Talia2020
Guten Abend, Unsere Tochter ist 5 Monate alt. Vor ca 3 Wochen haben wir mit Beikost begonnen. Sie interessierte und interessiert sich sehr fürs essen. Ich startete mit Pastinake. Am ersten Tag lief es gar nicht gut, sie hat geweint und sich weggedreht, war aber auch müde. Am zweiten Tag lief es besser, sie öffnete den Mund, schob aber alles wieder mit der Zunge raus. 1 Woche bekam sie Pastinake, danach gab ich Kartoffel dazu. Nach 2 Tagen Pastinake-kartoffel, wechselte ich zu Karotte-kartoffel und gab das 2 Tage. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass sie Probleme mit dem Stuhlgang hatte und wechselte dann zu Zucchini-Kartoffel. Jetzt wechsele ich immer zwischen Pastinake-Kartoffel und Zucchini-Kartoffel. Jetzt wäre der nächste Schritt ja Fleisch bzw. Fisch zu ergänzen. Allerdings schafft sie bisher immer nur ca 60 Gramm. Sie möchte anschließend auch keine Milch, als wäre sie satt. Den Brei isst sie aber gerne. Dazu muss ich auch sagen, sie trinkt immer nur sehr kurz, max 5 min, dafür alle 2-3 Stunden. (Ich stille) Wie soll ich nun weiter verfahren? Erstmal bei Gemüse-Kartoffel bleiben? Oder doch schon Fleisch bzw Fisch dazu? Kann ich mit dem Abendbrei auch schon beginnen? Die Mittagsmahlzeit ist ja eigentlich nicht ersetzt, bzw für sie ist sie ja ersetzt mit 60 Gramm, sie trinkt anschließend nichts mehr, aber man sagt ja es müssen 190 Gramm sein. Sorry für den langen Text und die vielen Fragen. Ich bin irgendwie total planlos. Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort Lg Talia
Liebe Talia, ich weiß, dass fast überall steht: „zunächst wird die Mittagsmahlzeit ersetzt und im Abstand von etwa vier Wochen ersetzen Sie die nächste Mahlzeit usw". Gleichzeitig wird „eine Mahlzeit" als die Menge definiert, die in ein Gläschen passt und zwar für alle Kinder gleich. Doch dieses Schema, das leider immer noch oftmals propagiert wird verursacht in vielen Fällen nichts weiter als Stress und Tränen. Es ist einfach zu sehr in den Köpfen vieler Menschen verwurzelt, dass eine Stillmahlzeit „ersetzt" werden müsse, dabei stimmt das gar nicht. Schon der Begriff BEI Kost drückt doch aus, dass es sich bei dieser Nahrung um eine ergänzende Nahrung und nicht um einen Ersatz für die Muttermilch handelt. Wäre es ein Ersatz, dass würde es ANSTATT Kost heißen. Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Im gesamten ersten Lebensjahr sollte Muttermilch das Hauptnahrungsmittel des Kindes sein. Bei der Vorgehensweise, dass langsam als ergänzende Nahrung Beikost angeboten wird, hat die Brust Zeit, sich an die Veränderung zu gewöhnen, das Kind hat ebenfalls mehr Zeit für die Umstellung und die Nährstoffe aus der Beikost können in Zusammenhang mit bei der gleichen Mahlzeit angebotener Muttermilch besser verwertet werden. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wird das Kind ausreichen häufig gestillt, braucht es keine andere Milchnahrung und auch keinen Milchbrei oder Flaschennahrung. Für Tipps rund um das Thema Beikost bietet sich das Buch „Babyernährung gesund & richtig – B(r)eikost und Fingerfood“ von Gabi Eugster an. Dort finden sich sehr viele Informationen und Tipps zum Thema Ernährung ab dem siebten Monat. Mach Dir keinen Stress, Dein Baby ist gerade fünf Monate alt und muss noch nicht mehr Beikost (und auch kein Fleisch) essen. LLLiebe Grüße Biggi
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