MimisuQ
Liebe Biggi, so langsam bin ich mit meinem Latein am Ende. Mein kleiner ist nun 8 Monate alt und isst einfach nichts. Wir konnten noch keine einzige Stillmahlzeit ersetzen. Er mümmelt ein wenig Brot oder selbstgemachte Gemüsewaffeln, das war es aber auch. Jeglichen Brei egal ob sellbt gemacht oder gekauft, sämtliche Sorten werden abgelehnt. Ich schmeiße hier alles weg. Hab auch schon mal dem süßlichen abendbrei probiert nix...nach zwei löffeln, wird boykottiert. Fingerfood wird nur zermatscht und nicht gegessen. Er ist ja schon “so groß“ und wird eigentlich noch voll gestillt, da er einfach keine.Mahlzeiten zulässt. Was kann ich tun? Liebe Grüße
Kristina Wrede
Liebe MimisuQ, ist dein Kleiner ein voll ausgetragenes, gesundes Baby? dann kann ich bestätigen, was CK18 schrieb: Dein Kind allein weiß, wann es bereit ist für die Beikost, und wird genau dann essen, wenn es reif dafür ist. Es kann keine Ratgeber lesen und weiß daher nicht, dass irgendjemand irgendwann einmal behauptet hat, dass Babys im Alter von X Monaten Y Mengen an Beikost essen müssten :-) Es wird nicht empfohlen, ein Baby nach dem vollendeten 6. Lebensmonat ausschließlich zu stillen (was heißt: ihm andere Kost absichtlich vorzuenthalten), doch gibt es viele Kinder, die in ihrem 2. Lebenshalbjahr nicht besonders gern oder gar nicht viel (wenn überhaupt!) essen. Solange sie jedoch die Möglichkeit haben, Beikost zu sich zu nehmen, besteht nur selten Anlass zur Sorge um Mangelerscheinungen, vor allem, wenn sie sich ansonsten prächtig entwickeln! So schwer es auch fällt, versuche die Geduld zu bewahren und mach bitte keinen Kampf ums Essen. Wenn es erst einmal so ist, dass das Essen Machtkampf bedeutet, dann sind wir Eltern sehr schnell die Verlierer und viele Essstörungen haben ihre Ursache in einem krampfhaften Machtkampf ums Essen im Baby und Kleinkindalter. Vielleicht ist auch für dich das Buch "Mein Kind will nicht essen" von dem spanischen Kinderarzt Dr. Carlos Gonzales eine interessante (und beruhigende) Lektüre. Das Buch ist im Buchhandel (ISBN 3 932022 12 2) bei der La Leche Liga oder auch im Stillshop hier auf der Seite erhältlich. Dr. Gonzales hat eine Aufstellung gemacht, wie viel Muttermilch (MM) ein Baby im Alter zwischen neun und zwölf Monaten benötigt, um den empfohlenen Bedarf an verschiedenen Nährstoffen zu decken: Energie: 830 kcal = 1185 ml MM Eiweiß: 9,6 g = 910 ml MM Vitamin A: 350 µg = 700 ml MM Vitamin B: 0,4 µg = 412 ml MM Vitamin C: 25 mg = 625 ml MM Diese Angaben zeigen, dass Muttermilch den Bedarf des Kindes an vielen Nährstoffen lange zu decken vermag und nicht unbedingt Eile geboten ist, das Kind zum Essen zu zwingen. Ich zitiere dir noch aus einem Artikel, den Denise Both IBCLC geschrieben hat: "Das am heißesten gehandelte Thema, wenn es um Mangelerscheinungen bei gestillten Kindern ist das Eisen. Stillende Frauen dürfen sich immer wieder anhören, dass Muttermilch ja nur wenig Eisen enthält und dass die Eisenspeicher des Kindes nur bis etwa sechs Monate ausreichen und dann sei es unabdingbar Beikost einzuführen, um einen Eisenmangel abzuwenden. Es stimmt, dass Muttermilch im Verhältnis zu Kuhmilch oder künstlicher Säuglingsnahrung nur wenig Eisen enthält, demgegenüber steht jedoch die bessere Bioverfügbarkeit des Muttermilcheisens für das Kind. Dennoch kann es zu einem Eisenmangel bei gestillten Kindern kommen. Besonders gefährdet dafür sind Frühgeborene, Kinder deren Mütter in der Schwangerschaft einen Eisenmangel hatten und Kinder, deutlich länger als sechs Monate jegliche feste Nahrung ablehnen. Man muss zwischen Eisenmangel und einer Eisenmangelanämie unterscheiden. Eisenmangel lässt sich nicht unbedingt an einem niedrigen Hämoglobinwert (Hb) erkennen. Es reicht also nicht, beim Kind regelmäßig den Hb zu bestimmen, um einen Eisenmangel auszuschließen, sondern es muss zusätzlich auch noch der Serum Ferritin Wert bestimmt werden. Ein Eisenmangel im Kindesalter kann wirklich schwer wiegende und vor allem nicht immer wieder behebbare Folgen für die geistige und körperliche Entwicklung haben und sollte deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Dazu kommt, dass sich ein unguter Kreislauf entwickeln kann, wenn das Kind erst mal in eine Mangelsituation geraten ist: Der Eisenmangel macht das Kind appetitlos, das Kind mag erst recht keine Beikost essen, der Eisenmangel verschärft sich. Deshalb ist es sinnvoll, dass bei einem Kind, das lange jegliche Beikost verweigert, Hämoglobin und Ferritin bestimmt werden, um rechtzeitig eingreifen zu können, falls sich ein Mangel bestätigt. Der Pieks für die Blutuntersuchung ist weniger traumatisch für das Kind, als ein unentdeckter Eisenmangel. Eine vegetarische Ernährung ist übrigens nicht gleichzusetzen mit einer zu geringen Eisenzufuhr. Vegetarisch lebende Familien sollten jedoch unbedingt auf eine bewusste Zusammenstellung ihrer Ernährung achten, denn das Eisen aus pflanzlichen Nahrungsmitteln wird nur zu 3 bis 8 Prozent verwertet, also deutlich weniger als das hämgebundene Eisen aus Fleisch, dessen Verwertbarkeit bei etwa 23 % liegt." Lieben Gruß, Kristina
CK18
Hallo, ich weiß zwar nicht, was du tun kannst, um dein Kind zum Essen zu animieren, aber ich kann dir aus eigener Erfahrung berichten, dass ein Baby erst dann anfängt zu essen, wenn es reif genug dazu ist. Ich habe 12 Monate voll gestillt, weil mein Sohn auch nichts essen wollte. Mit 11 Monaten hat er selbstständig sitzen können und saß dann immer in seinem Hochstuhl mit am Tisch und hat unsere Mahlzeiten zum Probieren bekommen. Klar, er hat gematscht und fast alles lag anfänglich unter'm Stuhl, aber mit 13 Monaten hat er sich selbst auf Familienkost umgestellt und ich musste ihn tagsüber gar nicht mehr stillen. Jede neue Entwicklung braucht seine Zeit und hat ihre Zeit. Also gönne es noch deinem Kind und baue dir selbst keinen Stress auf! LG
MimisuQ
Vielen Dank für Ihre Antwort, mein kleiner ist ein normal ausgetragenes gesundes würmchen er ist auch sehr groß also jetzt schon 79cm. Danke für Ihre Hinweise. Ich habe jetzt mal vorsichtshalber einen Termin zur Bestimmung des Eisenwertes gemacht und gehe die Sache dann jetzt einfach entspannt an. Vielleicht isst er ja dann auch mit 13 Monaten plötzlich einfach mit uns :-) Liebe Grüße