Anisia
Hallo Herr Doktor, meine Tochter ist jetzt 2,5 Jahre alt. Im ersten Lebensjahr war sie sehr mamabezogen, ab einem Jahr war sie genauso mama- wie papabezogen. Wir haben nicht gemerkt, dass sie sich von mir abwendet und mehr dem Vater zuwendet, wegen der Loslösung. Ich wußte bis jetzt nichts über die Loslösung, darum habe ich mich weiterhin so verhalten, das hauptsächlich ich sie ins Bett gebracht habe, gefüttert habe usw. Sie ist jetzt nicht trotzig, alles ist ganz normal. Kann es sein, dass wir die Loslösungsphase gar nicht gemerkt haben? Danke
Hallo, über die Loslösung ist auch bisher noch nicht so viel bekannt wie über die Bindung. Sie ist in dieser Form, wie ich sie hier propagiere, in der Bindungstheorie gar nicht richtig besprochen. Das Kapitel Väter hat in der klassischen Bindungshteorie nur als der berühmte Welterklärer Einzug gefunden. Dass er aber eine genauso wichtige Bindungsperson ist wie die Mutter, wurde zu Anfang noch nicht so gesehen. In der Phase der Loslösung ist die Mutter ja nicht abgeschrieben. Sie tritt nur etwas in den Hintergrund, denn sie ist schon stark im Gehirn des Kindes verankert. Der Vater sollte jetzt seinerseits wichtige versorgende Tätigjkeiten ausführen und sein Kind schrittweise daran gewöhnen, dass er es auch ins Bett bringen kann sowie füttern und wickeln. Wenn das ohne Angst und Abwehr gelingt, ist die Loslösung gut im Gange. Viele Grüße
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