Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Wie oft sollte meine Tochter Ihren Vater sehen damit die Loslösung gut verläuft?

Frage: Wie oft sollte meine Tochter Ihren Vater sehen damit die Loslösung gut verläuft?

anna_b

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Sehr geehrter Dr. Posth, ich mach mir zZ viele Gedanken zur Bindung meiner To (fast 11 M). Sind folgende Eindrücke Anzeichen für unsichere Bindung? In neuen Situationen erkundet Sie sofort, geht auch in andere Räume, guckt nur manchmal, ob ich da bin. Wenn sie allerdings sieht, dass ich gehe, zB. die Tür zu mache, weint sie. Aber sie geht zu Fremden hin, lässt sich auch oft von diesen auf den Arm nehmen. Ist sie bei mir, kuschelt sie sich an, wenn sie Fremde ansprechen. Das gleiche Verhalten zeigt sie aber auch, wenn sie bei anderen auf dem Arm ist, auch wenn sie die kaum kennt. Sie lässt sich beim wehtun oft schwer trösten, wirkt wütend+zappelig. Zz ist sie anhänglich, kann kaum das Zimmer verlassen. Noch eine Frage zur LL: Wie oft muss sie den Vater sehn damit LL gut verläuft? Ich bin seit 3. LM ae, den Vater sieht sie 1x die Woche für einen halben Tag. Nach seinen Aussagen klappt das immer ganz gut. Habe trotzdem Bauchschmerzen, weil ich nicht weiß, wie das alles weitergehen soll


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, Ihre Tochter tritt jetzt erst langsam ein in die Loslösungphase. Daher der schnelle Wechsel von explorierendem Verhalten und Rückzug zur primären Bezugsperson. Das Kind will jetzt etwas unternehmen und die Lebensumgebung kennenlernen, kann sich aber emotional noch nicht leisten, dabei auf den Mutterkontakt zu verzichten. also kommt ständig die Rückversicherung. Gelingt die nicht, bekommt das Kind Angst und weint. Dass sich Ihre Tochter auch von fremden Menschen auf den Arm nehmen und beruhigen lässt, hat wohl eher etwas mit ihrem sehr zutraulichen Wesen zu tun. Sie fremdelt offenbar nicht so stark und/oder lässt sich stark von spontanen Sympathien leiten. Das ist alles zunächst einmal in Ordnung. Wieviel Vater ein Kind benötigt, um sich sicher loszulösen, ist nicht messbar. Aber je häufiger und intensiver der Kontakt ist, desto besser gelingt die Loslösung. 1x/ Woche sehen ist sicher zu wenig. Trotzdem hat man den Eindruck, als spürten die Kinder, dass dieser Mann ihr richtiger Vater sei. Sind aber konkurrierende Betreuungspersonen aktiv, werden die dann oft vom Kind als alternatives Loslösungsvorbild genommen. Viele Grüße


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