elisabeth.die.erste
Hallo, unsere tochter (wird im juni 3) weint seit ca. 1 woche "auf knopfdruck", aber mit ankündigung. wenn es (wie immer) ins bett gehen soll, sie aber noch etwas spielen möchte, sagt sie: "doch, oder ich weine", was sie dann auch meistens umgehend macht (oskarreif!). oder sie sagt: "da werde ich ganz traurig und weine". bei solche alltäglichen sachen, wie zähneputzen, zubettgehen, anziehen, usw. Mein mann möchte es mit ihr ausdiskutieren, stösst aber schon nach kurzer zeit an seine grenzen. ich wäre der meinung, kurze erklärung und los (das ergebnis bei mir ist meistens gebrüll meiner tochter "blöde mami"). meine arbeitskollegen meinen wir würden einen riesigen affentanz um unsere tochter machen und hätten bereits jetzt einen mini-diktator. wir versuchen es mit liebe, geduld, zuwendung und erklärungen, aber das scheint wohl tatsächlich nicht der richtige weg zu sein?! was nun? mit freundlichen grüßen, sandra
Liebe Sandra, doch, das ist schon der richtige Weg. Aber man muss schon ein bisschen tiefer schürfen, um an die Hintergründe dieses Verhaltens Ihrer Tochter zu kommen. Was Sie schildern ist die übliche Auseinandersetzung zwischen Kinder und ihre Eltern zwischen dem eigenen Anspruch auf Bestimmungsmacht und dem elterliche Recht auf Entscheidungsmacht. Beide haben "Recht", aber beide Rechte vertragen sich nicht unbedingt. Also gibt es ab jetzt nur Kompromisse, die allerdings mangels Kompromissbereitschaft und -fähigkeit des Kindes nicht jedesmal im Einzelenen ausgehandelt werden können, sondern insgesamt ein vernünftiges Verhältnis einhalten müssen. Das heißt, in vielen Fällen darf das Kind seine Bestimmungsmacht behalten und wird dadurch selbstständig und selbstbewusst. Aber es gibt viele Situation, dass müssen Eltern ihre Entscheidungsmacht einsetzen und dann das Kind auch entsprechend überreden und überzeugen, notfalls durch eigene Konsequenz überzeugend wirken. Es ist ein Märchen, zu behaupten, alle Kinder würden dann in ein nicht mehr enden wollendes Wutgeheul ausbrechen. Im Gegenteil, selbstbewusste Kinder, die erfahren haben, dass ihre Eltern ihnen den gewünschten Respekt entgegenbringen, nehmen Entscheidungen ihrer Eltern viel bereitwilliger hin, selbst wenn diese manchmal unverständlich hart erscheinen. Den Affentanz und die Tyrannen erzeugt man selber dann, wenn man gedankenlos seinem Kind "Befehle erteilt" und ihm keinerlei Bestimmungsmacht lässt. Vor allem Kinder, die sich ohnmächtig fühlen, werden zu gefürchteten Rebellen. Viele Grüße
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