Sonnenstark
Hallo! Zunächst einmal bin ich seit frühester Schwangerschaft wirklich sehr (!) froh, dass es "rund-um's-Baby" gibt! Danke!!! Mein Kleiner ist nun fast 13 Monate alt und ein Stillkind im reinsten Sinne. Nachdem ich mit 7 Monaten - trotz Interesse seinerseits - erfolglos versuchte B(r)eikost einzuführen, nahm er mit 9 Monaten vereinzelt Obststücke an und danach abends Haferbrei (Wasser) mit Banane und Walnussöl - ein Feinschmecker ;)... Er liebt seit einigen Wochen auch Brot in jeder Form (auch wenn nichts sonst "reingeht", nimmt er oft wenigstens davon ein paar Happen) und seit ca. 1 1/2 Monaten isst er (salzfrei und gabelzerdrückt) von unserem Essen mit (Gemüse, Reis, Kartoffeln, Polenta, Eier, Fleisch, Fisch, etc...). Mit 8 Zähnchen beißt er problemlos alles an. Zwischendrin probiert er all das, was ich esse (Obst, Quark...). Ca. 2 mal pro Woche gibt es Gläschen, wenn uns nach Dingen ist, die noch nicht für seinen Gaumen bestimmt sind... Trotzdem er alles probiert, sind die Mengen eher winzig und meist ist es nach ein paar wenigen Löffeln auch schon wieder gut. Wir füttern, aber lassen auch matschen mit eigenem Löffel zu, denn manchmal "verirrt" sich etwas davon in seinen Mund. Ich habe das Gefühl, dass er dieses Essen eher als "Zwischendurchsnack" oder Geschmacksexperiment sieht, "Hauptmahlzeit" ist und bleibt meine Milch. Ich würde sagen, dass er höchstens 15 - 20% seines Hungers mit Beikost deckt, wenn überhaupt. Ich stille nach Bedarf, was wenigstens 4x tagsüber plus 2x nachts ist, bis hin zu 7x tagsüber plus 5x nachts. "Üblich" sind 5x plus 3x, bei kommenden Zähnchen für 1 bis 2 Tage etwas mehr. Plan wäre ihn mindestens 18 Monate zu stillen, idealerweise 24. (Ich möchte ihn erst mit 3 Jahren in den Kindergarten geben.) Auch wenn er noch immer hauptsächlich Muttermilch zu sich nimmt, machte er sich bis jetzt ausnehmend gut. Er ist (sein Vater und ich sind "normal" groß) recht groß für seine 13 Monate und selbst für diese Größe ziemlich schwer und trotzdem er sich fast ausschließlich auf 2 Beinen fortbewegt, noch immer babyspeckig. Motorisch ist er schon immer früher "fit" gewesen als andere in seinem Alter und war bis dato bis auf zwei mal verstopfte Nase nie wirklich krank. Defizite sind also nirgends auszumachen. Nun hat unsere Kinderärztin einen Eisenmangel diagnostiziert, was mich überraschte, da unser Kleiner eher daueraufgedreht ist und fast nie schlapp wirkt. Ihre Theorie ist, dass dies der Muttermilch geschuldet ist (Kalzium?). Therapie wäre ein Saft um das Eisen zu substituieren und ihr Vorschlag ab jetzt nur noch morgens und abends zu stillen und restlich mehrere genau definierte Haupt- und Zwischenmahlzeiten mit vorzugsweise Fleisch zu füttern. Abgesehen davon, dass ich nicht wüsste, wie ich ihn so abrupt 13 1/2 Stunden von meinen Brüsten fernhalten soll, möchte ich das auch gar nicht! Es fühlt sich diffus "nicht richtig" an. Zu meinen Fragen: - sehen auch Sie die Muttermilch als Grund für den Eisenmangel? - würde es Sinn machen auch selbst Eisen einzunehmen, um die Muttermilch damit anzureichern? - gäbe es Ihrer Meinung nach noch eine Alternative zu oben vorgeschlagenen Vorgehensweise? (Die ich nicht möchte.) - die Produktion meiner Milch funktioniert bis jetzt super. Bei so langer täglicher Stillpause, habe ich die Befürchtung, dass das bald nicht mehr so wäre und mein Plan 18 bis 24 Monate zu stillen, nicht aufgehen könnte. Berechtigt? - ich habe bis jetzt meinem Kind vertraut und es "locker" gesehen. Habe ich ernährungstechnisch einen Fehler gemacht, bzw. ernähre ich mit hauptsächlich Muttermilch den 13-monatigen nicht altersgerecht? - worin sehen Sie den Grund für seinen fehlenden Appetit auf anderes als meine Milch? - wie und mit welcher Strategie sollte ich den Beikostanteil langsam steigern? - sind "feste" Haupt- und Zwischenmahlzeiten wirklich der Weg? - fällt Ihnen zu unserer Situation evtl. noch etwas ein, was ich nicht bedachte? Besonders herzlichen Dank im Voraus für Ihre Mühe und Ihre sicherlich erhellende Experten-Antworten auf meine Fragen! Mit lieben Grüßen Sonnenstark
Kristina Wrede
LIebe Sonnenstark, wie wurde der Eisenmangel denn diagnostiziert? Ich bin etwas überrascht, den wenn er überhaut keine Defizite zeigt, ist es eher ungewöhnlich, dass ein Kinderarzt eine Blutuntersuchung durchführt. Wurde der Eisenmangel mittels Blutbild nachgewiesen, wäre es interessant zu sehen, wie hoch die Werte sind (Transferrin, Eisen, Sättigungswert). Woher er kommt lässt sich kaum klären. "Schuld" ist die Muttermilch auf keinen Fall, sie verursacht keine Eisenmangelanämie und braucht dadurch auch sicher nicht eingeschränkt zu werden. Auf jeden Fall sollte dein Baby natürlich Eisen bekommen (du hast vermitlich schon einen verschrieben bekommen) und ihm mehr Fleisch(brei) anzubieten, ist auch nicht verkehrt. Ob du ebenfalls einen Mangel hast, solltest du beim Hausarzt prüfen lassen. Du kannst jedoch den Eisengehalt deiner Milch nicht beeinflussen. Und auch wenn sie selten sind, es GIBT Babys, die Muttermilch viel länger der Beikost vorziehen. In der Regel ist nichts dagegen einzuwenden, solange die Kleinen die Möglichkeit haben, auch anderes zu essen. Und das ist bei euch ja eindeutig der Fall. Mein Sohn war übrigens auch so. Er hat Beikost erst mit etwa 2 Jahren wirklich gemocht. Bis dahin war eine Espressotasse voll am Tag schon eine riesige Portion für ihn. Trotzdem ist er ein gesundes, munteres und pfiffiges Kerlchen! LIeben Gruß, Kristina
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