Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

abpumpen

Frage: abpumpen

Mitglied inaktiv

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Hallo, umsere Tochter ist jatzt 6 Wochen alt und wir von mir voll gestillt. Jetzt möchten mein Mann und ich gerne mal für ein paar Stunden ausgehen. Ich habe mir eine Milchpumpe besorgt, damit der Babysitter in dieser Zeit unsere Kleine füttern kann. Jetzt meine Frage: Wann fange ich am besten an abzupumpen? Zwischen dem Stillen oder nach dem Stillen? Wie lange kann ich die Muttermilch im Kühlschrank aufbewahren? Ich freue mich auf ihre Antwort Danke bluemche


Biggi Welter

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? Liebe Bluemche, es gibt keine absoluten Zahlenwerte, wieviel ein Baby in einem bestimmten Alter oder mit einem bestimmten Gewicht trinken muss, es gibt nur als Faustregel den Anhaltspunkt, dass ein kleines Baby etwa ein Sechstel bis ein Fünftel seines Körpergewichtes an Milchnahrung pro Tag braucht. Es gibt jedoch Babys, die mehr brauchen und andere, die mit weniger auskommen. Deshalb kann man keine Rechnung aufmachen kann „Gewicht des Kindes geteilt durch fünf (oder sechs) und dies wiederum geteilt durch sechs (oder welche Anzahl von Mahlzeiten auch immer) = Trinkmenge pro Mahlzeit". Es hat sich daher bewährt die Milch in kleinen Portionen (etwa 50 bis 60 ml) einzufrieren. Diese kleinen Mengen sind schnell aufgetaut und erwärmt und es muss nicht so viel Milch weggeworfen werden, wenn das Baby nicht alles trinkt, da sich die Menge wirklich kaum voraussagen lässt. Bekommt ein Baby häufiger abgepumpte Milch, so lässt sich ein ungefährer Erfahrungswert für die Menge ermitteln, bei einem gelegentlichen Füttern von abgepumpter Milch ist es kaum möglich eine Vorhersage zu machen. Nach Möglichkeit sollten Sie keine zu großen Mengen auf einmal abpumpen, um nicht zu sehr in das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage einzugreifen. Mengen zwischen 30 und 50 ml zwei oder drei Mal täglich ergeben recht rasch einen stattlichen Vorrat und führen in der Regel nicht zu sehr dazu, dass die Milchmenge insgesamt übermäßig gesteigert wird. DEN idealen Zeitpunkt für das Abpumpen für jede Frau gibt es nicht. Sie müssen einfach ausprobieren, wann es bei Ihnen am besten geht. Manche Frauen pumpen unmittelbar nach dem Stillen noch etwas ab, andere etwa in der Mitte zwischen zwei Stillzeiten oder aber auch während des Stillens an der anderen Seite. Der Schlüssel zum erfolgreichen Abpumpen ist das Auslösen des Milchspendereflexes. Um den Milchspendereflex anzuregen hilft es, wenn die Frau sich in eine angenehme Umgebung zurückziehen kann, in der sie so wenig wie möglich gestört wird und sich entspannen kann. Das Einhalten eines Rituals beim Abpumpen und Konzentration auf das Baby (vor einem Foto des Babys oder neben dem Kind abpumpen) tragen dazu bei, den Milchspendereflex auszulösen. Wärmeanwendungen und Massage der Brust stimulieren den Milchspendereflex ebenfalls. Es hat sich bewährt, nach dem Schema 7 Minuten pumpen - unterbrechen zum Massieren der Brust - 5 Minuten pumpen - massieren der Brust - 3 Minuten pumpen, vorzugehen. Eine Brustmassage kann auch dazu beitragen den Fettgehalt der abgepumpten Milch erhöhen. Milch die über einen Zeitraum von 24 Stunden hinweg abgepumpt wird kann gesammelt, zusammengeschüttet und dann eingefroren werden. Es hat sich bewährt die Milch in kleinen Portionen (etwa 50 bis 60 ml) einzufrieren. Diese kleinen Mengen sind schnell aufgetaut und erwärmt und es muss nicht so viel Milch weggeworfen werden, wenn das Baby nicht alles trinkt. Es ist möglich frisch abgepumpte Milch auf bereits gefrorene Milch zu geben, vorausgesetzt die Milch wurde zunächst gekühlt und es ist nicht mehr frische Milch als bereits gefrorene Milch. Wenn Milch für eine voll ausgetragenes, gesundes Baby zu Hause (nicht im Krankenhaus) abgepumpt wird, reicht es, die Pumpe einmal täglich zu sterilisieren und ansonsten nach jedem Gebrauch gründlich mit heißem Wasser zu reinigen und trocknen zu lassen. Bei einem reif geborenen und gesunden Baby gelten die folgenden Zeitangaben zur Aufbewahrung von Muttermilch: Bei Raumtemperatur Reife Muttermilch • 24 Stunden bei 15 ° C (Hamosh 1996) • 10 Stunden bei 19 bis 22 ° C (Barger und Bull 1987) • 4 bis 6 Stunden bei 25 ° C (Hamosh 1996, Pittard 1985) Im Kühlschrank Reife Muttermilch • 8 Tage bei 0 bis 4 ° C (Pardou 1994) Im Tiefkühlgerät • 2 Wochen in einem Tiefkühlabteil in einem Kühlschrank • 3 bis 4 Monate in einem Tiefkühlabteil eines Kühlschranks mit eigenständiger Kühlung (unterschiedliche Temperatur, weil die Tür häufig geöffnet und geschlossen wird) • 6 Monate und länger in einem separaten Tiefkühlgerät bei konstant - 19 ° C. (Quelle: The Breastfeeding Answer Book Ausgabe 1997) Gefrorene Muttermilch ist schonend aufzutauen (keine Mikrowelle!!!). Entweder sehr langsam über 24 Stunden im Kühlschrank bei +4°C oder bei Raumtemperatur. Im Notfall kann die Milch auch schnell unter fließendem kaltem oder lauwarmen Wasser (max. 37°C) aufgetaut werden. Flaschenwärmer ist auch möglich, aber bitte das Wasser immer wechseln. Beim Füttern sollte die Milch etwa Körpertemperatur haben. Ist die Milch aufgetaut, muss sie sofort bis zum Verbrauch wieder in den Kühlschrank. Aufgetaute Muttermilch kann für 24 Stunden ungeöffnet bei +4°C aufbewahrt werden. Nach dem Öffnen des Gefäßes muss aufgetaute Muttermilch bei +4°C aufbewahrt und innerhalb von 12 Stunden verbraucht werden. Reste einer erwärmten Muttermilchmahlzeit müssen weggeworfen werden. Das war jetzt ein Schnellkurs in Sachen Pumpen, ich hoffe der lange Text hat Sie nicht erschlagen. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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Hallo Biggi, vielen Dank für ihre Antwort, sie waren mir eine große Hilfe. Bis dann bluemche


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Hallo Biggi, vielen Dank für ihre Antwort, sie waren mir eine große Hilfe. Bis dann bluemche


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