Mitglied inaktiv
Guten Tag Herr Dr.Bluni, Ich habe im Mai letzten Jahres in der 34 Ssw wegen einer vorzeitigen Plazentalösung entbunden.Ich und meine Frauenärztin konnten uns das nicht erklären,vorallem weil ich einen völlig problemfreien Schwangerschaft hatte.Außer dass die Herztöne von meiner Kleinen irgendwie schlecht waren.Sogar Monate nach meiner Entbindung hat mich die Sache zeimlich beunruhigt und ich habe meine Frauenärztin darauf angesprochen.Sie schlug einen Bluttest vor,bei dem dann letzendlich eine Gerinnungsstörung bei mir Festgestellt wurde.Und zwar Faktor V Mutation Heterozygot. Wir haben uns beschlossen nächstes Jahr noch einen Baby zu bekommen.Muss ich jetzt wegen meiner Krankheit nochmal mit einer Frühgeburt gar Fehlgeburt rechnen.Muss ich außer der Täglichen Heparinspritze auf sonst etwas achten?? Und muss ich bis zu Ende meiner Schwangeschaft Heparin spritzen??? Mfg Yasemin und schönen dank
Hallo, 1. die Häufigkeit der vorzeitigen Lösung der normal angelegten Plazenta(=Abruptio placentae) wird in der Literatur zwischen 0,3 bis 1% angegeben. In der bayerischen Perinatalerhebung von 1996 betrug sie 0,5%. Sie ist eine gefährliche Komplikation sowohl für die Mutter als auch für das Kind. Ihre Ursache besteht am häufigsten in Gefäßveränderungen im Bereich der Insertionsstelle der Plazenta (Mutterkuchen), die im Rahmen einer EPH-Gestose auftreten. Im Bereich der Spiralarterien kommt es zur Gefäßruptur mit Bildung eines retroplazentaren Hämatoms (Bluterguss hinter dem Mutterkuchen). Wichtig in dem Zusammenhang ist der schon in den 80iger Jahren beschriebene Zusammenhang, dass Raucherinnen ein höheres Risiko für eine nicht reguläre Anlage der Plazenta (Plazenta praevia) haben und wenn Frauen mit dem Rauchen aufhören, haben sie ein um 23% niedrigeres Risiko für eine vorzeitige Plazentalösung und ein um über 30% niedrigeres Risiko für eine Plazenta praevia. Das Wiederholungsrisiko wird in der Literatur mit Werten zwischen 4,4 % und 12 % angegeben. Als assoziierte Risikofaktoren werden ein vorzeitiger Blasensprung, intrauerine Wachstumsretardierung (Wachstumsminderung) und ein schwangerschaftsbedingter hoher Blutdruck gesehen. Für eine erneute Schwangerschaft ist es wichtig, dass die Betreuung bei einem Frauenarzt und eine Mitbetreuung und ENTBINDUNG in einer Frauenklinik geschieht. Die individuelle Betreuung und weitere Einzelheiten sollen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Frauenarzt/ärztin besprechen. 2. diese Mutation (ein Austausch eines Eiweißes) in einem wichtigen Gerinnungsfaktor des Blutes wird auch als Faktor V-Mangel oder APC-Resistenz bezeichnet und sie kommt einer angeborenen Thromboseneigung gleich. Hierdurch kann eine körpereigener Hemmstoff der Gerinnung (das aktivierte Protein C = APC) nicht mehr ausreichend am Faktor V binden und dies führt so zu einer verstärkten Gerinnbarkeit des Blutes. Die Störung liegt auf dem Chromosom (Teil der Erbanlage) Nr. 1. Da alle Chromosomen beim Menschen in doppelter Form vorliegen, kann entweder nur ein Chromosom betroffen sein (heterozygoter Träger) oder beide Chromosomen (homozygoter Träger). In gewissen Situationen (Pille, Schwangerschaft) kann diese Störung eine besondere Bedeutung gewinnen, als nämlich hiermit ein erhöhtes Thromboserisiko verbunden ist. Unter Berücksichtigung einer solchen Gerinnungsstörung wäre dann in Anlehnung an die Empfehlungen der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) zu erörtern, ob und ab wann man der Schwangeren, neben Kompressionsstrümpfen auch einen so genanten "Blutverdünner" (niedermolekulares Heparin) verordnet, um das Thrombose- und Embolierisiko zu minimieren. Dazu würde dann ggf. auch der Zeitraum des Wochenbettes (etwa 6 Wochen nach der Entbindung) gehören. Meines Wissens - bitte dieses aber nochmals vor Ort individuell besprechen! - bietet der alleinige, heterozygote Defekt ohne Thrombose in der Vorgeschichte ein niedriges Risiko nach der Klassifikation: Man würde aber einen Blutverdünner für die Zeit des Wochenbettes empfehlen. Heterozygote Merkmalsträger weisen ein ca. 5 -10fach erhöhtes Thromboembolierisiko auf, homozygote Merkmalsträger ein 80 - 100faches Risiko. VB
Mitglied inaktiv
Hallo yasemin! Habe das gleiche Problem wie Du. Bin zur Zeit schwanger mit dem 2 Kind. Wichtig ist das Heparin und aber auch Trombosestrümphe ab einer bestimmten Woche.Aber da gibt es auch richtige Spezialisten die die auch aufklären können Gruß conci
Mitglied inaktiv
Hallo conci, wi lange habt ihr mit dem zweiten Kind gewartet? Und wie hast du Entbunden bzw.welche Probleme hattest du in deiner ssw. Lg
Mitglied inaktiv
Hallo yasemin! Mein erster Sohn ist 4 1/2 Jahre! Wir wollten erst auch kein 2 Kind, hatten uns aber dann doch anders entschieden und es hat auch gleich geklappt! Ich hatte in der 1 SS nur zum Schluß einen erhöhten Blutdruck, bekam auch Medikamente und habe auch normal entbunden. Die Heparinspritzen mußte ich auch noch bis 6 Wochen danach spritzen! In der SS habe ich erhöhte Herzfrequenzen, aber ob das mit dem Faktor V Leiden zusammen hängt, glaube ich nicht! Gruß conci
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