maikeks
Hallo, unsere 1-jährige Tochter bekommt derzeit folgenden Ernährungsplan: ca. 7 Uhr 230 ml Pre-Milch ca. 9 Uhr Brot mit Frischkäse, Fruchtaufstrich, Butter, Gurke, Obst o.Ä. ca. 12 Uhr Gemüsebrei oder auch mal Gemüsebratlinge o.Ä. (probiere viel aus - bislang hat sie alles angenommen) ca. 15 Uhr GOB, auch mal Kinder-Pfannkuchen, selbstgebackene Kinderkekse etc. ca. 18:30 Uhr Milchbrei mit Obst Sie hat erst einen halben Zahn, kann aber "feste" Nahrung bzw. Fingerfood in kleinen Sücken ganz gut essen. Nun habe ich mehrere Fragen: Momentan fühlen wir uns mit dem Morgenfläschchen noch sehr wohl. Wie lange kann ich es ihr noch geben. Kann ich hier auf Vollmilch umsteigen (sie bekommt abends schon länger Vollmilch im Brei), und wenn ja, warm oder auch kalt? Wie viel Milch (-produkte) pro Tag kann/soll sie bekommen (ggf. inklusive Pre)? Ist der Plan so noch okay? Ich habe noch die Vorstellung, auf weitere Zähne zu warten, bis ich ihr mehr und mehr Familienernährung anbiete. Haben Sie eine Empfehlung? Ab wann ist Tiefkühlspinat okay? Ein großes Problem ist das Trinken. Sie bekommt Wasser oder Tee. Leider kommt sie in der Regel nicht auf 200 ml. Ist das bedenklich? Wie können wir sie dazu animieren, mehr zu trinken? Soweit erst einmal. Vielen Dank vorab.
Hallo maikeks mach dir mal wegen der Trinkmenge keinen Kopf. Je mehr feste und vor allem je mehr Familienkost (hat höheren Salzgehalt) deine Kleine isst, desto mehr wird sie trinken. Momentan reicht ihr die Flüssigkeitszufuhr durch Milch und Brei, Gemüse/Obst noch aus. Erlaubt ist in der Familienkost jetzt eigentlich fast alles*. Der Organismus ist bei gesunden Kindern so weit ausgereift, dass die meisten Speisen gut vertragen werden. Bereite deiner Tochter das Essen jetzt so zu, dass sie es gut essen, kauen und schlucken kann. Weiche, mit dem Gaumen gut zerdrückbare Speisen sind gut geeignet. Harte kleine Stückchen solltet ihr dagegen unbedingt noch meiden. Es geht bei der Einführung zur Familienkost zunächst vor allem darum, gemeinsame Mahlzeiten am gedeckten Tisch zusammen einzunehmen. Das gemeinsame Mahl inspiriert zum Nachahmen. Davon profitieren die Kleinsten stark. Schaffe ganz viel Routine und achte vermehrt auf das Erlebnis der gemeinsamen Mahlzeit. Essen ist mehr als nur das Stillen von Hunger. Es sind auch kulturelle Erfahrungen, die sich durch Erfahrungen am Esstisch einprägen. Essen ist ein Erlebnis, das mit allen Sinnen erfahren werden sollte. Ein reichhaltig gedeckter Esstisch weckt die Neugier deines Kindes und fördert damit das soziale Lernen. Das sog. soziale Lernen basiert auf dem Nachahmungsinstinkt. Je mehr eure Tochter bei euch Großen sieht, was und wie ihr esst, desto mehr möchte sie das auch. Serviere auch den Brei stets auf einem Teller/Schüssel. Lass deine Kleine auch schon ganz viel selbständig essen. Dadurch wird die Feinmotorik gefördert und dein Kind kann das Essen aktiv mitgestalten. Sie kann neues Essen kennenlernen. Essen und Spiel sind in dem Alter stark miteinander verwoben. Biete das Gros der Speisen noch so an, wie sie es am besten essen kann: breiig, matschig, sossig? Zerdrücke das Familiensssen vor ihren Augen, so kann sie die Speise in ihrem Ursprungszustand sehen. Das macht Appetit. Denn Familienkost ist Erlebnis! Lass dein Kind riechen, kosten, matschen, picken, kosten, kauen, lecken, abbeissen, bei dir mitessen, u.v.m. Und jetzt noch zu deinen einzelnen Fragen: " Pre-Milchfläschchen - Wie lange kann ich es ihr noch geben. Kann ich hier auf Vollmilch umsteigen (sie bekommt abends schon länger Vollmilch im Brei), und wenn ja, warm oder auch kalt?" du kannst morgens zum Frühstück entweder auf eine Portion Kuhmilch als Trinkmilch aus einer Tasse umsteigen oder noch ein kurze Weile die gewohnte Pre-Milch aus der Flasche geben. Die Milch sollte für die besser Akzeptanz mindestens Zimmertemperatur (entweder in der Mikrowelle oder auf dem Herd erwärmen) haben. "Wie viel Milch (-produkte) pro Tag kann/soll sie bekommen (ggf. inklusive Pre)?" Am Tag werden für 1-jährige ca 300 ml Milch (inklusive Milchprodukte wie Käse, Joghurt) empfohlen. Kuhmilch sollte man besten aus Tassen/Trinkbechern gegeben werden, damit sich die Kleinen an kleinere Trinkmengen gewöhnen. Eine andere Möglichkeit ist es, die Kuhmilch mit Wasser zu verdünnen und den Nuckelaufsatz durch einen Schnabelaufsatz zu ersetzen. Pre-Milch ist in der Nährstoffzusammensetzung an die Bedürfnisse des Säuglings angepasst (Wachstum) und für 1-jährige nun nicht mehr optimal geeignet. Wenn du weiterhin eine Spezialmilch geben magst, kanns du auf Kindermilch umsteigen. Normale Kuhmilch (1,5% - 3,8% Fettgehalt) ist vollkommen ausreichend und gut geeignet. Die empfohlene Tagesmenge bitte ungefähr einhalten. "Ab wann ist Tiefkühlspinat okay?" Einmal die Woche ist TK-Spinat eine gute Bereicherung des Speiseplanes. Grüße B.Neuman *Der Verzicht auf Kaffee, Cola, zu viele Fertiggerichte (Fertigpizza und Co) sowie Alkohol versteht sich von selbst...Betreffs Rohmilchkäse (und Listeriengefahr i.A., sowie Toxoplasmose, Salmonellen) ist es ähnlich wie bei Schwangeren - Kinder sind kleiner und dadurch schneller anfällig, und ihr Immunsystem ist noch nicht gut ausgereift. Nicht jeder Rohmilchkäse hat Listerien - die Wahrscheinlich ist hierbei nur höher. Vorsicht auch bei Rohkost - diese immer super gut waschen, waschen, waschen! Wenn du Rohmilchkäse durcherhitzt, besteht keine Gefahr mehr und dein Kind kann mitessen. Bei Weichkäse wie Brie oder Camembert kannst du die Rinde wegschneiden, dann verringerst du das Risiko enorm. Listerien wachsen nicht ins Käseinnere. Rohmilch-Hartkäse wie Emmentaler ist auch nicht so dramatisch. Hartkäse hat nur noch einen geringen Wasseranteil und dadurch eine schlechte Lebensbedingung für Mikroorganismen. Fischgerichte (auch bei Filet) immer genau auf Gräten prüfen. Fischstäbchen (können nach dem Garen von der Panade befreit werden) sind i.d.R. aber grätenfrei und eignen sich deshalb besonders gut. Hirse, Quinoa und Amaranth sollten regelmäßig und in größeren Mengen besser erst ab dem 3. Lj auf den Tisch kommen. Kleine Mengen und das mal ab und zu sind kein Problem. Ausnahme: (Baby-)Hirseflocken. Vorsicht auch bei kleinen Kernchen bei Himbeeren und Johannisbeeren (bei Marmelade drauf achten) - möglichst entfernen. Saaten gelten ebenso am Anfang asl weniger gut geeignet, wie Nüsse. Und auchLeinsamen ist in größeren Mengen weniger gut geeignet..Hierbei geht es um das enorme Quellvermögen, was für den kleinen Darm schnell zu groß sein kann. Zwiebel, Knoblauch sind individuell unterschiedlich verträglich und deshalb gibt es keine Empfehlung :-) Wer schon durch Fruchtwasser und Muttermilch darauf "geeicht" ist, verträgt das meist problemlos. Empfindliche Babys haben damit eher ihre Schwierigkeiten. Wenn du bei etwas unsicher bist, dann gib deinem Kind erst mal nur wenig davon und nicht täglich. Chili besser auch noch meiden. Fertiggerichte sind häufig sehr würzig und deshalb nicht optimal. Beim Selberkochen kannst du einfach etwas weniger salzen, dann passt das. Das Essen sollte im 2.Lj nicht übertrieben salzarm sein - aber auch nicht zu salzig. In reichlich Fett gebratene Speisen sind etwas schwerer verdaulich, weshalb sie für die Kleinsten abends weniger gut bekömmlich sind. Besonders Fleisch sollte deshalb schonend gebraten werden. Sonst gibt es kaum Einschränkungen. Erlaubt ist, was nicht ausdrücklich verboten.
maikeks
Danke!!!
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