehr unkompliziertes, freundliches Baby, aber jetzt habe ein "Problem". Meine Tochter (knapp 11 Monate) wehrt plötzlich energisch meine Brust ab. Weiß nicht warum. Kann das auch nur eine vorübergehende Laune sein? Bin ein bischen traurig darüber. Vielleicht auch weil es unser 2. und letztes Kind ist. Die kleine wird mir viel zu schnell groß... Und das stillen ist soooo praktisch. Ich stille gerne. Und ich stille, weil ich einfach davon überzeugt bin... Hatte von Anfang an keine Probleme damit (bei beiden Kindern). Ausgerechnet heute habe ich auch noch aus Lust und Laune einen halben Liter Malzbier getrunken. Davon bekomme ich immer superschnell superviel Milch. Jetzt weiß ich gar nicht wohin damit. Meine Brüste sind voll..... Was soll ich machen? Habe schon versucht ein bischen von Hand abzupumpen, aber das geht nicht wirklich gut. Habe noch eine Frage. Habe Probleme damit, unserer Tochter anderweitig Flüssigkeit "zuzuführen". Versuche sie seit einiger Zeit langsam an Flasche o. ä. zu gewöhnen. Einige Sauger, Trinkaufsätze, Trinkglas ausprobiert. Sie wehrt sich viel dagegen. Bis auf Muttermilch hat sie anderweitig bisher nicht sehr viel getrunken, immer nur ein bischen. Da habe ich jetzt ein Problem, wo sie meine Brust auf einmal komplett verweigert. Was kann ich da machen? Was noch am besten klappt ist der Löffel, aber der ist nicht wirklich produktiv, und unterwegs äußerst unpraktisch... Wie viel sollte sie in ihrem Alter trinken? Wie viel Milch zusätzlich zu der Trinkmenge (falls sie jetzt wirklich nicht mehr meine Brust nimmt?) Welche Milch am Besten? (Jetzt schon Kuhmilch?) Habe noch eine Pre-Milch im Schrank stehen, die hatte ich mal als "Notfallmilch" für alle Fälle gekauft. Entschuldigung, das waren jetzt sehr viele Fragen auf einmal. Aber mit meiner Nachsorgehebamme war ich zum Schluß leider SEHR unzufrieden und habe ehrlichgesagt deswegen keine Lust sie anzurufen. (Ich bin da allerdings nicht die einzige...Irgendwie schade. Naja ist ein anderes Thema...) Kann man eigentlich bei solchen "Problemen" während der Stillzeit einfach seine Hebamme wechseln, wenn man mit ihr unzufrieden ist? Bei "Stillproblemen" steht einem doch Hebammenhilfe zu, oder? VIELEN DANK IM VORAUS! LIEBE GRÜSSE


Biggi Welter

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Liebe SamiraMarie, am besten wendest Du dich einmal für eine persönliche Beratung an eine Stillberaterin in deiner Nähe. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Du kannst dich auch an eine Hebamme wenden, bei LLL-Beraterinnen enstehen aber auch keine Kosten, da wir ehrenamtlich arbeiten. Bis Du eine Kollegin erreichen kannst, hier einige allgemeine Tipps: Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Um deine Milchproduktion aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass die Brust übervoll wird, sollte die Milch ausgestrichen oder abgepumpt werden. Die so gewonnene Milch kann dem Kind mit einer alternativen Fütterungsmethode angeboten werden, z.B. mit einem Becher. Die Flasche ist in dieser Situation nicht unproblematisch, denn es kann passieren, dass sich dein Kind dann zur Flasche hin abstillt. Nun zum Trinken. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wie sieht der Urin denn aus? Mit zunehmendem Alter ist es normal, dass die Häufigkeit des Wasserlassens nachlässt. Wichtig ist daher wie der Urin aussieht. Ist er klar und fast geruchlos oder dunkel, konzentriert und mit scharfem Geruch? Solange der Urin eines Babys hell, fast farblos aussieht und nicht unangenehm riecht, bekommt es in der Regel genügend Flüssigkeit. Lass deine Kleine auch mal von der Kinderärztin/arzt anschauen. Vielleicht tut ihr etwas weh beim Trinken. Wenn sicher ist, dass sie gesund ist, dann hab‘ Geduld. Dein Kind wird das Trinken schon lernen und akzeptieren und solltest Du den Eindruck haben, dass die Trinkmenge deutlich zu gering ist und dein Baby dennoch nicht mehr trinken mag, dann mach aus dem Gemüsebrei einfach Gemüsesuppe. Wenn Du Säuglingsmilch geben möchtest, kannst Du Pre-Milch geben. Die Erklärung ist ganz einfach: Muttermilch ist der Goldstandard und von allen künstlichen Säuglingsnahrungen ist diesem Goldstandard die Pre Nahrung noch am ähnlichsten. Alle weiteren Nahrungen entfernen sich immer weiter von Goldstandard, was keinerlei Vorteile für die Gesundheit des Kindes bringt. Deshalb ist es nicht sinnvoll und vom ernährungsphysiologischen Standpunkt her auch nicht notwendig, andere Nahrung als Muttermilchersatz zu geben, als eine Pre Nahrung. Wenn Du dir die Zusammensetzung der künstlichen Säuglingsnahrungen anschaust, dann kannst Du sehen, dass Pre Nahrung eindeutig zu bevorzugen ist. Spätestens bei der sogenannten Folgemilch 2 ist es dann sogar so, dass diese kaum noch an die Muttermilch angepasst ist, oft sehr süß ist und von der Zusammensetzung her so, dass sie nicht mehr als ausschließliche Nahrung für das Kind ausreicht. Sie darf deshalb auch nur in Zusammenhang mit Beikost gegeben werden. Es gibt Länder, in denen Folgenahrungen gar nicht erhältlich sind. Eltern erhoffen sich, was die Werbung ja auch deutlich suggeriert, dass ihre Kinder mit einer Folgenahrung seltener gefüttert werden müssen und länger schlafen. Das ist der Hauptgrund, warum diese Nahrungen verkauft werden. LLLiebe Grüße Biggi Welter Pre, 1 oder 2 – was bedeuten die Kürzel der Säuglingsnahrung von Denise Both, IBCLC Die EU Norm unterscheidet zwischen drei verschiedenen Nahrungsarten: • Säuglingsanfangsnahrung • Folgenahrung • Antigen Reduzierte Nahrung Säuglingsanfangsnahrungen sind künstliche Säuglingsnahrungen, die den Nährstoffbedarf eines Babys in den ersten vier bis sechs Monaten als Alleinnahrung decken und zusammen mit geeigneter Beikost das gesamte erste Lebensjahr gegeben werden können. Sie tragen die Silbe "Pre" oder die Zahl "1" im Namen. Unter einer Pre Nahrung wird eine adaptierte Säuglingsnahrung verstanden, die der Muttermilch weitestgehend angeglichen ist, was ihre Zusammensetzung an Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß betrifft. Pre Nahrungen können, wie Muttermilch, nach Bedarf (ad libitum) gegeben werden. "1" steht für teiladaptierte Nahrung. Diese Säuglingsnahrung ist zum Teil der Muttermilch angeglichen, enthält mehr Eiweiß und außer Milchzucker noch weitere Zucker sowie Stärke. 1er Nahrung ist nicht so dünnflüssig wie Pre Nahrung und hält länger vor. Teiladaptierte Nahrung sollte nicht nach Bedarf gegeben werden. Folgenahrung wird durch eine "2" gekennzeichnet. Sie ist nicht mehr als alleinige Nahrung für den Säugling gedacht, sondern sollte frühestens ab dem fünften Monat zusammen mit Beikost gegeben werden. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich grundlegend von der der Muttermilch. Für allergiegefährdete Babys, zu denen zur Zeit etwa ein Drittel aller Neugeborenen zählen, gibt es antigen reduzierte Nahrungen, die durch die Abkürzung "HA" erkennbar sind. "HA" steht für hypoallergen und es bedeutet, dass in diesen Nahrungen das Kuhmilcheiweiß in kleinere Bestandteile aufgespalten wurde. Durch die Zerlegung des Eiweißes kann das Allergierisiko verringert werden. Außer den oben aufgezählten Nahrungen gibt es noch Spezialnahrungen (zum Beispiel laktosefreie Säuglingsnahrung oder Nahrungen mit sehr geringem Phenylalaningehalt), die besonderen Situationen vorbehalten sind. So kommt es zwar sehr selten vor, aber es gibt tatsächlich Fälle, in denen ein Baby keine Muttermilch erhalten darf (bei Galaktosämie, einer sehr seltenen Stoffwechselstörung) oder nicht ausschließlich gestillt werden darf (z.B. bei Phenylketonurie (PKU), ebenfalls eine Stoffwechselstörung).


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Hallo, vielen lieben Dank für die vielen nützlichen Tipps. Das mit den Stillberaterinnen wusste ich noch gar nicht. Werde gleich zum Kinderarzt fahren. Da unsere Tochter leicht erkältet ist, könnte es ja vielleicht wirklich sein, dass ihr irgendetwas wehtut... Wenn alles nichts hilft, suche ich mir eine Stillberaterin. Danke nochmal! Liebe Grüße


Biggi Welter

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Liebe SamiraMarie, und, warst Du beim Arzt? Gehts Euch besser? Biggi


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Hi, ja war beim Kinderarzt. Er meinte theoretisch könnte es sein, dass sie nicht trinken mag weil sie Schnupfen hat. Sie soll jetzt Nasentropfen nehmen. Einmal hat sie zwischenzeitlich (ohne Nasentropfen) getrunken. Danach wieder verweigert. Werde ihr aber Nasentropfen noch geben. Habe jetzt eine Milchpumpe auf Rezept zum Ausleihen bekommen, damit ich mich hin und wieder "entleeren" kann. Wohltat... ;-) Außerdem ist das Zahnfleisch unserer Tochter geschwollen (kriegt weitere Zähne). Der Arzt sagte, könnte auch ein Grund sein, warum sie nicht trinken mag. Ihr Trommelfell hat wohl auch etwas Druck vom Schnupfen, mag ihr wohl auch ein bischen weh tun... Er meinte ich kann es mal vorsichtig mit bischen Schmerzmittel versuchen. Mal sehen, wenns gar nicht anders geht, vielleicht ein Versuch wert?! Ich biete ihr immer wieder mal die Brust an. So schnell gebe ich nicht auf. ;-) Sie hat mich allerdings gebissen...Autsch... Bestimmt wegen dem Zahnen. Mal sehen, wie es sich die Tage so verhält. Ob es sich wieder einspielt. Danke nochmal! Liebe Grüße


Biggi Welter

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Liebe SamiraMarie, bei einer verstopften Nase hilft es vielfach, wenn Du das Baby in einer aufrechteren Haltung stillst (dann ist der Druck auf die Ohren geringer) und vor dem Stillen etwas Muttermilch als Nasentropfen verwendest, damit die Nase frei wird (möglicherweise löst sich der Schleim durch die Muttermilchtropfen so dass ev. ein Nasensauger wirkungsvoll eingesetzt werden kann). Außerdem ist es sinnvoll auf eine höhere Luftfeuchtigkeit im Raum zu achten. Bleib gelassen, das wird schon wieder! LLLiebe Grüße, Biggi


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Hi, mit der aufrechteren Stillhaltung kannte ich noch gar nicht. Werde ich mal ausprobieren. Jetzt wo mir die Brüste nicht mehr so wehtun, bin ich eigentlich relativ gelassen. Wenn sie wirklich in den nächsten Tagen nicht mehr an meine Brust will, habe ich sie ja immerhin 11 Monate gestillt. Das ist ja auch schon eine gute Zeit. Werde es auf mich zu kommen lassen und es einfach immer wieder mal probieren, und einige Ratschläge versuchen umsetzen. DAAAAANKEEEEE!!! ;-)


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