Frage im Expertenforum Schwangerschaftsberatung an Dr. med. Vincenzo Bluni:

Risiken bei erneuter SS?

Frage: Risiken bei erneuter SS?

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Lieber Dr. Bluni, mein Mann und ich überlegen ob wir noch ein drittes Baby möchten. Abhalten tun mich drei Dinge: Ich habe eine BS-Protrusion L4-L5 und frage mich welche Risiken eine erneute Ss mit sich trät. Ausserdem habe ich ziemlich viel an Allergien, so dass ich oft auf Ceterizin angewiesen bin aber das darf ich in einer Ss doch nicht nehmen.Seit der zweiten Geburt (vor einem Jahr) habe ich das Gefühl die Allergien sind schlimmer geworden. Vor allem der Juckreiz. Daher habe ich Angst dass ich in einer erneuten Ss wieder etwas nehmen muss und dem Kind vielleicht schade. Das dritte ist dass ich bei beiden Geburten einen Dammriss zweiten Grades hatte. Wie sieht das aus bei einer erneuten Geburt? Sprechen diese Gründe eher gegen ein weiteres Baby? Vielen Dank im Vorraus für Ihre Antwort! Einen schönen Tag wünscht Mumpelrobbie


Dr. med. Vincenzo Bluni

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Hallo, alle drei von Ihnen angesprochenen Dinge stellen keinen Grund dar, von einer Schwangerschaft abzuraten. Beim BAndscheibenvorfall ist immer zu fragen, wie die akute Symptomatik und Einschätzung des Orthopäden aussieht. Sicher kann sich hier auch mal in einer Schwangerschaft eine Verschlechterung einstellen. In der Schwangerschaft können bei Heuschnupfen die meisten Antihistaminika bedenkenlos angewandt werden, insbesondere inhalative Präparate, die Cromoglicinsäure enthalten. Diese Substanz wirkt überwiegend lokal und zeigt kein erhöhtes Risiko für teratogene Schäden. Neben den inhalativen Substanzen können Sie selbstverständlich auch Augen- oder Nasentropfen anwenden. Die Antihistaminika dürfen also zur Behandlung allergischer Erkrankungen, als Mittel gegen Schwangerschaftserbrechen und auch als Schlafmittel eingesetzt werden. Falls Kortikoide erforderlich sind, empfiehlt sich hier ebenfalls die inhalative Gabe wegen der wesentlich geringeren systemischen Wirkung. Die besten Erfahrungen liegen für Sprays vor, die Budesonid enthalten. Bei Orientierung an die Dosierungen kann man auch mit einer Langzeitmedikation keinen Schaden anrichten. Bei den Antihistaminika ist die Gabe von Terfenadin erst im zweiten Schwangerschaftsdrittel erlaubt, weil dann die Organbildung abgeschlossen ist. Die sog. Betamimetika z.B. Sultanol, Berotec, Bronchospasmin oder Bricanyl sind ebenfalls gut erprobt. Sie lösen die Verkrampfung der Bronchialschleimhaut . Bei Asthma-Symptomen kann man auch Prednisolon geben, weil es nur zu 10-20 Prozent über die Placenta auf den Feten übergeht. 3.auch wenn die Ängste vor/nach einem derartigen traumatischen Ereignis verständlich sind, so ist es nicht selbstverständlich, dass in jedem Fall (wieder) ein Schnitt notwendig wird oder dass das Gewebe reißt. In dieser Situation ist Ihnen zu empfehlen, schon im Vorfeld mit der Entbindungsabteilung über Ihre Ängste und das mögliche Vorgehen unter der Geburt sprechen, insbesondere, dass darauf geachtet wird, dass bei Notwendigkeit zum Nähen auch die entsprechende Betäubung vorliegt. Zu der Frage, ob Dammschnitt oder Dammriss besser für die Heilung sind, kann ich folgendes sagen: Mittlerweile belegen viele Studien, dass eine Zurückhaltung gegenüber einem Dammschnitt in der Lage ist, vielerlei Komplikationen, die dadurch bedingt sind (auch Dammrisse 3. + 4. Grades) zu verhindern. Auch, wenn es heute immer noch viele Vertreter gibt, die vom Gegenteil überzeugt sind. Wenn möglich, sollte nach meiner Meinung ein Dammschnitt vermieden werden und ein guter Dammschutz ist besonders wichtig.. Sinvollerweise erkundigen. Sie sich über das Vorgehen in Ihrer Entbindungsklinik Nicht zuletzt, um etwaige Probleme zu verhindern. Aber jeder Geburtshelfer weiß: es klappt nicht immer, einen Dammschnitt oder Dammriss zu vermeiden. Bei größeren Rissen, ist es dann wahre Herausforderung für den Geburtshelfer, dieses in einer langen Prozedur zu nähen und für die Frau, sich damit auseinanderzusetzen. VB


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