Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Posth, mein Sohn ist 5 Jahre alt und in letzter Zeit ist mir folgendes aufgefallen: Wenn er sich selbst beschäftigt, z.B. mit Playmobil geht es immer um Konflikte. D.h. die Ritter kämpfen, Verbrecher werden verhaftet, Piraten überfallen jmd., Autos bauen Unfälle, Menschen haben Unfälle usw.; keine "harmonischen" Situationen. Und das ganze macht ihm Spass! Er zeigt kein Mitgefühl, sondern immer nach der Devise "voll drauf"! Im Umgang mit uns und anderen "echten Personen" ist er allerdings sehr liebevoll und sensibel. Im Kiga hat er Freunde, obwohl er sich nicht so oft durchsetzt, (wie er wohl möchte). Kann es sein, das er damit unzufrieden ist, und das im Spiel verarbeitet? Oder ist das ganz "normal", und ich sehe das etwas zu eng? Danke für Ihre Antwort Mama von Merlin
Hallo, Ihre Beobachtung deckt sich mit der von tausenden Eltern. Allerdings betrifft im Wesentlichen nur die Jungen. Dazu könnte man nun hier eine ganze Weltanschauung diskutieren, es lässt sich aber im Wesentlichen auf zwei Faktoren reduzieren: 1. den aggressiven Trieb im Menschen, der beim männlichen Geschlecht auf Grund von Aufgaben aus der Vorgeschichte des Menschen, stärker ist als beim weiblichen; und 2. die unvermeidliche Konfliktverarbeitung, die bei Jungen dann stärker rein aggressiv ausgetragen wird und bei Mädchen stärker in sozialen Rangeleien. D.h. also nicht, dass die soziale Konfliktaustragung auch immer friedlicher abläuft. Mit 5 Jahren lernen nun die Kinder Spiel und Wirklichkeit einigermaßen klar auseinander zu halten, wenn sie selbst die Akteure sind und nicht passive Medienkonsumenten. Daher hat ihr Spiel, gesunde soziale Strukturen im Selbst vorausgesetzt, keine Auswirkungen auf ihr tatsächliches Verhalten. Viele Grüße
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