Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Sind das ein Zeichen für eine Bindungsunsicherheit?

Frage: Sind das ein Zeichen für eine Bindungsunsicherheit?

anna_b

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Sehr geehrter Dr Posth, ich habe 2 Fragen zum Verhalten meiner To (13 Mo): 1. Bindung: Sie protestiert,weint oft, wenn eine (gut) bekannte Person den Raum verlässt od Tür zumacht, auch wenn ich noch dabei bin. Sie ist 2x die Woche für nen halben Tag bei Papa bzw Oma, das klappt auch recht gut. Wenn ich wieder da bin freut sie sich, umarmt mich. In neuen Situationen erkundet sie sofort mit Rückversicherung. Allerdings ist es beim Trösten manchmal, dass sie erst zappelt, sich dann anschmiegt oder andersrum. Nachts windet sie sich oft auf dem Arm. Sind das ein Zeichen für eine Bindungsunsicherheit?   2. Sozialverhalten: Beim Spielen gibt sie oft alle Sachen mir, fast, als ob ich diese Verwahren soll. Sie will damit auch gar nicht spielen, aber ich darf diese Dinge auch nicht weglegen. Sie wird auch immer eindringlicher wenn sie mir etwas hinhält und "DA" sagt, und wehe, ich nehme die Dinge nicht an. Bei anderen habe ich dieses Verhalten nicht beobachtet. Ist das Unnormal?


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, zu der 1. Frage: man könnte zwar das Verhalten Ihrer Tochter so interpretieren, ich denke aber eher, dass der Rückversicherungswunsch sich mit dem Explorationsdrang schnell abwechselt und Ihre Tochter einfach der Ambivalenz unterliegt. Das will heißen, sie will beides gleichzeitig und das geht eben nicht. Aber eigentlich müsste man sehen, wie es sich genau darstellt. Wie haben Sie denn die Verhältnisse in der nacht? Schläft Ihre Tochter bei Ihnen? zu der 2. Frage: Ihr Tochter sieht in Ihnen als der primären Bezugsperson tatsächlich eine Bewahrerfunktion für die dinge, die sich inzwischen für sich beansprucht. Zwar haben Kinder in diesem Alter noch kein Besitzdenken, das kommt erst Ende des 2. Lebensjahres ganz stark, aber sie haben jetzt schon Empfindungen dazu, was zu ihnen gehört und was nicht. Und da sie noch mit der Mutter innerlich quasi verschmolzen sind (Leih-Selbst), also noch nicht klar in 2 Personen unterscheidet, ist das, was Sie behalten auch das, was sie selbst jederzeit erreichen kann. Und da möchte Sie auch von Ihnen verstanden wissen. Es stimmt, nicht alle Kinder reagieren da so rollenzuweisend. Aber unnormal ist das nicht. viele Grüße


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