Anisia
Guten Morgen Herr Doktor, mein Mann erregt immer wieder Mitleid bei unserer 2-jährigen Tochter, indem er zum Beispiel so tut, als würde er weinen, wenn sie nicht von ihm getragen werden möchte, oder er erzählt ihr, das er krank ist, damit sie mit ihm schmust und solche Sachen. Sie reagiert bei jedem mit Traurigkeit, wenn sie z.B. ein Kind weinen hört oder jemanden im TV weinen sieht, oder wenn sie weiß, das jemand krank ist. Ich finde so ein Mitleid erregen furchtbar, doch mein Mann hört nicht auf mich, Hauptsache er bekommt von seiner Tochter was er will. Sehr traurig. Seine Mutter verhält sich auch so. Welche Auswirkungen kann das auf ein Kind haben, auch im Alter? Kann er so erreichen, dass sie ihn mehr liebt? Danke
Hallo, mehr lieben wird ihn seine Tochter auf diese Weise nicht. Allenfalls wird sie sich um ihn sorgen und Schuldgefühle entwickeln, wenn sie seine Bedürfnisse nicht ausreichend zufriedenstellen kann. Gerade das kann später in ein gegenteiliges Empfinden umschlagen, als er erreichen möchte. Und dann wird er ärgerlich und wütend auf sie sein ohne darüber nachzudenken, dass er selbst diesen Zorn heraufbeschworen hat. Im Rahmen der Entwicklung von Emphatie ist es zwar richtig, Angriffe auf sich selbst mit übertriebener Reaktion zu spiegeln, damit das Kind zur Empathie und schließlich zum Mitleid angeregt wird, aber da geht der Impuls vom Kind aus und nicht vom Erwachsenen (s. Induktion, gzielter Suchlauf). Diese Kinder sind dann mindestens 2 1/2 bis eher 3 Jahre alt. Etwas völlig Falsches vorspielen, um eine gewünschte Reaktion beim Kind zu erreichen, ist im Übrigen völlig verfehlt. Denn das Kind ist geneigt alles zu glauben, was ihm mit überzeugender Kraft gesagt wird. Wenn dann aber die Realität sich damit nicht deckt, entsteht eine massive Verunsicherung in ihm. Ihr Mann sollte das unbedingt aufgeben. Er ist doch nicht das Kind! Viele Grüße
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