LucKyStylZ
Hallo, ich habe eine Tochter, sie ist 3 1/2 Jahre alt. Sie ist sehr lebhaft und teilweise hektisch. Oft hat sie auch Wutausbrüche, wenn man "nein" sagt und wirft dann alles durch die Gegend. Im Kindergarten läuft es soweit gut, jedoch muss man sie immer mit einbeziehen, sonst ist sie nicht wirklich anwesend und kann nicht still sitzen. Jetzt kam mir der Gedanke an Ergotherapie. Damit sie vielleicht einfach etwas ruhiger und entspannter wird. Ich selbst war als Kind auch bei der Ergotherapie. Aber das hatte andere Gründe. Ich weiß nicht, ob Ergotherapie sinnvoll für meine Tochter wäre, deshalb suche ich nach Rat Vielen liebe Grüße
Hallo, bei lebhaften Kindern mit viel Bewegungsdrang ist im Alltag regelmässig Bewegung an der frischen Luft (Spielplatz, Waldspaziergang, Laufrad oder ähnliches fahren) plus 1x/Woche Kindersport von Vorteil. Sollte sie trotz dieser Maßnahmen Schwierigkeiten haben sich zu entspannen, sitzen zu bleiben, sich auf etwas zu konzentrieren (z.B. 10 min.ein Buch gemeinsam anschauen, ein Steckspiel machen, etc.), kann es schon sinnvoll sein sich bei einer auf Kinder spezialisiert weitergebildeten Ergopraxis beraten zu lassen, z.B.mit dynamischen Sitzmöglichkeiten, Regulationsstrategien, usw.. Dazu ist es sinnvoll einzuschätzen, ob durch das beschriebene Verhalten ein Leidensdruck im Alltag des Kindes entsteht (z.B.erschwerte Einnahme der Mahlzeiten durch starke Unruhe, Teilhabe am Morgenkreis in der Kita schwierig, Einschlafen am Abend erschwert, ein Spiel oder etwas basteln kann nicht beendet werden, etc.). Sollte kein Leidensdruck vorhanden sein, kann man in dem Alter auch noch warten, ob sich das gezeigte Verhalten konstant bis ins 4.LJ hinein hält oder mit der Zeit verbessert. Unterstützend ist ebenfalls alles, was die Körperwahrnehmung schult, denn viel Bewegungsdrang kann auch den Hintergrund haben, sich selbst gut spüren zu wollen. Also Körperspiele, Tauziehen, klettern, Igelballmassage, Massagespiele auf dem Rücken (Pizza, Kuchen backen auf dem Rücken), Ölmassagen, abrubbeln mit dem Handtuch nach baden/duschen, Creme einmassieren, Vibrationsmassagegerät, usw. Bei den Wutausbrüchen ist es ein Lernprozess, dass sie merkt ihren Willen nicht so durchsetzen zu können und gezeigt bekommt, was sie stattdessen mit ihrem Ärger tun kann, um ihn abzubauen mit Anleitung durch die Eltern (z.B.Antistressball drücken, ganz oft in einen Sitzsack reinhüpfen, auf der Stelle springen, die Hände fest kneten, ein Kissen stark knautschen, körperliche Aktivität um das Adrenalin wieder abzubauen, verbalisieren der Gefühle) - das wird mit zunehmendem Alter leichter. Dazu gibt es auch schöne Kinderbücher, z.B.in der Bibliothek. Alles Gute und schöne Feiertage mit leuchtenden Kinderaugen und Lichtern, Kristin Windisch