Frage im Expertenforum Kinderwunsch an Dr. med. Friedrich Gagsteiger:

Eisprung rechts, Eileiterschwangerschaft links

Frage: Eisprung rechts, Eileiterschwangerschaft links

VivaLaVida88

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Lieber Dr. Gagsteiner, ich hätte folgende Frage zum Verständnis: Wie kann es möglich sein, dass man den Eisprung rechts hatte (nachgewiesen durch sichtbaren Gelbkörper, bei mehrmaligen Ultraschallkontrollen), die Eileiterschwangerschaft sich aber letztendlich im linken Eileiter manifestierte? Hat der linke Eileiter die Eizelle des rechten Eierstockes abgefangen, oder ist eher anzunehmen, dass die Eizelle durch den rechten Eileiter, durch die Gebärmutter (womöglich vergeblich auf der Suche nach einem passenden Plätzchen) in den linken Eileiter gewandert ist? Kann es sein, dass in den Eileitern bessere Bedingungen hinsichtlich Progesteron herrschen? Ich dachte die Einnistung wäre ein hochkomplizierter Kommunikationsprozess zwischen Endometrium und befruchteter Eizelle. Wie kann das überhaupt im Eileiter funktionieren? Herzlichsten Dank vorab für Ihre Antwort.  Liebe Grüße  VivaLaVida88


Dr. Friedrich Gagsteiger

Dr. Friedrich Gagsteiger

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Nach dem Eisprung wird die Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt und gelangt in die Bauchhöhle. Gelingt es dem Eileiter nicht, diese sofort aufzufangen, fällt sie mit der Flüssigkeit es Follikels in den Bauchraum. Die innere Struktur des Beckens einer Frau ähnelt einem Trichter, wobei Flüssigkeiten, einschließlich der Flüssigkeit des Follikels, in dem die Eizelle schwimmt, der Schwerkraft folgen und zum tiefsten Punkt absinken. Die Eileiter, die sehr beweglich sind, können aktiv die Eizelle "aufsammeln". Dies ist möglich, selbst wenn die Eizelle von dem gegenüberliegenden Eierstock stammt. Nach der Aufnahme durch den Eileiter findet normalerweise die Befruchtung statt. Der befruchtete Embryo entwickelt sich weiter und erreicht schließlich das Blastozystenstadium. Der Embryo schlüpft dann aus der umgebenden Hülle, der Zona pellucida, und wird somit für die Schleimhaut der Gebärmutter erkennbar.  Sollte es also zu einer Transportstörung kommen, etwa durch anatomische Besonderheiten oder funktionelle Störungen der Eileiter, kann der Embryo die Gebärmutter nicht rechtzeitig erreichen. In einem solchen Fall kann sich der Embryo in der Schleimhaut des Eileiters einnisten, was zu einer Eileiterschwangerschaft führt. Diese Situation ist medizinisch problematisch, da der Eileiter nicht für die Aufnahme und das Wachstum einer Schwangerschaft ausgelegt ist und dies zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann. Diese Reihenfolge der Ereignisse hilft zu verstehen, wie die biologischen und mechanischen Prozesse im Körper einer Frau interagieren können, was manchmal zu ungewöhnlichen und medizinisch herausfordernden Situationen führt.


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