Mitglied inaktiv
Lieber Dr. Posth, ich habe jetzt viele Antworten zu dem Thema gelesen, aber mir ist doch immer noch nicht ganz klar, was genau meine Rolle bei der Entwicklung zum Trockenwerden ist, also was ich ganz praktisch zu tun habe (außer meine Tochter immer wieder mit auf die Toilette zu nehmen und ihr zu erklären, was da passiert). Ich will sie auf keinen Fall drängen, aber ich will den richtigen Zeitpunkt auch nicht irgendwie verpassen. Könnten Sie mir kurz den optimalen Ablauf schildern? Vielen Dank AnnaS.
Liebe Anna, Ihr Frage ist berechtigt, denn eigentlich haben Sie gar keine besondere Aufgabe als Mutter in dieser Sache. Die Entwicklung zum Trocken- und Sauberwerden ist ein natürlicher Reifungsvorgang, der automatisch zustande kommt, wie das Laufen- oder Sprechenlernen. Die Eltern können nur leichte Hilfestellung geben. Wenn ein Kind spürt, daß es in der Lage ist, Stuhlgang und Urin zu halten, bis der Weg zur Toilette geschafft ist, verzichtet es freiwillig auf die Windel, weil ihm dadurch ein sozialer Aufstieg winkt, verbunden mit vielen positiven Attributionen für das Selbst. Allerdings ist das elterliche Vorbild mit entscheidend, zwar nicht für den Zeitpunkt, aber für das Bedürfnis als solches. Vor Hunderten von Jahren gab es keine Toiletten und da lernten die Kinder nur, nicht gerade einfach unter sich zulassen, sondern die Ausscheidungen so zu erledigen, daß nicht der nächste darüber "fällt" oder die Stube verdreckt wird. Viele Grüße
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