Regen100
Guten Tag, mein Kind 5 Jahre hat im Kindergarten Schwierigkeiten wegen seiner niedrigen Frustrationstoleranz. Außerdem lässt seine Arbeitshaltung zu wünschen übrig. Es zeigt deutlich, wenn es zu etwas keine Lust hat und macht das dann nicht. Die innere Einstellung fehlt. Auch bringt es Sachen oft nicht zu Ende, strengt sich zu wenig an. Ein weiterer Punkt ist, dass es im Morgenkreis abgelenkt ist und eher zurückhaltend. Es hört auch nicht immer zu, wenn die anderen Kinder (25!) sprechen, oder es Anweisungen gibt. Bei Übungen und anderen Gelegenheiten kann sich mein Kind sehr gut konzentrieren und ist aufmerksam. Es fällt jedoch auf, dass es sich oft nicht angesprochen fühlt, wenn Anweisungen an die ganze Gruppe kommen. Wie kann ich mein Kind in diesen Bereichen fördern, welche Übungen dazu können Sie mir empfehlen? Auch für zuhause? Danke!
Hallo, das klingt eher danach, das das Ausblenden von Störreizen/z.B. Umgebungsgeräusche/Ablenkungsfaktoren die Konzentration in der Gruppe erschweren. Da ist eine "Übung" zu Hause schwierig, da dort eher eine 1:1 Situation vorhanden ist mit weniger ablenkenden Umgebungsfaktoren. Es wäre zu empfehlen, falls eine Einschulung in diesem Jahr anstehen würde, eine Rückstellung in Betracht zu ziehen, um da noch mehr Entwicklungsspielraum für den Konzentrationsbereich fürs Kind zu lassen, um einen Schulstart zu erleichtern. Sollte die geteilte Aufmerksamkeit sich weiterhin auf Dauer auffällig zeigen, könnte ein ergotherapeutisches Gruppensetting, Konz.training in Gruppenform von Vorteil sein (z.B.Attentioner, Marburger Konzentrationstraining, usw.). Für die Frustrationstoleranz ist es wichtig, immer wieder die Motivation beim Beginnen/Fortsetzen von "Aufgaben"/Spielen zu loben statt ergebnisorientiert und das dem Kind auch am Ende des Spieles, einer Aufgabe als Rückmeldung zu geben. Das muss nicht nur verbal stattfinden (toll, dass du es nochmal probierst/weitermachst), sondern stärkt auch nonverbal (Blick/Aufmerksamkeit aufs Kind statt auf Blatt oder Spiel, lächelnd anschauen, aufmunternd zunicken, Hand auf die Schulter legen). Kinder holen sich viel Rückversicherung und Feedback über einen kurzen Blick während der Aufgabe/des Spieles zum Erwachsenen. Auch indirektes Lob wirkt positiv, so z.B. über "Durchhaltemomente" zu anderen über das Kind in dessen Anwesenheit sprechen (ich habe heute beim Kartenspiel gemerkt, dass "..." -Name des Kindes - weiter gespielt hat, obwohl ich gerade eine Karte gewonnen habe, das hat mich gefreut / Kind hat es gleich nochmal neu probiert, statt aufzugeben, etc. ) Alles Gute, Kristin Windisch