miezmarie
Liebe Biggi, liebe Stillberaterinnen, ich habe derzeit ein paar Sorgen und hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt. Mein Sohn, 16 Wochen alt, trinkt seit ca. 2 Wochen anders bzw. nicht so gut wie sonst. Sein Geburtsgewicht betrug 3.355 g und jetzt wiegt er ca. 7.100 g. Soweit so gut. Seit ca. 2 Wochen schreit er zeitweise die Brust an. Er überstreckt sich, dreht den Kopf weg, schreit, dockt an, dockt ab und das immer wieder. Meist kann ich ihn dann beruhigen und er trinkt schön. Zwischendrin dachte ich, dass er viell. nicht immer Hunger hat, wenn ich ihn anlege. Früher wollte er viel häufiger trinken, die Abstände zwischen 2 Mahlzeiten betrugen oft nur eine Stunde. Jetzt meldet er sich manchmal 3 Stunden nicht. Dabei schläft er nachts ja auch schon 7 Stunden am Stück und will, wenn überhaupt, nur eine Mahlzeit nachts. Trotzdem kommen wir auf 8 Stillmahlzeiten in 24 Stunden, was ja ok wäre, oder? Nun wiege ich ihn von Zeit zu Zeit (immer abends, 1 x ich mit Kind, dann ich ohne Kind, Differenz = sein ungefähres Gewicht). Einfach, um eine Tendenz zu haben. Seit gut einer Woche stagniert sein Gewicht. Ich wollte eigentlich so lange es geht voll stillen und erst so im 6. Lebensmonat mit Beikost anfangen. Jetzt bin ich sehr verunsichert, ob ihm viell. die Milch nicht mehr reicht. Also satt wird er, denn sonst müsste er sich doch öfter melden anstatt weniger oft, oder? So wie ich es verstehe, heißt Sättigung aber nicht automatisch, dass er auch energetisch bzw. mit Nährstoffen ausreichend versorgt ist, ist das korrekt? Ich habe auch einen starken Milchspendereflex, so dass es nach wenigen Sekunden oft wie eine kleine Fontäne aus der Brust schießt. Das irritiert und nervt den Kleinen dann noch mehr. Habe schon versucht, im Liegen zu stillen und auch, dass Kind höher zu packen, aber das funktioniert nicht so gut. Wenn ich mal abpumpe (Handmilchpumpe), komme ich in 7 Minuten Pumpen auf ca. 150 ml. Das spricht doch auch dafür, dass genug Milch da ist. Ich weiß nur nicht, woran ich merken soll, ob ihm die Energiedichte nicht mehr reicht. Er hat schon so 6 nasse Windeln in 24 h, aber ich finde, sie fühlen sich nicht mehr soo voll an wie früher. Stuhlgang hat er jeden 2. Tag, immer orange-gelb, nie grün und schaumig. Kann es außerdem sein, dass er in 5 Minuten mit dem Trinken fertig ist? Wir haben aber auch immer 2 Mahlzeiten (mittags 1 x und abends 1 x), bei denen er sich so richtig Zeit lässt, auch mal nur nuckelt und etwas schläft Bin verunsichert, ob ich jetzt schon mit Beikost starten soll/muss. Lässt sich alles doch mit seinem Entwicklungsschub erklären, den er wohl gerade durchmacht? Meine Brust fühlt sich auch anders an als noch vor 4 Wochen, sie fühlt sich nicht mehr so richtig „voll“ an, außer, wenn mein Sohn eine ganze Nacht nicht getrunken hat. Milch kommt aber immer. Ach ja, Schnuller gibt es nicht außer manchmal am Abend. Nimmt er aber eh nicht gerne. Bin auch dankbar für eine Stillberaterin/Kontakt in meiner Nähre, PLZ 99425. Vielen Dank und liebe Grüße
Liebe miezmarie, gerade Babys, die in der ersten Zeit sehr gut zugenommen haben, stagnieren dann auch gerne einmal. Babys nehmen ohnehin in Schüben zu und nicht linear und mit zunehmendem Alter verlangsamt sich die Gewichtszunahme. In den ersten drei bis vier Monaten liegt die übliche Gewichtszunahme zwischen 150 und 227 Gramm pro Woche. Vom vierten bis sechsten Monat verlangsamt sich die Gewichtszunahme gewöhnlich auf 85 bis 142 Gramm pro Woche, im Alter von sechs Monaten bis zwölf Monaten verringert sie sich auf 42 bis 85 Gramm wöchentlich. Diese Angaben bedeuten aber nicht, dass jedes Kind kontinuierlich jede Woche diese Grammzahl zunehmen muss, sondern, dass im statistischen Mittel solche Werte erreicht werden. Das nimmt dann immer weiter ab, was verständlich ist, denn sonst wären unsere Babys irgendwann Riesen! Das durchschnittliche Längenwachstum bewegt sich bei etwa 1,27 cm pro Monat, und die Zunahme des Kopfumfangs liegt bei etwa 6,4 mm monatlich. Ich bin auch sicher, dass Dein Baby ausreichend Milch bekommt und in diesem Alter würde ich eher vermehrt anlegen und nicht schon mit Beikost beginnen, selbst wenn das Kind nicht ausreichen zunimmt. Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (lege dir eine Windel zum Auffangen der Milch hin) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das „Berg auf Stillen“. Dazu wird das Baby so gehalten, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als die Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnt die Mutter sich dabei nach hinten, beim Wiegengriff wird das Baby von unten mit zwei Kissen im Schoß der Mutter abgestützt und die Mutter lehnt sich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Weitere Möglichkeiten einem starken Milchspendereflex zu begegnen sind: die Häufigkeit der Stillmahlzeiten erhöhen. Dadurch verringert sich die Menge der gestauten Milch Wenn Du die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößerst verschlimmert sich das Problem noch weiter. nur eine Brust pro Mahlzeit anbieten. Dieser Vorschlag passt nicht zu dem, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn dein Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass Du ihm mehrere Male dieselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden anbietest, bevor Du die Seite wechselst. Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, solltest Du gerade so viel Milch ausstreichen, dass Du dich wohl fühlst, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. das Baby stillen, wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark. verschiedene Stillpositionen ausprobieren (auch das oben beschriebene Berg auf Stillen) das Baby oft aufstoßen lassen. den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller vermeiden. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird. Besonders unruhige Babys, die sich an der Brust steif machen und nach hinten überstrecken, können auch gebündelt werden. Beim Bündeln wird das Baby gut in eine Decke eingewickelt, so dass seine Schultern nach vorne geneigt und die Arme unterhalb der Brust gekreuzt sind. So kann es den Kopf nicht zurückwerfen. Bei manchen Babys bewährt es sich, wenn die Decke unten offen bleibt, so dass die Füße frei bleiben. Wenn ein Kind auf diese Weise eingepackt ist, sieht es wie ein „C" aus, mit dem Kinn auf der Brust und angezogenen Beinchen. Häufig reicht diese Maßnahme aus, das Baby zu beruhigen und es trinkt dann besser an der Brust. Manche Babys brauchen Halt im wahrsten Sinne des Wortes um weniger zappelig zu sein. Eine andere Ursache kann der Schnuller oder die Flasche sein, auch wenn er nur selten gegeben wird. Schnuller können wie alle künstlichen Sauger zu einer Saugverwirrung führen. Ist das Kind dann auch noch erregt oder besonders müde, dann „erinnert" es sich unter Umständen nicht mehr an die korrekte Trinktechnik für die Brust. In diesem Fall hilft nur konsequentes Verzichten auf alle künstlichen Sauger. Eine Saugverwirrung entsteht, wenn ein Kind mit dem Wechsel zwischen den Trinktechniken an Brust und künstlichem Sauger (dazu gehören Flaschensauger, Schnuller und Stillhütchen) nicht zurecht kommt und dann die Brust schlussendlich sogar verweigern kann. Das ist ein ernsthaftes Stillproblem, das schon viele Sorgen und Tränen bei Müttern und Kindern verursacht hat. Doch eine Saugverwirrung kann überwunden werden. Dabei ist es die erste Maßnahme, dass sämtliche künstlichen Sauger weggelassen werden. In leichteren Fällen kann dies schon ausreichen. Sprich einmal mit einer Kollegin vor Ort, die Euch auch sehen kann. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi
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