Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Rüdiger Moltrecht:

Zyklus nach natürlicher Fehlgeburt, Schmierblutungen

Frage: Zyklus nach natürlicher Fehlgeburt, Schmierblutungen

Jule489

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Sehr geehrter Herr Dr. Moltrecht,  bisher war ich immer nur stille Mitleserin in diesen Foren, jetzt habe ich aber das Bedürfnis, mal selbst eine Frage zu stellen. Kurz zu meiner Vorgeschichte: Ich habe meine Pille im Februar 2023 abgesetzt, meine erste Periode nach dem Absetzen habe ich nach 7 Monaten bekommen. Daraufhin habe ich mit Mönchspfeffer (Agnus Castus) angefangen, danach waren die Zyklen auch noch recht lang, 60 Tage, 43 Tage, 39 Tage, es ging aber immerhin in die richtige Richtung. Plötzlich wurden die Zyklen wieder länger, momentan bin ich bei etwa 50 Tagen. Ich weiß nicht genau, ob es am Mönchspfeffer liegt, ich werde diesen jetzt aber mal absetzen bzw. pausieren und meinem Körper die Chance geben, das selbst hinzubekommen.  Anfang Juni 2024 hatte ich meinen ersten positiven Schwangerschaftstest, leider hatte ich bereits kurz darauf, in der 6. SSW, eine Fehlgeburt (10.06./11.06.2024) Mein Körper hat diese selbst eingeleitet, ich hatte nachts plötzlich starke Unterleibsschmerzen / Krämpfe und am nächsten Morgen dann Blutungen. Die Blutungen hielten ein paar Tage an, nach etwa einer Woche war jedoch alles vorbei, zumindest körperlich. Auch der hCG-Wert war bei null, die Temperatur (ich wende die NFP-Methode an) ist auch recht schnell danach wieder gesunken, von der Frauenärztin kam das "Go", dass wir es wieder versuchen können.  So wie mir das meine Frauenärztin geschildert hat, habe ich damit gerechnet, dass ich als nächstes einen Eisprung bekomme und dann erst wieder meine Periode. Am 15.07.2024 hat dann der Ovulationstest einen LH-Anstieg angezeigt, ich verwende die Clearblue Fortschrittlich & Digital - Tests und hatte einen durchgehenden Smiley. Ich bin dann davon ausgegangen, dass zeitnah auch meine Temperatur ansteigt, das war jedoch nicht der Fall. Letztes Mal hatte ich das auch schon, dass zwischen LH-Anstieg laut Test und Temperaturanstieg etwa eine Woche dazwischen lag. Aber bis heute kein Temperaturanstieg, ich gehe also davon aus, dass der Test entweder fehlerhaft war oder das LH nicht ausgereicht hat, um den Eisprung auszulösen und ich gar keinen hatte. Stattdessen habe ich jedoch seit dem 18.07.2024 Schmierblutungen. Am Anfang etwas schleimig, seitdem einfach bräunlich und anfangs auch mit etwas Gebärmutterschleimhaut. Das geht jetzt also schon seit 7 Tagen so. Die Schmierblutung ist sehr schwach, aber eben vorhanden.  Ohne den Ovulationstest hätte ich vermutet, dass ich bald meine Periode bekomme und davor eben sehr lange Schmierblutungen habe. Mit dem Ovulationstest kann ich es aber irgendwie nicht richtig einsortieren. Außerdem wird die Blutung bis heute nicht stärker, es geht also nicht wirklich in Richtung Periode.  Haben Sie eine Idee, was grad los sein könnte? Ist mein Zyklus durch die Fehlgeburt noch so durcheinander, dass ich keinen Eisprung bekommen habe? Sollten mir die Schmierblutungen Sorgen machen? Evtl. ein Progesteronmangel, der vielleicht ja auch Grund für die Fehlgeburt war?  Brauche ich einfach noch etwas Geduld? Ich wünsche mir so sehr, dass ich bald wieder einen positiven Test in den Händen halte, möchte dann aber auch sicher sein, dass zumindest körperlich einer anhaltenden Schwangerschaft nichts im Wege steht.  Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir antworten würden. Vielleicht können Sie etwas Licht ins Dunkel bringen.  Vielen Dank!  Liebe Grüße  


Dr. Rüdiger Moltrecht

Dr. Rüdiger Moltrecht

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Hallo Jule, somit lag eine biochemische Schwangerschaft vor. Möglicherweise liegt doch eine Follilkelreifungsstörung vor - und ich sehe hier keinen Zusammenhang zu der bioch. SS. Somit wäre ein Zyklusmonitoring mit Hormonanalysen in den entsprechenden Zyklusphasen sinnvoll. VG


Jule489

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Hallo Herr Dr. Moltrecht, vielen Dank für die schnelle Antwort. Mir wurden bereits letztes Jahr im Juli Blut abgenommen, nachdem ich meine Periode so lange nicht bekommen habe nach dem Pille absetzen. Laut Hormonanalyse:  "Ursache der Amenorrhoe nach Absetzen des Kontrazeptivums ist in Hinblick auf das unauffällige Hormonbild eine zentrale Regulationsstörung der Follikelreifung - Clomifen ist Therapie der Wahl".  Damals wollten wir aber einfach erstmal abwarten und schauen, ob sich der Körper von selbst reguliert und sich der Zyklus einpendelt.  Was würde eine Follikelreifungsstörung bedeuten? Und welche Hormonwerte sollten dafür unbedingt analysiert werden?  Vielen herzlichen Dank!  Liebe Grüße, Jule


Dr. Rüdiger Moltrecht

Dr. Rüdiger Moltrecht

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Hallo Jule, dann hat sich ja bei der Hormonkontrolle dies bestätigt und - genau - Clomifen ist dann indiziert - dann müssen Hormone nun auch nicht zwingend nochmals gecheckt werden. VG


Jule489

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Hallo Dr. Moltrecht, ich würde die Hormone vielleicht trotzdem nochmal checken lassen, ist ja bereits ein Jahr her, möglicherweise hat sich etwas verändert. Kann die Follikelreifestörung auch Ursache der Fehlgeburt gewesen sein?  Kann ich die Clomifen-Behandlung bei meiner Frauenärztin durchführen lassen oder sollte man dafür lieber direkt in eine Kinderwunschklinik gehen? Was würden Sie mir hier empfehlen?  Vielen herzlichen Dank für Ihre Hilfe! Viele Grüße, Jule


Dr. Rüdiger Moltrecht

Dr. Rüdiger Moltrecht

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Guten Morgen, sollte ein Gelbkörperschwäche vorgelegen haben, hätte dies eine Fehlgeburt begünstigen können. Clomifen-Behandlung kann durch Ihre Frauenärztin erfolgen. VG


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