Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Drücken am Busen

Biggi Welter

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Stillberaterin der La Leche Liga Deutschland e.V.

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Frage: Drücken am Busen

0isi0

Hallo,  mein Sohn ist nun 5 Monate alt und wird noch voll gestillt. Seit einigen Tagen legt er eine oder beide Hände auf die Brust und drückt sie oft auch zusammen, wie wenn wir eine Zitrone per Hand auspressen. Macht er das, weil ihm zu wenig Milch kommt oder vielleicht weil er seine Hände beschäftigen will? Ist das normal?   Zudem schläft er meistens auch an der Brust ein. Weil uns sein Schlaf heilig ist, lassen wir ihn dann meistens auch so schlafen. Nun habe ich gelesen, dass Essen und Schlafen getrennt werden sollte. Stimmt das und wenn ja, wie gewöhne ich ihn denn um?   Vielen Dank!


Biggi Welter

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Liebe 0isi0, das ist gar nicht so selten zu beobachten, es scheint fast so, als wolle das Kind damit den Milchfluss "einschalten". Es gibt übrigens auch alte Gemälde, in denen stillende Kinder abgebildet sind, die eine Hand an der Brustwarze der anderen Brust haben. Es drängt sich da der Vergleich mit dem Milchtritt bei Katzenbabys auf. Der "Milchtritt" (mit den Händen) ist bei Babys sehr weit verbreitet. Ich habe zwar keinen Beweis dafür, glaube aber, dass dies noch ein "Relikt" aus grauer Vorzeit ist, um die Milchbildung anzuregen. Seit Jahrtausenden und in unzähligen Kulturen ist es so, dass Mütter ihre Babys in den Schlaf stillen. Das Saugen wirkt beruhigend und nicht umsonst wurden im Laufe der Zeit die verschiedensten Brustattrappen (z.B. Schnuller s.o.) erfunden. Von der Natur ist es nicht vorgesehen, dass ein Baby oder Kleinkind allein ist und alleine einschläft. Nur passt dieses "natürliche" Verhalten des Babys nicht in unsere derzeitige Zeitströmung und damit haben wir ein (von uns selbst produziertes) Problem: Babys wissen nicht, was zur Zeit "Mode" ist und benehmen sich so, wie sie es seit Anbeginn der Menschheit getan haben. Leider geht der Trend zu immer früherer Anwendung sogenannter Schlaftrainingsprogramme und Eltern von Babys, die sich nicht dieser "Norm" anpassen, wird mehr oder weniger direkt vermittelt, dass sie selbst schuld sind, ja manchmal kommt unterschwellig sogar dazu, dass dies Eltern sich als Versager fühlen sollten. Du kannst jetzt mit vielen Tricks versuchen, die Situation zu verändern, aber es wird nur Stress und Tränen geben, denn dein Kind IST einfach in der Phase, in der es dich so viel braucht. In dieser Zeit verarbeiten Kinder vieles in der Nacht, und brauchen die Bestätigung, dass Mama ganz nah ist, und die beruhigende Milch und auch die Nähe, noch ziemlich.   Es hat seinen Grund, warum stillende Mütter die besten Einschlafhilfen SIND. Beim Saugen an der Brust findet ein Baby das, was es braucht: Trost, Nahrung, Sicherheit. Es liegt vermutlich an einer gewissen neurologischen Unreife, wenn einige Babys das mehr brauchen als andere, und es "verwächst" sich wirklich von alleine!!     Dein Baby braucht also vor allem eines: Zeit zum Reifen. Vielleicht "schenkst" du ihm einfach noch ein bisschen von dieser Zeit, in der du ihm gestattest, so zu sein, wie es ist. Du machst nichts falsch!   Wichtig ist auch, dass du weißt, dass dies zwar eine lange Phase ist, aber sie WIRD vorbei gehen! Bis dahin ist es meist einfacher, das Drumherum zu ändern, als das Baby.     Wenn du gerne liest und ein Buch lesen möchtest, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich dir wärmstens "Schlafen und Wachen   ein Elternbuch für Kindernächte" von Dr. William Sears empfehlen, das Du im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL Stillberaterin bekommen kannst. Liebe Grüße Biggi


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