Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Kitaeingewöhnung - zu starke Belastung (Abbruch notwendig)?

Frage: Kitaeingewöhnung - zu starke Belastung (Abbruch notwendig)?

Anniesa

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Hallo Dr. Posth,  bin m.Tochter,18Mon. in 5.Wo Kitaeing.,Berl. Modell. 2 "Bezugserz." finden Trennungsschmerz ok. 6 Tage liefen gut:3Tg. ohne Trennung,dann 3x20min mit rein u.Trennung für 20min ohne Tränen. Nachf. 3Tg Trennung m. weinen, tw. nur vorüberg. beruhigt,ich wurde an 2Tg früher/zu spät? (30min) geholt.Daher am Folgetg k. Trennung mgl. In Wo 3+4 10x Trennung mit weinen (tlw."nein"rufen bereits im Auto+weinen bei Betreten des Raumes).Nach Trennung aber beruhigt nach 1-5min.Danach meist kein weinen(aber oft nach Mama jammern).Mama-Rausschleichen wollen Erz. nicht,zuhause klappt's so besser.Tlw. fängt To bei Abholung an zu weinen. Zuhause nun 3mal Wutanfall von To,mich gehauen,erstmalig!Seit heute arbeite ich,Papa verl. Eingew. um 2Wo.Sind erst bei 2,5 v. 7std Kitaaufenth. Papa-Verhältn. sehr gut. Mittagsschl. meist Einschlafstillen,sehe das bei Papa/Kita besorgt. Nachtschl. tlw unruhig.Tagsüb. tlw. unausgegl.,seit 1Wo sehr Mamaanhängl. Wie ist Ihre Einschätzung?


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, das Problem besteht darin, dass ein 1 1/2-jähriges Kind noch überhaupt keine Vorstellung davon hat, was mit ihm geschieht. Es hat auch noch keinerlei Vorstellung davon, was es selbst tun könnte, um sein Schicksal zu beeinflussen. Das heißt es unterwirft sich, sobald es merkt, dass seine Signale kein Gehör finden. Diese Anpassungfähigkeit ist auf der einen Seite eine natürliche Methode zu überleben, um das einmal im biologistischen Sprachgebrauch auszudrücken, auf der anderen Seite ist es aber der erste Schritt zur Unterdrückung tatsächlich empfundener Gefühle. Wenn es wirklich ums Überleben geht, wäre das andere in Kauf zu nehmen. Aber hier geht es nicht ums Überleben, sondern nur um eine gesellschaftlich opportune Organisation der Kinderbetreuung. Und dafür darf der Mechanismus der Unterdrückung von wahren Gefühlen nicht missbraucht werden. Denn er ist auf Dauer schädlich für die Seele. Das Urvertrauen leidet und die sichere Bindung nimmt Schaden. Die Auswirkungen dessen erleben Sie mit Ihrer Tochter bereits zu Hause. Man darf also nicht hingehen und sagen, das Kind hört ja auf zu weinen, wenn die Eltern fort sind. Da wird ein seelisch letztlich ungesunder Selbsterhaltungstrieb pädagogisch zweckentfremdet. Das aber ist alles andere als eine kindgerechte Behandlung wie sie für eine gute frühe Fremdbetreuung gefordert wird. Sie müssen nun selbst entscheiden, wie Sie weiter vorgehen wollen. Viele Grüße


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