Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

16 Monate - wieder nachts abstillen, wenn ja - wie?

Frage: 16 Monate - wieder nachts abstillen, wenn ja - wie?

Tine_81

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Hallo liebes Stillberatungsteam, unser Sohn ist nun 16 Monate alt und ich stille ihn derzeit noch ganz nach Bedarf. Tagsüber geht er seit 4 Monaten zu einer liebvollen Tagesmutter, bei der er gerne ist und auch ausreichend isst und trinkt. Wenn ich ihn abhole oder von der Arbeit komme, setzt er sich sofort an unseren Stillpatz und wartet freudig auf mich. Wir beide genießen das. Kurz vor seinem 1. Geburtstag haben wir nachts abgestillt, eben weil ich wieder arbeiten gehe. Mein Mann hat die 2 Nächte übernommen, ihn liebevoll immer wieder hingelegt und in den Schlaf gebracht. Nach der Mumps-Masern-Röteln-Impfung hatten wir dann 3 Monate mit Durchfall/breiigem Stuhl zu kämpfen, so dass sich das nächtliche, fast stündliche Stillen wieder eingeschlichen hat. Mittlerweile ist er viel agiler und auch durchsetzungsstärker, d.h. er fordert das Stillen auch nachts vehement ein: er zieht mich förmlich aus. Bei einem erneuten Versuch die Stillpausen (dieses Mal mit mir im Schlafzimmer) auszudehnen um wieder ans nächtliche Abstillen zu kommen, hat er wild 2 Stunden getobt (mich auch geschlagen und an den Haaren gezogen), bis er erschöpft dann den ganzen Wasserbecher und eine halbe Banane genommen hat. Für mich wäre 1x stillen in der Nacht durchaus noch ok, nur wenn mein Mann einmal wach ist, liegt er meist die ganze Nacht wach. Die stündliche Unterbrechung geht jedoch auch mir nun sehr an die Substanz (Hitzewallungen etc.). Insgesamt ist unser Sohn schon immer ein eher unruhiger Schläfer, der dadurch auch ständig mit seinem Kopf an die Bettoberseite (er schläft zwischen uns) stößt. Zum anderen habe ich versucht mich zu belesen: Dadurch, dass er stündlich wach im Bett sitzt, kommt er ja selbst gar nicht in die Schlafphasen, in denen das Wachstum und die Gehirnreifung stattfinden. Das beschert mir auch immer mehr Bedenken. Insgesamt ist er gerade in der „Austestphase“: Er wird oft wütend und hat richtig Anspannung im Körper, die er teils gegen sich selbst entlädt, wenn etwas nicht gleich nach seinem Kopf funktioniert oder er seinen Willen gegen uns nicht durchsetzen kann. Wir verbringen beide viel Qualitätszeit (auch viel draußen!) nach der Arbeit mit ihm. Wir sind beide nun verunsichert, ob wir eine härtere Linie beim nächtlichen Stillen fahren sollten (ihn evtl. ins eigene Bett neben unserem legen sollten oder doch ins eigene Zimmer) oder ob er vielleicht einfach noch nicht so weit ist. Wir merken halt zunehmend, dass wir ausgelaugt sind und dieser Zustand sich auch auf unsere liebevolle Geduld auszuwirken beginnt. Haben Sie Erfahrungswerte und Tipps für uns, bitte? Besten Dank und viele Grüße


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Liebe Tine_81, es gibt nur einen Weg: Ihr bestimmt, wer die Entscheidungen trifft und wer nicht. Wenn du sagst, nachts wird nur noch 1 x gestillt, dann kannst du dich mit einer Zeitschaltuhr und einem Nachtlicht behelfen. Wenn es leuchtet, ist Stillzeit. Wenn nicht, dann ist ein Nein ein Nein, egal, wie das Kind reagiert. Natürlich brauchst du dich nicht schlagen zu lassen, du kannst liebevoll aber klar ihn so umarmen, dass er das nicht machen kann. Aber dass er tobt ist nachvollziehbar, oder? Die Frage ist, ob das allein genügt, um ihn zum "Bestimmer" werden zu lassen. Das heißt, ihr habt zu entscheiden, ob es jetzt noch einmal ein paar sehr unruhige Nächte geben wird, bevor die neue Normalität greift. Oder ob es weiter gehen soll wie bisher. Zu viel Lesen würde ich nicht. Denn Bücher haben meist wenig Ahnung davon, wie es gerade in der Realität aussieht, und ein Mensch ist zäher als man denken mag. Auch mit kurzen Schlafphasen wird dein Sohnemann wachsen und gedeihen, ich vermute, dass ihm selbst die nächtlichen Unterbrechungen deutlich weniger stören als euch. Nicht immer können wir alles so machen, wie unsere Kleinen sich das wünschen würden. Aber das ist nicht schlimm - so ist es eben im Leben. Ihr seid für ihn da, begleitet ihn liebevoll und helft ihm, wo es geht. Dass es dabei aber auch euch selbst gut gehen muss ist grundlegend wichtig - auch daraus lernt er etwas ganz wichtiges: Selbstfürsorge. Wenn's euch ganz schwer fällt, nehmt vielleicht Hilfe einer Familienberatung in Anspruch. Schaut dabei, dass es jemand ist, der das Kind in seinem Wesen und Sein achtet und wertschätzt. Ich kann familylab da sehr empfehlen, die auf Grundlage der Gedanken und Bücher von Jesper Juul arbeiten. Jemand, der nur sagt, dass euer Sohn zum Tyrannen wird und ihr euch nicht von ihm auf der Nase herumtanzen lassen solltet, wird nicht viel helfen, nur neue Probleme schaffen. Lieben Gruß, Kristina


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