Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, heute waren wir mit unserer Lena (wird nächste Woche sechs Monate) beim Arzt, weil wir mit ihrer Gewichtszunahme nicht zufrieden waren. Ergebnis: In acht Wochen ist sie von 5830g auf 6160g gekommen, also hat sie viel zu wenig zugenommen. Organisch ist sie gesund. Der Arzt meinte nun, sie würde nicht hungern, wäre wohl aber in den letzten Wochen mit wenig zufrieden(?!). Ich bin so traurig, denn gerade in den letzten drei Wochen, seit ich wieder Teilzeit 4 Stunden am Tag arbeite, hängt sie tags UND nachts stündlich an der Brust! Ich kann schon nicht mehr und nun ist das auch noch alles sinnlos, denn sie hat ja dadurch nicht zugenommen! Unser Tag sieht so aus: Mitternacht bis 7 Uhr: Stdl. Stillmahlzeit 7 Uhr bis 12.00 Uhr: abgepumpte Mumi (ca. 50 ml, mehr krieg ich nicht) und seit drei Tagen Grießbrei aus der Flasche, ca. 100 ml) ab 12 Uhr bis 23 Uhr: Anlegen nach Bedarf, mindestens alle 1,5 Stunden Der Grießbrei ist schon ein Zugeständnis, eigentlich wollte ich nur Mumi geben, aber weil ich nicht genug abgepumpt kriege, der Brei. Der Arzt meinte, den sollen wir bloß nicht geben, das wären leere Kalorien und durch den enthaltenen Zucker würden wir Lena dann nicht mehr an Obst und Gemüse kriegen . Lieber Gemüse und Obst aus dem Gläschen, zwei Mal die Woche Fleisch. Ich bin so verzweifelt, denn ich wollte viel länger ausschließlich stillen, aber anscheinend reicht meine Milch ja wirklich nicht! Und dann sagt der Arzt auch noch, vier - fünf Mahlzeiten am Tag würden reichen, ich soll nachts bloß nicht dauernd stillen! Wie kann er vom Füttern abraten, wenn das Kind angeblich nicht genug bekommt? Nun meine Frage: Könnt Ihr mir helfen? Wie soll ich sie denn nun füttern und mit was? Ist der Grießbrei wirklich so schlecht? Was denn dann? Soll ich weiter stillen wie bisher, auch wenn es nichts bringt? Ich bin so traurig, ich könnte nur noch weinen. Ich gebe mir solche Mühe und fühle mich nach diesem Arztbesuch als schlechte Mutter, die ihr Kind verhungern lässt. LG Daniela
Kristina Wrede
Liebe Daniela, gern würde ich dich jetzt in den Arm nehmen und dir Trost spenden! Es ist immer frustrierend wenn die Dinge anders laufen, als wir sie uns ausgemalt haben. Nun ist deine Maus schon im Alter wo sie mit Beikost beginnen kann, wenn sie das möchte. Dass sie nicht so viel zugenommen hat ist gar nicht so alarmierend, denn bei einem sechs bis zwölf Monate alten gestillten Baby beträgt die durchschnittliche Gewichtsentwickung 42 bis 85 Gramm pro Woche. Dein Arzt hat absolut Recht: Sie brauch jetzt keine "leeren" Kalorien und Zucker ist richtiges Gift für den kleinen Organismus. Es ist am günstigsten mit jeweils nur einem Nahrungsmittel zu beginnen, zunächst nur eine geringe Menge anzubieten (jeweils nur mit ein paar Löffeln beginnen) und diese dann langsam zu steigern. Am Anfang sollte nur eine neue Nahrung, ein- oder zweimal am Tag gegeben werden und etwa eine Woche gewartet werden, bevor wieder etwas Neues angeboten wird. (Also nur Karotte, nur Kartoffel, nur Banane, nur geriebener Apfel usw.). Der Sinn dieser Vorgehensweise ist folgender: Falls sich eine allergische Reaktion zeigt, kann man auf diese Art leichter feststellen, was sie verursacht hat. Auch wenn das Risiko einer allergischen Reaktion nach dem ersten halben Jahr nicht mehr so groß ist, besteht die Möglichkeit dass eine Speise eine allergische Reaktion auslöst (Ausschlag, Durchfall, Erbrechen). Wurde immer nur ein neues Nahrungsmittel eingeführt, dann lässt sich leichter feststellen, welches Nahrungsmittel nicht vertragen wurde. Die betreffende Speise sollte dann aus dem Speiseplan gestrichen und erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder angeboten werden. Bereits eingeführte Nahrungsmittel, die gut vertragen werden, können miteinander gemischt werden. Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Der Begriff BEI-Kost sollte wirklich wörtlich verstanden werden, es ist ergänzende Kost, die die Muttermilch nicht ersetzen, sondern ergänzen soll. Wird in Zusammenhang mit der Beikostmahlzeit gestillt, kann das Kind außerdem einige Nährstoffe aus der Beikost besser aufnehmen und verwerten. Muttermilch sollte im gesamten ersten Lebensjahr das Hauptnahrungsmittel für ein Kind sein, erst nach dem ersten Geburtstag verschieben sich die Relationen. Ob Selberkochen oder Gläschen ist eine Frage, die jede Mutter für sich selbst beantworten muss. Viele Mütter lösen es auch so, dass sie zum Teil selbst kochen und bei bestimmten Gelegenheiten auf Fertignahrung zurückgreifen. Für Gläschenkost gelten so strenge Vorschriften, dass sie nach Aussage des Forschungsinstituts für Kinderernährung praktisch schadstofffrei ist. Diese Qualität ist durchs Selberkochen nur schwer zu erreichen. Vorteil von selbst zubereiteter Beikost ist, dass man sie Zutaten selbst bestimmen kann, was gerade bei allergiegefährdeten Kindern eine Rolle spielt. Im gesamten ersten Lebensjahr kann der Flüssigkeitsbedarf eines Babys vollständig über die Muttermilch gedeckt werden, vorausgesetzt, es wird weiterhin nach Bedarf gestillt. Dennoch ist es sinnvoll parallel zur Einführung der Beikost auch den Becher mit Wasser einzuführen. Tee oder Saft sind nicht notwendig. Lieben Gruß, Kristina
Mitglied inaktiv
Liebe Christina, ich danke Dir wieder einmal für Deine hilfreiche und vor allem tröstliche Antwort! Wir werden anfangen mit der Beikost und bei der baldigen U-Untersuchung im April schauen, ob wir auf dem richtigen Weg sind, was das Gewicht angeht. Vielen vielen Dank und bis bald, Daniela
Mitglied inaktiv
..."Christina" sollte natürlich "Kristina" heißen ;)
Kristina Wrede
:-))
Die letzten 10 Beiträge
- Stillen-Abpumpen-Zufüttern-Gewicht
- Stillen-Abpumpen-Zufüttern-Gewicht
- Abstillen in der Schwangerschaft
- Nächtliches Stillen
- Zusätzliche Stillmahlzeit einmalig durch Brei ersetzen
- Baby 9 Monate nachts abstillen
- Zu viel Milch linke Brust
- Weiterstillen trotz Zähnen
- Stillen und neue Brille
- Stillprobleme, Stillhütchen, Zungenbändchen