Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Herr Dr. Posth, mein Sohn ist 2 1/2 Jahre alt, und ich habe mir noch nie Sorgen um sein Sauberwerden gemacht. Er kann mir sagen, ob seine Windel voll ist oder nicht und was darinnen ist ("nein, ich habe nicht Kacka gemacht, sondern nur Pipi"), aber wenn man ihn fragt, ob er vielleicht das grosse Geschaeft auf das Toepfchen oder Klo machen will, sagt er "nein, lieber in die Windel". Gibt es einen Zeitpunkt in der Entwicklung, ab dem nicht auf das Toepfchen gehen nur mehr Faulheit ist und den man verpassen kann? Da wir Pampers verwenden, bleibt unser Sohn wohl von den Folgen seiner Ausscheidungen zu sehr verschont, um dem selber ein Ende setzen zu wollen. Wenn es so einen Zeitpunkt geben sollte, wie kann ich dann meinem Sohn ohne Zwang erklaerlich machen, dass er auf Toepfchen oder Klo geht? Ich habe ihm schon ein grosses Bett in Aussicht gestellt, aber es scheint nichts zu fruchten. Vielen Dank im voraus fuer Ihre Antwort, Ihre Foreignmother
Hallo, zwischen der Erkenntnis eines Kindes, es ist etwas in der Windel und was es ist, und dem eigenen Bedürfnis, auf die Windel zu verzichten und die Ausscheidungen aufs Töpfchen oder Kinderklo zu machen, besteht noch ein wichtiger Schritt, der etwas mit der Willensfunktion zu tun hat. Es ist also keine Faulheit, die ein Kind weiter in die Windel ausscheiden läßt. Im Gegenteil, eigentlich wünscht jedes Kind den sozialen Fortschritt, weil dieser innere und äußere Anerkennung verspricht. Aber erst muß der Wille bereit sein. Dieser Schritt basiert jedoch auf einem emotionalen Gewinn an Regulationsfähigkeit der eigenen Gefühle. Sie können weiterhin also nur Angebote machen, sollten aber nicht drängen und auch keine Versprechungen machen. Das Lob für den entscheidenden Schritt gewinnt das Kind vornehmlich aus sich selbst heraus. Viele Grüße
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