Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Abpumpen

Frage: Abpumpen

Mitglied inaktiv

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Hallo zusammen, nächste Woche muss ich wieder arbeiten (4 Stunden am Tag). Da unsere Kleine voll gestillt wird wollte ich abpumpen, damit mein Mann sie in dieser Zeit füttern kann. Ich habe mir deshalb extra eine kleine elektrische Pumpe gekauft, weil ich dachte, das ginge einfacher als mit der Handpumpe. Nun habe ich gestern anfangen wollen abzupumpen und es kamen INSGESAMT 20 ml dabei raus. Ich habe die Pumpe zwischendurch gewechselt, meine Tochter dabei in meiner Nähe gehabt. Ich habs nach dem Stillen versucht und dachte, dass das vllt der falsche Zeitpunkt war. Aber heute morgen kommt wieder nichts. Obwohl sie noch nicht an der Brust lag. Ich bin echt verzweifelt! Muss ich jetzt etwa auf Fertigmilch umsteigen, weil ich die Milch nicht aus meiner Brust kriege? LG eine tieftraurige Daniela


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Liebe Daniela, nicht verzweifeln, dass ist ganz normal bei vielen Frauen, dass es mit dem Abpumpen nicht auf Anhieb klappt! Abpumpen ist eine Fähigkeit, die gelernt und geübt werden muss. Um erfolgreich abzupumpen, muss die Frau nicht nur die geeignete Pumpe zur Verfügung haben und in der richtigen Pumptechnik unterwiesen werden. Der Schlüssel zum erfolgreichen Abpumpen ist das Auslösen des Milchspendereflexes. Um den Milchspendereflex anzuregen hilft es, wenn die Frau sich in eine angenehme Umgebung zurückziehen kann, in der sie so wenig wie möglich gestört wird und sich entspannen kann. Das Einhalten eines Rituals beim Abpumpen und Konzentration auf das Baby (vor einem Foto des Babys oder neben dem Kind abpumpen) tragen dazu bei, den Milchspendereflex auszulösen. Wenn das allein nicht genügt, kannst du durch Wärmeanwendungen und Massage der Brust den Milchspendereflex ebenfalls stimulieren. Es hat sich bewährt, nach dem Schema 7 Minuten pumpen unterbrechen zum Massieren der Brust 5 Minuten pumpen massieren der Brust 3 Minuten pumpen, vorzugehen. Eine Brustmassage kann auch dazu beitragen den Fettgehalt der abgepumpten Milch erhöhen. o Wärmeanwendungen auf den Brüsten, entweder trocken oder feucht. Dazu können feuchte, warme Kompressen oder ein Heizkissen verwendet werden, oder aber eine warme Dusche. o Da Wärme entspannend wirkt, sollte die Frau sich eine Decke oder eine Jacke über die Schultern legen, oder sich in die Nähe einer Heizquelle setzen. o Sanfte Brustmassage, entweder in der Dusche oder direkt vor dem Abpumpen. Das hilft besonders dann, wenn die Mutter angespannt ist und sich sorgt, ob es überhaupt klappen wird mit dem Abpumpen. o Brustwarzenstimulation, durch sanftes Reiben oder Rollen der Brustwarzen. o Fünf Minuten Entspannung. Die Anwendung der Atemübungen aus der Geburtsvorbereitung oder einfach nur ruhiges Dasitzen und sich dabei etwas Angenehmes vorstellen (einen warmen Sandstrand mit Wellen, die ans Ufer plätschern, ein Gebirgsbach oder eine tropische Brise). Brustmassage, Streicheln und Schütteln Stimulieren des Milchspendereflexes Du solltest: Die Milch bildenden Zellen und Milchgänge massieren. o Es wird oben an der Brust begonnen. Fest gegen den Brustkorb drücken. Die Finger kreisförmig auf einer Stelle bewegen. o Nach einigen Sekunden wechseln die Finger zur nächsten Stelle der Brust. o Diese Massage erfolgt spiralförmig um die Brust in Richtung Brustwarzenhof. o Die Bewegung ist ähnlich wie bei einer Brustuntersuchung. Die Brust vom Brustansatz zur Brustwarze hin streicheln, mit leichten, dem Kitzeln ähnlichen Bewegungen. o Die streichelnde Bewegung wird vom Brustkorb zur Brustwarze um die ganze Brust weitergeführt. o Das trägt zur Entspannung und zur Anregung des Milchspendereflexes bei. Die Brust schütteln, während sie sich nach vorne beugt, so dass die Schwerkraft hilft, den Milchfluss anzuregen. Jede Technik zum Handausstreichen sollte zuallererst sanft sein, um das empfindliche Brustgewebe nicht zu verletzen. Aus diesem Grund sollten bestimmte Bewegungen vermieden werden: o das Quetschen der Brust, da es zu blauen Flecken führen kann. o an der Brustwarze und an der Brust zu ziehen, da dadurch Verletzungen des Gewebes entstehen können. o mit den Händen an der Brust abzugleiten, da dies Hautabschürfungen verursachen kann. Ich hoffe, diese Beschreibung und Erklärungen helfen dir weiter! Vor allem aber: Sei zuversichtlich. Denn Stress, der auch durch Sorge ausgelöst wird, hemmt das für den Milchspendereflex zuständige Hormon!! Was wäre denn der "schlimmste Fall": Dass du Stillen und künstliche Milch kombinieren müsstest. Auch das ist möglich und bedeutet nicht, dass du abstillen musst! Lieben Gruß, Kristina


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Daniela, das Abpumpen oder Ausstreichen eine Technik, die erlernt werden muss (die Frau muss auch lernen mit der Pumpe einen Milchspendereflex auslösen zu können) und drittens gibt es keine Pumpe, die so wirkungsvoll eine Brust entleeren kann wie ein Baby. Dazu kommt, dass der Milchspendereflex bei der Mutter um ein vielfaches besser durch ein Baby als durch eine Milchpumpe ausgelöst wird. Eine Pumpe ist eine Maschine und nicht dein weiches, kuscheliges und wohlriechendes kleines Baby. Sie löst nicht die gleichen Gefühle in der aus wie dein Baby und dein Körper muss erst lernen auf die Pumpe mit einem Milchspendereflex zu reagieren. Um den Milchspendereflex auszulösen, kannst Du einige der folgenden Methoden der physischen und psychischen Stimulation einsetzen: Abpumpen in einer vertrauten und angenehmen Umgebung, vielleicht immer am gleichen Platz, im gleichen bequemen Sessel (ideal wäre ein Stuhl, der deine Arme in einer bequemen Haltung stützt und es dir ermöglicht den ganzen Körper zu entspannen). Störungen so gering wie möglich halten. Du solltest z.B. das Telefon aushängen, etwas entspannende Musik anschalten und alles was Du brauchen könntest bei der Hand haben. Dazu können ein Glas Wasser oder Saft, ein gesunder Imbiss oder etwas zu lesen gehören. Einhalten eines Rituals vor dem Abpumpen. Das Einhalten eines bestimmten Ablaufs vor dem Abpumpen, kann deinen Milchspendereflex anregen und auch als psychologischer Auslöser dafür wirken. Einige der folgenden Vorschläge können eventuell auch dir helfen: Wärmeanwendungen auf den Brüsten, entweder trocken oder feucht. Dazu können feuchte, warme Kompressen oder ein Heizkissen verwendet werden, oder aber Du duschst warm. Da Wärme entspannend wirkt, solltest Du dir eine Decke oder eine Jacke über die Schultern legen, oder sich in die Nähe einer Heizquelle setzen. Sanfte Brustmassage, entweder in der Dusche oder direkt vor dem Abpumpen. Das hilft besonders dann, wenn Du angespannt bist. Brustwarzenstimulation, durch sanftes Reiben oder Rollen der Brustwarzen. Fünf Minuten Entspannung. Die Anwendung der Atemübungen aus der Geburtsvorbereitung oder einfach nur ruhiges Dasitzen und sich dabei etwas Angenehmes vorstellen (einen warmen Sandstrand mit Wellen, die ans Ufer plätschern, ein Gebirgsbach oder eine tropische Brise). Das Abpumpen mehrmals unterbrechen um die Brust zu massieren. Es sollte möglich sein, den Milchspendereflex mehrfach stimulieren, indem Du das Abpumpen nach etwa zehn Minuten unterbrichst, deine Brust massierst und dann wieder pumpst. (Bei der La Leche Liga Deutschland kannst Du das Infoblatt „Die Marmet Methode“ über das Handausstreichen und Massieren der Brust bestellen) Rhythmische Bewegungen beim Abpumpen um das Saugverhalten des Babys nachzuahmen. Beim Saugen übt das Baby einen sanften, rhythmischen Druck aus während es einen Sog aufbaut. Um deinen Milchspendereflex möglichst wirkungsvoll anzuregen, solltest Du versuchen, das Saugverhalten deines Babys an der Brust nachzuahmen. Du wirst nicht alle o.g. Vorschläge verwirklichen können, such dir das aus, was Du für dich als angenehm und gut empfindest. Wichtig ist, dass Du ruhig bleibst, sollte es mit dem Abpumpen wirklich nicht klappen, kannst Du immer noch das Handausstreichen lernen. Melde dich dann bitte noch einmal. LLLiebe Grüße und Kopf hoch, das wird schon! Biggi


Mitglied inaktiv

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Danke Euch beiden! Ich werde mich jetzt wirklich erstmal beruhigen und dann Eure Tipps umsetzen. Ich melde mich auf jeden Fall, egal, wie es ausgeht ;-) Wenn ich Euch nicht hätte, hätte ich längst aufgegeben. Eure Arbeit kann man nicht mit Gold aufwiegen. Danke im Namen auch von Lena, der das Stillen so gut tut und so viel Freude bereitet inzwischen, weil ihre Mama dank Euch durchgehalten hat. LG eine jetzt hoffnungsvollere Daniela


Biggi Welter

Biggi Welter

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Danke, und heute sogar doppelt gemoppelt ;-))


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