EwaK
Sehr geehrter Herr Dr. Post, wir ernten Kritik von Freunden und Bekannten, wenn wir unseren Sohn, 21 Monate, in kritischen Situationen trösten. Z.B., wenn er frustriert ist, weil ein anderes Kind ihm "sein" Spielzeug genommen hat. Meistens sucht er sich schnell etwas anderes, aber ist er über ein zu forsches Vorgehen beunruhigt, trösten wir ihm und bieten etwas anderes an. Wenn er müde ist und weint (und es gleich nach Hause gehen soll), lenken wir ihn ab, zeigen etwas was er mag, erzählen etwas was ihn beschäftigt, etc. Die Kritik lautet nun, wir würden ihn zum Egoismus verleiten und er müsse mit dem Frust umgehen lernen und nicht dafür "belohnt" werden. Ist dies nicht etwas übertrieben und und zu früh? Diese Egozentrische Phase ist doch im Grunde auch wichtig und ehrlich gesagt, sehen wir das etwas lockerer und finden ihn auch total süß, wenn er seinen Namen wiederholt und sagt, was er alles machen möchte... Vielen Dank und viele Grüße, Eva
Liebe Eva, Sie haben völlig recht. Den Frust, den ein Kind erlebt, weil ihm etwas misslingt oder weil ihm eine anderes Kind etwas wegnimmt, erlebt es unabhängig von der elterlichen Reaktion. Die daraus resultierenden negativen Gefühle erschweren aber eine lernende Reaktion und fördern sie keineswegs. Beruhigung und Trost mindern aber die Wut und den Stress und öffnen die Möglichkeiten, aus dem Vorkommnis eine Lehre zu ziehen. Die kann man dann in einfachen Worten sogar noch dranfügen. Was das Kleinkind im Verhalten ziegt ist Egozentrismus und nicht Egoismus. Das Kleinkind handelt nicht selbstsüchtig, sondern nur selbstbestimmt ohne Abgleich mit den Bedürfnissen und Vorstellungen der anderen Menschen. Das ist ein fundamentaler Unterschied. Viele Grüße
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