Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

BLW

Frage: BLW

sandiiiii

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Hallo Biggi, zuallererst!!! Ich finde Sie gaaaanz toll und schätze Ihre Meinung sehr... Wie stehen Sie zu Baby led weaning? (Babygesteuerte Beikost ab dem 6. Monat zusätzlich zum Stillen ohne Brei) Ist es möglich, dass dem Baby bei dieser Methode Nährstoffe/Vitamine/Mineralstoffe etc. fehlen? Auf was muss man besonders achten? Unsere Tochter ist 5 Monate alt und sie scheint an Brei weder sonderlich interessiert noch Geschmack zu finden!? Was ihr jedoch gefällt ist, selbst den Löffel zu nehmen, im Brei rumzupanschen, selbst aus einem Becher zu trinken... Könnte BLW evtl. eine Alternative für uns sein? Viele Grüße Sandra


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Liebe sandiiiii, leider sind wir hier nicht die Experten für Baby Led Weaning, darum kann ich deine Fragen dazu nicht beantworten. Vielleicht helfen dir die folgenden Informationen trotzdem weiter: im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass ein gesundes, voll ausgetragenes Baby genau weiß, was es benötigt, und sich die erforderlichen Nährstoffe holt, wenn es sie zur Verfügung gestellt bekommt. UND: Es ist gar nicht selten, dass ein Baby mit 5 Monaten noch kein Interesse an der Beikost hat, schlichtweg weil es sie eben noch nicht braucht :-) Sicher ist auch für dich das "Mein Kind will nicht essen" von dem spanischen Kinderarzt Dr. Carlos Gonzales eine interessante (und beruhigende) Lektüre. Das Buch ist im Buchhandel (ISBN 3 932022 12 2) oder bei La Leche Liga Deutschland erhältlich. Dr. Gonzales hat eine Aufstellung gemacht, wie viel Muttermilch (MM) ein Baby im Alter zwischen neun und zwölf Monaten benötigt, um den empfohlenen Bedarf an verschiedenen Nährstoffen zu decken: Energie: 830 kcal = 1185 ml MM Eiweiß: 9,6 g = 910 ml MM Vitamin A: 350 µg = 700 ml MM Vitamin B: 0,4 µg = 412 ml MM Vitamin C: 25 mg = 625 ml MM Diese Angaben zeigen, dass Muttermilch den Bedarf des Kindes an vielen Nährstoffen lange zu decken vermag und nicht unbedingt Eile geboten ist, das Kind zum Essen zu zwingen. Ich zitiere dir noch aus einem Artikel, den Denise Both IBCLC geschrieben hat: "Das am heißesten gehandelte Thema, wenn es um Mangelerscheinungen bei gestillten Kindern ist das Eisen. Stillende Frauen dürfen sich immer wieder anhören, dass Muttermilch ja nur wenig Eisen enthält und dass die Eisenspeicher des Kindes nur bis etwa sechs Monate ausreichen und dann sei es unabdingbar Beikost einzuführen, um einen Eisenmangel abzuwenden. Es stimmt, dass Muttermilch im Verhältnis zu Kuhmilch oder künstlicher Säuglingsnahrung nur wenig Eisen enthält, demgegenüber steht jedoch die bessere Bioverfügbarkeit des Muttermilcheisens für das Kind. Dennoch kann es zu einem Eisenmangel bei gestillten Kindern kommen. Besonders gefährdet dafür sind Frühgeborene, Kinder deren Mütter in der Schwangerschaft einen Eisenmangel hatten und Kinder, deutlich länger als sechs Monate jegliche feste Nahrung ablehnen. Man muss zwischen Eisenmangel und einer Eisenmangelanämie unterscheiden. Eisenmangel lässt sich nicht unbedingt an einem niedrigen Hämoglobinwert (Hb) erkennen. Es reicht also nicht, beim Kind regelmäßig den Hb zu bestimmen, um einen Eisenmangel auszuschließen, sondern es muss zusätzlich auch noch der Serum Ferritin Wert bestimmt werden. Ein Eisenmangel im Kindesalter kann wirklich schwer wiegende und vor allem nicht immer wieder behebbare Folgen für die geistige und körperliche Entwicklung haben und sollte deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Dazu kommt, dass sich ein unguter Kreislauf entwickeln kann, wenn das Kind erst mal in eine Mangelsituation geraten ist: Der Eisenmangel macht das Kind appetitlos, das Kind mag erst recht keine Beikost essen, der Eisenmangel verschärft sich. Deshalb ist es sinnvoll, dass bei einem Kind, das lange jegliche Beikost verweigert, Hämoglobin und Ferritin bestimmt werden, um rechtzeitig eingreifen zu können, falls sich ein Mangel bestätigt. Der Pieks für die Blutuntersuchung ist weniger traumatisch für das Kind, als ein unentdeckter Eisenmangel. Eine vegetarische Ernährung ist übrigens nicht gleichzusetzen mit einer zu geringen Eisenzufuhr. Vegetarisch lebende Familien sollten jedoch unbedingt auf eine bewusste Zusammenstellung ihrer Ernährung achten, denn das Eisen aus pflanzlichen Nahrungsmitteln wird nur zu 3 bis 8 Prozent verwertet, also deutlich weniger als das hämgebundene Eisen aus Fleisch, dessen Verwertbarkeit bei etwa 23 % liegt." Lieben Gruß, Kristina


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