Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Bluni, ich bin jetzt in der SSW (8+1) und sehr, sehr glücklich über meine Schwangerschaft. Da ich im Januar diesen Jahres bereits eine Fehlgeburt in der 9. SSW hatte, habe ich natürlich jetzt große Angst, dass dies wieder passieren könnte. Eine Woche vor meinem Abgang hat mein Arzt im Ultraschall bereits den Herzschlag sehen können. Er sagte aber auch zu mir, dass mein Baby für die damals 8. Woche zu klein wäre. Als ich dann eine Woche später Blutungen hatte, wurde festegestellt, dass auch der Herzschlag ausgesetzt hatte und das Baby einfach nicht weitergewachsen ist. 1 Tag später hatte ich einen Abgang. Und jetzt hatte ich vor einer Woche (7+1) meine erste Untersuchung nach Feststellung der Schwangerschaft. Im Ultraschall hat man gesehen, dass die Fruchtblase gewachsen ist, aber man kann innerhalb dieser nur andeutungsweise etwas erkennen. Das Ultraschall hat also wiederum nur 5. Woche errechnet. Mein Arzt war nicht besorgt und sagte, dass sich wahrscheinlich der Eisprung verschoben hätte. Laut meinen Berechnungen kann dies aber eigentlich nicht sein. Kann das sein, dass mein Baby sehr langsam wächst? Oder ist das schon ein schlechtes Zeichen? Kann ich meinem Arzt mit dieser Aussage vertrauen oder soll ich mich zusätzlich von einem anderen Arzt untersuchen lassen? Ich möchte nichts falsch machen und wäre sehr dankbar, wenn Sie mir einen Rat geben könnten. Danke von MONI
liebe Moni, 1. es ist ein nicht ungewöhnlicher Vorgang, daß manche Frauen erst ein oder zwei Fehlgeburten haben oder zwischendurch eine Schwangerschaft austragen, bevor eine sich dann (wieder) ein intakte Schwangerschaft entwickelt. Die Wahrscheinlichkeit eines positiven Verlaufes nach einer Fehlgeburt liegt aber bei etwa 85-90%! Nach der vollendeten 6. SSW ist das Fehlgeburtsrisiko so in etwa bei 12% und nach der vollendeten 12. SSW nur noch bei etwa 4%. Bei unauffälligem Verlauf der Schwangerschaft kann die Frau deshalb beruhigt sein und sollte bei etwaigen Ängsten mit ihrem behandelnden Frauenarzt oder Frauenärztin zu sprechen, der/die ihr diese dann sicher nehmen kann. Es gibt sicher keine absolute Garantie für einen positiven Verlauf. Eine gewisse Restunsicherheit besteht verständlicherweise für alle Schwangeren während der Zeit, in der nicht untersucht wird. Es gibt aber keine konkreten subjektiven Hinweise (mal von Blutungen, Schmerzen oder vorzeitiger Wehen abgesehen), die einem zeigen, dass vielleicht etwas nicht, wie erwünscht, verläuft.. Hier ist der Schwangeren zu empfehlen, sich bei Beschwerdefreiheit auf die aktuellen Untersuchungsbefunde zu verlassen und davon auszugehen, es mit der Schwangerschaft wohl auch in dem folgenden Intervall gut gehen wird. Bei etwaigen Beschwerden sollte die Frau sich vertrauensvoll an ihren behandelnden Arzt oder Hebamme wenden. Und: jede Schwangerschaft ist sicher einzigartig und kann individuell auch ganz anders verlaufen, bzw. von anderen Symptomen begleitet sein. Und dies selbst, wenn es schon vorher die ein oder andere Schwangerschaft gab und sie ganz anders verlief. Die Anwesenheit/Intensität eventueller, schwangerschaftstypischer Beschwerden hat nur selten eine klinische Bedeutung für den Zustand der Schwangerschaft. 2.unabhängig von den Angaben der Schwangeren hinsichtlich Datum der letzten Regel oder vom vermeintlichen Termin der Befruchtung berechnet immer noch der frühe Ultraschall das Schwangerschaftsalter und den Entbindungstermin am genauesten. Und so kommt es recht häufig vor, dass dadurch, dass er Zyklus etwas unregelmäßig war, der Eisprung früher oder später eintrat oder die Schwangerschaft einfach etwas jünger/älter ist, als erwartet und man deshalb in der frühen Schwangerschaft eine Korrektur des Schwangerschaftsalters vornehmen muss. Das kann dazu führen, dass sich im Ultraschall weniger oder mehr sieht, als man vielleicht erwarten würde. In den wohl meisten Fällen kann man hier aber bei gewissen Abweichungen beruhigen, auch wenn man manchmal erst noch eine zusätzliche Kontrolle per Ultraschall durchführen muss und ggf. das Schwangerschaftshormon HCG im Verlauf kontrollieren wird. Deshalb ist eine Terminkorrektur in der Frühschwangerschaft die ersten 3-4 Monate ein häufiger und nicht ungewöhnlicher Vorgang. Hiervon sind dann frühe Wachstumsminderungen / Retardierungen zu unterscheiden, die allerdings schon eine Bedeutung in dem Sinne haben, als dass Sie ein Hinweis auf ein Störung oder einen nicht regulären Verlauf sein könnten. VB
Mitglied inaktiv
Liebe Moni, als ich Dein posting sah, habe ich meinen Augen nicht getraut. Alles was Du schreibst, hätte von mir stammen können und zwar Wort für Wort. Leider habe ich alles genauso erlebt wie Du und hatte somit 2 FG (11. + 9. SSW) im letzten Jahr. Ich kann Dich sehr gut verstehen und möchte Dir so gerne Mut machen. Ich bin wahrscheinlich auch wieder schwanger (weiß es noch nicht 100%ig) und habe natürlich auch unheimlich Angst vor einer erneuten FG. Mein FA war damals auch nicht beunruhigt und sagte auch, dass es wahrscheinlich jünger wäre. Es konnte auch bei mir nicht sein, da ich Temp. gemessen habe und LH-Tests machte. Ich bin damals, bei der 2. SS, auch noch zu einem anderen FA gegangen. Ich wusste nicht mehr, ob ich meinem vertrauen konnte. Der andere FA hat mir dann ganz direkt gesagt, dass es zu klein sei oder eben jünger. Ich war total geschockt. Einerseits wollte ich alles ganz genau wissen, andererseits war die Aussage meines FA hoffnungsvoller. Im Nachhinein würde ich erneut einen weiteren Arzt aufsuchen (nur einen anderen als damals). Es muss aber nicht so enden wie bei mir, also gebe bitte die Hoffnung nicht auf. Ich wünsche Dir viel Kraft, Hoffnung und eine gut verlaufende SS. Alles Liebe Bea
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