huhn80
Sehr geehrter Herr Doktor Posth! Mein Sohn ist 5,5 Monate jung, wächst bei uns sehr behütet auf, wir lieben ihn sehr, würden ihn nie alleine schreien lassen usw. Er ist ein sehr interessiertes und neugieriges Baby, ebenfalls sehr sensibel und schüchtern. Nun stellt sich das Problem, dass er am liebsten bei meinem Mann oder mir auf dem Arm ist. Bei jemand anderem, seien es Oma Opa, Tante oder Onkel usw. beginnt er entweder sofort oder nach kurzer Zeit zu weinen/schreien. Ich nehme ihn dann sofort wieder in den Arm, denn es geht ihm ja in dem Moment nicht gut. Ich bin dadurch oft den Vorwürfen ausgesetzt, dass sich mein Baby so nie an andere gewöhnt und dass ich ihn ruhig bei der anderen Person schreien lassen soll. Ich empfinde dies als falsch, möcht aber durchaus, dass sich mein Sohn auch an andere Menschen, v.a. an Oma und Opa die ihn heiß lieben, gewöhnt. Wie kann ich dies bewerkstelligen ohne meinem Sohn zu schaden oder ihn andererseits zu "verhätscheln"?
Hallo, es ist vollkommen richtig, was Sie empfinden, denn das Verhalten, das Ihr Sohn zeigt, ist ganz natürlich und nennt sich "Fremdeln" (s.a.auch gezielter Suchlauf). Dadurch zeigt der Säugling, dass er eine Bindung an seine Hauptbezugspersonen eingegangen ist. Und diese Bindung ist am Anfang ausschließlich. Es hängt natürlch auch von Befindlichkeiten und Launen oder Stimmungen ab, wie ängstlich-fremdeln ein Säugling reagiert und von sponaten Sym- und Antipathien. Wenn die Großeltern sich also erst einmal ein bisschen zurückhalten, haben sie eine viel größere Chance, dass sich ihr Enkel auch an sie wendet, als wenn sie es erzwingnen und er Angst bekommt. Das Fremdelalter lässt mit einem 3/4 Jahr nach, weil sich dann langsam erste Loslösungsbestrebungen bemerkbar machen. Sie können das alles nachlesen in meinen Langtexten über das emotionale Bewusstsein hier auf der Seite. Viele Grüße
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