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Hallo Herr Dr. Posth, Unser Kind H. ist 13 Monate alt. H. trinkt vor dem Einschlafen eine Milchflasche und wird dann auf Mamas Arm in den Schlaf gewiegt, inkl. Lieder singen. Das hat bislang sehr gut funktioniert, hat auch nicht lange gedauert, bis ich sie schlafend in ihr Bett legen konnte, wo sie dann durchschlief. Sie schläft auch in ihrem eigenen Zimmer, da sie sehr lärmempfindlich ist. Das klappt prima.Neuerdings zieht sich das Einschlafen auf dem Arm in die Länge. Sie drückt sich mit ihren Beinchen ab, wirft wiederholt den Schnuller auf den Boden, hat nen heißen Kopf... Wir würden H. gerne wach in ihr Bett legen, so dass sie selber einschlafen lernen soll. Sie ist ein temperamentvolleres Kind, das sehr zornig werden und sich möglicherweise dann in einen Weinkrampf reinsteigern kann. Momentan ist sie teilweise sehr anhänglich und sensibel. Kann man die Ferber- Methodebei einem einjährigen Kind bedenkenloser anwenden als bei einem halbjährigen Säugling? Wie sollen wir vorgehen?
Hallo, die Schlafkonditionierung nach Ferber kann man nie bedenkenlos anwenden. Sie war ursprünglich gedacht für verhaltensgestörte ältere Kinder, und entspricht damit einer Form der Psychotherapie aus dem Bereich der Verhaltenstherapie. Für normal entwickelte Kinder ist sie automatisch ein Risiko, das man nicht eingehen sollte. Denn das erwünschte Verhalten wird durch eine negativen Reiz ausgelöst, der eine immense Stresskomponente beim Kind hervorruft. Aber auch ein gut 1-jähriges Kind braucht noch nicht alleine einschlafen zu können. Da es sich am Beginn der Loslösung befindet, ist es ohnehin eher noch anhänglicher als sonst (s. gezielter Suchlauf unter "Anhänglichkeit"). Es hat also gar kein Interesse daran, alleine einzuschlafen. Im Gegenteil, es gehört noch beim Einschlafen zu seiner Bezugsperson, die jetzt - wenn nicht schon gewohnt- allerdings in langsamen Schritten auch der Vater sein kann. Es ist auch für das Kind vom Empfinden her sehr viel vertrauter und beruhigender, wenn es in dem Zimmer schläft, in dem auch seiner Eltern schlafen. Ein gemeinsames Bett muss es nicht unbedingt sein, aber auf jeden Fall ein gemeinsames Zimmer. Viele Grüße
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