Mondsein
Hallo, Mein Sohn ist 10 Monate. Seit dem er 6 Monate als ist gebe ich ihm Beikost. Seit diesen fast fünf Monaten hat sich keine Entwicklung bezüglich der Breimenge gezeigt. Er isst Mittags generell nichts, egal was ich koche, er isst es nicht. Nachmittags und Abends isst er auch nicht viel, aber immerhin verweigert er es nicht ganz. Ich stille also immer noch voll und mach nir so langsam Gedanken wo das hinführen soll... Ich liebe es zu stillen, aber mache mir Sorgen, dass er Mangel bekommen könnte. Außerdem möchte ich so langsam in Richtung Abstillen gehen, was ja aber nicht möglich ist da ich keine Milchmahlzeit ersetzen kann. Pre oder ähnliches möchte ich nicht geben. Was können Sie mir raten ? Danke
Liebe Mondsein, es kommt immer wieder einmal vor, dass ein Baby die Beikost ablehnt und statt dessen wieder häufiger oder mehr gestillt werden will. Dafür gibt es viele Gründe von einer sich ankündigenden Erkältung über Zahnungsprobleme oder einfach nur einem zu hektischen Tag. Das Abstillen ist ohnehin kein kontinuierlich verlaufender Prozess, dass gibt es immer wieder einmal kleinere oder größere Rückschritte. Wichtig ist, dass aus dem Thema "Essen" kein Kampf gemacht wird. Einen solchen Kampf verlieren die Eltern sehr schnell und viele Essstörungen haben ihre Ursache in der ganz frühen Kindheit, wenn das Baby zum essen gezwungen werden sollte. Der beste Weg, ein Kind zu einem "schwierigen Esser" zu machen besteht darin, es zum Essen zu zwingen! Ein Kind darf essen, aber es muss nicht essen und eine sehr bewährte Methode lautet "Die Mutter bietet an, was es gibt, das Kind entscheidet wie viel oder wenige es davon isst". Vermeide es, dein Kind mit Gewaltkuren zum Essen zwingen zu wollen, ja lass das Thema ganz sein. Stille dein Kind wieder eine Weile, bis sich die Wogen geglättet haben und wieder Ruhe eingekehrt ist und probiere es dann erneut. Sicher ist auch für dich das auf deutsch erhältliche Buch "Mein Kind will nicht essen" von dem spanischen Kinderarzt Dr. Carlos Gonzales eine interessante (und beruhigende) Lektüre. Das Buch ist im Buchhandel (ISBN 3 932022 12 2) bei der La Leche Liga oder auch im Stillshop hier auf der Seite erhältlich. Dr. Gonzales hat eine Aufstellung gemacht, wie viel Muttermilch (MM) ein Baby im Alter zwischen neun und zwölf Monaten benötigt, um den empfohlenen Bedarf an verschiedenen Nährstoffen zu decken: Energie: 830 kcal = 1185 ml MM Eiweiss: 9,6 g = 910 ml MM Vitamin A: 350 µg = 700 ml MM Vitamin B: 0,4 µg = 412 ml MM Vitamin C: 25 mg = 625 ml MM Diese Angaben zeigen, dass Muttermilch den Bedarf des Kindes an vielen Nährstoffen lange zu decken vermag und nicht unbedingt Eile geboten ist, das Kind zum Essen zu zwingen. Es gibt Babys, die es geradezu hassen und hysterisch reagieren, wenn man ihnen etwas in den Mund stecken will. Diese Kinder essen aber recht gut, wenn sie selber essen dürfen. Das Geschmiere, das es dabei gibt, ist weniger schlimm, als das Theater mit einem Kind, das sich mit allen Kräften wehrt und außerdem lernen die Kinder recht schnell gut zu essen. Es gibt eine ganze Menge, was als fingergerechte Nahrung angeboten werden kann. Banane zum Beispiel kann ein Kind gut in die Hand nehmen, sie ist weich und es kann sie alleine essen. Auch ein Stück von einer gekochten Kartoffel geht gut. Gekochte Erbsen können einzeln aufgepickt werden (ist gleichzeitig eine gute Übung für die Feinmotorik), alle Gemüse und Obstarten, die einigermaßen weich sind und dann in kleine Stücke geschnitten werden, können gegeben werden. Probiere es einfach einmal aus. LLLiebe Grüße Biggi
Mondsein
Einen Essenkampf wie Sie ihn beschreiben gibt es hier sowieso nie. Ich koche ihm täglich, auch das von Ihnen erwähnte Fingerfood, lasse ihn das Essen mit alles Sinnen erleben, aber es geht halt nichts in den Mund. Danach stille ich. Ohne weitere Versuche und Tricks ihm doch was in den Mund zu stecken. Dann werde ich nun etwas pausieren und dann nochmal anfangen. Er isst sein Essen ja schon 5 Monate nicht , da ist also keine Erkältung schuld ... Danke und liebe Grüße