Sminerich
Hallo, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Mein Sohn ist 15 Monate alt, wir hatten einen schwierigen Start, da ich das HELLP Syndrom hatte, er per Notkaiserschnitt auf die Welt kam und wir dann 24h getrennt waren, da ich in ein anderes Krankenhaus verlegt wurde. Trotz allem hat das Stillen mit ein paar Startschwierigkeiten dann super geklappt. Ich habe 6 Monate voll gestillt, dann langsam mit Beikost angefangen und seit er ca. 10 Monate alt war, hätte er sich durchaus ohne die Brust ernähren können. Von Anfang an war er ein kleiner Milchjunkie, hat die ersten Monate gefühlt 24h an meiner Brust gegangen und auch danach noch sehr oft danach verlangt. Eine Weile haben wir ihn nur in der Trage zum Schlafen bringen können. Als es dann irgendwann ohne Trage im Bett funktioniert hat, war das eine riesige Erleichterung. Allerdings klappte das nur dadurch dass er das Einschlafstillen dann für sich entdeckt hat. Ich habe das zu diesem Zeitpunkt dankend angenommen. Seitdem war es allerdings so, dass ab den Abendstunden alles an mir hing und sein Vater ihn nicht mehr zum Schlafen bringen konnte. Das ist für mich natürlich sehr einschränkend und anstrengend, da es auch erst seit kurzem funktioniert ihn dann wenigstens irgendwann wenn er ganz tief schläft, abzulegen und auch mal das Schlafzimmer zu verlassen. Vorher hat er mehr oder weniger jede Nacht halb auf mir geschlafen. Seit 3 Monaten, mit einem Jahr, geht er nun in die Krippe. Die Eingewöhnung hat grundsätzlich gut geklappt, es hat nur ein wenig gedauert bis er dort Mittagsschlaf gemacht hat. Die Erzieherinnen haben ihn ewig herum geschleppt und ihn dabei auch weinen lassen. Natürlich nicht allein, sondern auf ihrem Arm. Als er dann einmal nach 30 Minuten Weinen eingeschlafen ist (die vorherigen 3 Male haben sie es nach 15 Min. abgebrochen), hat es dann plötzlich dauerhaft geklappt. Am nächsten Tag hat er noch 10 Min. geweint und dann gar nicht mehr. Die Erzieherinnen können ihn seit diesem Tag einfach hinlegen und er schläft sofort ein. Das ist zuhause undenkbar! Er schläft zwar auch mal auf dem Arm ein, aber ohne den Umweg übers Stillen kann man ihn nicht ablegen. Und auch nach dem Einschlaf-Stillen dauert es eine ganze Weile bis ich mich unter ihm herausschälen kann oder er sich von mir herunter rollt. Nun haben wir vor einigen Wochen damit angefangen, dass sein Vater ihn ins Bett bringen soll. Er hat ihn herumgetragen, wobei er auch geweint hat und dann aber eingeschlafen ist. Den ersten Tag 20, den nächsten 10 Minuten und dann ganz ohne Weinen. Der nöchste Schritt war dass er ihn wenn er müde ist, aber noch bevor er einschläft ins Bett legt, streichelt und so zum Schlafen bringt. Auch das klappte schrittweise mit viel Weinen bis gar nicht mehr. Dann würde er -mal wieder- krank und alles war für die Katz. Nun sind wir wieder am selben Punkt wie vorher. Ich stille wieder ständig, wobei ich ihn vorher eben nur noch abends, aber nicht zum einschlafen und nachts gestillt habe. Ich bin natürlich abends auch wieder unabkömmlich. Und ich kann einfach nicht mehr. Ich bin am Ende meiner Kräfte. Mein Freund und ich streiten uns nur noch weil meine Nerven quasi nicht mehr vorhanden sind. Er ist nun der Meinung wir müssen konsequenter sein und es „durchziehen“ und mit seinem Weinen klarkommen. Eigentlich sehe ich es auch so, aber ich frage mich dann immer ob ihm das nicht schadet? Für mich klingt das immer wie das berühmte „Schreien lassen“ und das will ich auf keinen Fall. Aber es muss doch möglich sein, dass sein Vater ihn auch mal ins Bett bringt abends. Zumal ich ihn nachts dann ja auch erstmal weiter stillen würde. Ich würde allerdings schon gerne in absehbarer Zeit abstillen. Auch weil wir bald heiraten und ich an dem Tag einfach unabhängig sein möchte, lange feiern und vielleicht auch mal ein Glas Wein trinken. Ich hoffe das war jetzt nicht allzu chaotisch. Leider herrscht in meinem Kopf aktuell das absolute Chaos. Zur Info vielleicht noch, dass ich seit November Teilzeit arbeite und mein Freund Medizin studiert, was sehr zeitintensiv ist. Ich brauche dringend Hilfe, Zuspruch, Tipps wie ich weiter „überleben“ soll denn ich bin wirklich kurz vorm Zusammenbruch. Oder mittendrin...
Liebe Sminerich, lass Dich erst einmal umarmen, ich kann mir sehr gut vorstellen, wie es Dir geht. Trotzdem habe ich keine Lösung für Dich, denn Dein Kind zeigt gerade sehr deutlich, wie sehr es Dich braucht. Dein Kleiner hat jetzt gerade die Eingewöhnungszeit hinter sich und braucht nach der Krippe wohl eine Extraportion Mama. Je mehr Druck Du jetzt machst, umso mehr wird Dein Kind klammern. Ein Baby muss eine gewisse Reife erreichen, um längere Zeit schlafen zu können. Wann dieser Zeitpunkt erreicht wird, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Dein Baby braucht also vor allem eines: Zeit zum Reifen. Vielleicht "schenkst" Du ihm einfach noch ein bisschen von dieser Zeit, in der du ihm gestattest, so zu sein, wie es ist. Du machst nichts falsch! Schau Dir heute die Beratungen an, nicht nur Dein Kleiner hat (noch) Probleme mit dem Durchschlafen und auch wenn manche Programme das versprechen, halten die meisten Stillexperten nichts davon. Wichtig ist auch, dass Du weißt, dass dies zwar eine lange Phase ist, aber sie WIRD vorbei gehen! Bis dahin ist es meist einfacher, das Drumherum zu ändern, als das Baby. • Nimm ALLE Hilfe an, die Du bekommen kannst. Erkundige dich mal, ob Du nicht eine Haushaltshilfe bekommen kannst (wegen absoluter und chronischer Erschöpfung). Möglicherweise kann dir auch deine Mutter, Schwiegermutter, Schwester oder eine Freundin (selbstverständlich auch das männliche Pendant dazu) etwas unter die Arme greifen. Das können ganz simple Dinge sein z.B. einmal alle Fenster putzen, deinen Bügelkorb leerbügeln, einige vorgekochte Mahlzeiten für deine Tiefkühltruhe, ein Nachmittag Babysitten während Du in die Sauna gehst oder sonst etwas für dich tust ... • Vielleicht findest Du auch einen verantwortungsbewussten Teenager, der gegen geringes Entgelt bereit ist, mit deinem Kind zu spielen oder spazieren zu gehen. In dieser Zeit solltest Du dann aber wirklich entweder schlafen (bzw. ruhen) oder DIR etwas Gutes tun. • Lass den Haushalt auf Sparflamme laufen. Nicht alles muss gebügelt werden. Wenn Handtücher nach dem Baden und Duschen wieder aufgehängt werden, statt auf dem Fußboden zu landen, können sie mehrmals benutzt werden, das spart Wäsche. Es ist nicht wesentlich mehr Arbeit die doppelte Menge Spaghettisoße zu kochen, aber Du hast dann eine fast fertige Mahlzeit für die Tiefkühltruhe. Es schadet nicht der Gesundheit der Familie, wenn Du die Fenster erst wieder im nächsten Jahr putzt. Du wirst sicher einiges finden, was im Haushalt nicht so perfekt gemacht werden muss. Achte darauf, dass Du genügend isst und trinkst. Du musst keine perfekten Menüs kochen und essen, einigermaßen ausgewogen reicht und es darf auch Tiefkühlgemüse statt frischem Gemüse sein (dann sparst Du dir auch das Schälen und Putzen). Eine hungrige Mutter ist nicht so belastbar. Was spricht denn dagegen, dass Du Dich am Abend zu Deinem Mann auf die Couch setzt und Dein Baby neben zu stillst und auf Deinem Arm schlafen lässt? So habt Ihr Zeit füreinander und Dein Kind muss nicht weinen. Dein Mann könnte sich das Baby auch ins Tragetuch nehmen und Ihr könntet einen gemeinsamen Abendspaziergang machen…? Ich hoffe, die Antwort hilft dir weiter. LLLiebe Grüße Biggi
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