Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Kommandierend und launisch

Frage: Kommandierend und launisch

coasterin

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Hallo Dr. Posth, unsere Tochter (3a7m) ist seit Monaten schwer zu ertragen: sie kommandiert uns und auch Oma (z.B. sie die Treppe runtertragen, ihr etwas holen), will Abläufe bestimmen (z.B. wer als erster irgendwas macht, oder ob Papa oder Mama), kriegt einen Anfall wenn der Teller z.B. nicht die richtige Farbe hat usw. Dann kann sie teilweise die einfachsten Dinge nicht mehr, z.B. ihre Hose runterziehen, den verhassten Paprika aus dem Essen pulen. Wenn wir ihren Wünschen nicht entsprechen, kreischt sie los. Wir haben das lange Zeit so hingenommen und auch fast alles für sie gemacht, weil wir an eine Regression (durch Bruder 11m) gedacht hatten. Nun werden die Forderungen und Befehle aber immer dreister und öfter und wir haben uns die letzten Wochen sehr oft einfach geweigert. Leider ist so aber fast ständig Geschrei. Am besten klappt es noch wenn sie allein mit Papa etwas macht. Ist diese Art noch als Trotz zu verstehen? Wie gehen wir damit um?? MfG


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, mit etwa 3 Jahren ist ein Kind so weit, dass es Regeln in einer Gemeinschaft versteht und sich auch nach diesen zu richten bereit ist. Es sei denn, diese Regeln verstoßen zu sehr gegen das eigene Interesse. Noch ist die Empathie nicht stabil im Inneren verankert und der geistige Perspektivwechsel lässt auf sich warten (ab 4 Jahre). Also ist das Kind immer noch leicht rebellisch und begehrt nach Bestimmungsmacht, wenn es sich benachteiligt fühlt. Dass Ihre Tochter besser mit dem Vater klar kommt, kann zwei Dinge zur Ursache haben. Zum einen ist der Vater als Loslösungsvorbild ja wichtige sekundäre Bezugsperson, während Sie durch das Brüderchen immer noch stark "besetzt" sind. Zum anderen ist Ihr Mann vielleicht klarer in seinen erzieherischen Schritten. Er lässt sich von seiner Tochter vermutlich auch nicht so viel sagen und zeigt ihr klarer, was er zu dulden bereit ist und was nicht. Und eine solche Haltung ist für Sie und die Großmutter auch sehr wichtig. Die nötigen Regeln, die das gemeinsame Leben vorgibt, müssen Sie mit ihrer Tochter klar aber in kindlicher Weise besprechen. Dabei müssen Sie auch mit ihr vereinbaren, was Ihre Tochter an Konsequenzen zu erwarten hat, wenn sie die Regeln bricht. Diese Konsequenzen müssen sinnvoll sein und im Zusammenhang mit dem Fehler stehen. Aber auch Sie müssen dinge bei Ihrer Tochter akzeptieren und Regeln einhalten, sonst machen Sie sich unglaubwürdig. Viele Grüße


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