Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Prof. Dr. med. H. W. Michelmann:

Spermiogramm

Frage: Spermiogramm

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Hallo Herr Prof. Dr. H. W. Michelmann, ich versuche mich kurz zu fassen. Ich lebe nun seit 2 Jahren und 4 Monaten in Italien. Im Mai 2004 sind es nun 2 Jahre indem ich (wir) versuche(n) schwanger zu werden, ohne Erfolg. Zuerst schob man es darauf, dass ich mich nun erst mal an die neue Umgebung gewoehnen muesse und ruhiger werden muesse, da ich ein Temperamentbuendel bin und bla bla bla....!!!! Aber nach einiger Zeit glaubte ich nicht mehr daran, dass dies der Grund sein koennte, da ich wesentlich ruhiger bin, als vor 2 Jahren, habe mich nun an mein Leben in Italien gewoehnt und es gefaellt mir. Beim Frauenarzt stellte man 2 Mal je 1 Zyste fest, die im darauffolgenden Monat jeweils wieder verschwunden war. Dies sei auch auf keinen Fall der Grund. Alle Hormonwerte sind total in Ordnung. Habe jeden Monat einen Eisprung, dies zeigen die Teststreifen an. Vorgestern wurde beim Frauenarzt ein Ultraschall gemacht, alles in Ordnung, keinerlei Zysten mehr da. Die Eierstoecke seien in Ordnung und auch die Gebaermutter habe die richtige Groesse. Mein Zyklus ist uebrigens superpuenktlich. Eileiterspiegelung kaeme erst nach einem Spermiogramm in Frage. Das Spermiogramm wurde im Dezember 2003 gemacht, was folgendermassen ausfiel: (hier steht natuerlich alles auf italienisch, versuche es so gut wie moeglich zu uebersetzen: Volumen: 1,7 ml PH: 7,8 Konsistenz: dickfluessig Spermien x ml: 140 Mio. Spermien total: 238 Mio. MAR_Test IgG: negativ MAR_Test IgA: negativ Spermien Typ A schnell: 0 Spermien Typ B normal: 28,6 Spermien Typ C sehr langsam: 35,7 Spermien Typ D unbeweglich: 35,7 Normalformen: 17 % Rundzellen: 3,5 Leukozyten: 10 % diese beiden Werte, weiss ich nicht zu uebersetzen, steht hier auf italienisch: forme patologiche: 83 % cell della spermatogenesi: 90 % Der Frauenarzt meinte vorgestern, dass es sehr, sehr, sehr, schwierig sei, auf einem normalen Weg schwanger zu werden. Es kaeme wohl eine IVF oder ICSI in Frage, waere allerdings mit sehr viel Untersuchungen, sehr viel Geld und mit 1,5 Jahren Wartezeit verbunden. Es gebe auch uebrigens keine Medikament fuer meinen fast-Ehemann, was die Spermien verschnellern koennte. Nun meine Fragen: 1.) Was sollen wir als naechstes tun? 2.) Was wuerde uns eine IVF in Deutschland kosten? 3.) Was wuerde uns eine ICSI in Deutschland kosten? Wir muessten wohl kompl. alles selbst zahlen, da wir natuerlich nicht in Deutschland krankenversichert sind. 4.) Gibt es ein Medikament, was Spermien verschnellert? 5.) Soll ich denn weiterhin jeden Monat den teuren Eisprungtest machen, oder hat es sowieso keinen Sinn? 6.) Gibt es in Deutschland auch so lange Wartezeiten? 7.) Soll mein Verlobter ein zweites Spermiogramm machen lassen? 8.) Kann er irgendetwas selbst tun, zur Verbesserung der Spermienqualitaet, sprich Vitamine.......?????? 9.) Liegt es am Ende doch eventuell an mir, dass ich eventuell keine durchlaessige Eileiter habe? 10.) Ist eigentlich ein superpuenktlicher Zyklus, total normale Hormonwerte und jeden Monat einen Eisprung kein Zeichen dafuer, dass die Eileiter auf jeden Fall offen sein muessten? Ich danke Ihnen herzlichst fuer ihre Geduld und ihre Antworten im voraus. GRAZIE Patricia


Prof. Dr. H. W. Michelmann

Prof. Dr. H. W. Michelmann

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Hallo Patricia, will mal so kurz wie möglich antworten. Zunächst einmal sollte ein zweites Spermiogramm gemacht werden. Wenn sich die Asthenozoospermie (schlechte Beweglichkeit) bestätigt, sollten sie erst einmal die Eileiterdurchgängigkeit prüfen lassen (das sog. Echovist-Verfahren; wird ambulant gemacht und geht relativ schnell). Das Zyklusverhalten gibt keine Aussage über die Eileiterdurchlässigkeit. Sind die Eileiter blockiert, kommt bei ihnen sicher nur eine ICSI in Frage. Je nach benötigter Hormonmenge zur Stimulation kostet diese in Deutschland etwa 3000 bis 4000 Euro. Es gibt aber auch in Italien sehr viele und sehr gute Kinderwunschzentren (die keine Wartezeit haben!!). Eine IVF würde ich bei der schlechten Spermatozoenbeweglichkeit nicht empfehlen. Ob bei ihrem Verlobten eine medikamentöse Therapie helfen würde, kann nur der behandelnde Androloge sagen (in den meisten Fällen ist dies nicht der Fall!). Bei durchgängigen Eileitern würde ich vor einer ICSI noch einige Inseminationszyklen durchführen lassen. Dies sollte aber nur nach hormoneller Stimulation und lückenloser Zyklusüberwachung mit Ultraschall und Hormonanalytik durchgeführt werden. Optimal wäre es, dies in einem Kinderwunschzentrum und nicht beim Gynäkologen machen zu lassen. Viel Glück!


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