Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Woher diese Aufmerksamkeitssuche und was kann ich tun?

Frage: Woher diese Aufmerksamkeitssuche und was kann ich tun?

dreamteam468

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Alleinerziehend, LZ-Stillen, Umzug Aug, Kita 6 Std. Eingewöhnung gut. Schwieriges Temp, Schreikind, später viel Quengeln, unruhig. Problem jetzt: Sohn 2,6 Jahre sucht ständig durch Reden, Kommentieren, Fragen Aufmerksamkeit. Kontrolliert mich auch (Mama, nicht Haargummi anziehen). In der KITA spielt er ruhig, solange seine Bezugserz. nicht mit anderem Kind spielt. Tut sie dies, ist er sofort da, will "eigentlich" aber nichts. Gehe ich auf Spielplatz, will er auch ständig, dass ich mitmache, obwohl er vieles schon kann. Fiel früher auch anderen auf "Puh, der ist anstrengend", zumal er dann, wenn jemand kommt, auch sofort was anderes will. Zur Zeit besonders. Leider reagiere ich auch manchmal genervt, jedenfalls an den WE, wenn ich ständig mit ihm zusammen bin. Tut mir auch leid, aber bin selbst angeschlagen. Vor Ort noch keinen Babysitter gefunden, Oma Opa weit weg. Woher diese Aufmerksamkeitssuche und was kann ich tun? Vielen Dank für Ihre Arbeit.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, die Situation des Alleinerziehens ist eine Bürde. Das streitet niemand ab. Trotzdem können Sie an der Situation, wie Sie schreiben im Moment nichts ändern. Was fehlt, ist die Loslösung. Die Bindung erhält im Kind keine Relativierung oder Erweiterung auf eine zweite gleichwertig Bezugsperson. Da das Kind aber spürt, dass ihm da etwas fehlt, versucht es unter aggressiver Unterstützung aus der engen Bindung auszubrechen. Dafür sucht es dann neue Bezugspersonen, damit es dieses Wagnis nicht bereuen muss. so hängt sich Ihr Sohn jetzt an die Erzieherin in der Ki-ta, die aber sich nicht ausschließlich um ihn kümmern kann. Also erzwingt er ihre Aufmerksamkeit, in dem er sie belagert. Sie selbst sind jetzt nicht mehr nur (einzige) Hauptbezugsperson, sondern auch Spielpartnerersatz, denn Ihr Sohn braucht jetzt die Gruppe. Verständlich, dass Sie genervt reagieren, aber Ihr Sohn fühlt sich sofort abgelehnt und da Sie die einzige Bezugsprson sind, fühlt er sich in seinem Selbst bedroht. Dem wiederum versucht er zu begegnen, in dem er anfängt Sie zu steuern. Denn wenn er bestimmen kann, fühlt er sich mächtig und bekämpft damit seine eigentliche Ohnmacht. Vielleicht hilft es, wenn Sie dafür sorgen, dass Ihr Sohn Freunde bekommt. Dadurch bekommen auch Sie Kontakt zu anderen Müttern, so dann Sie mit der Zeit auf hilfe hoffen können. Sonst können Sie nur mit der Erzieherin reden und ihr die Situation erklären. Viele Grüße


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