adrijana
Hallo Herr Doktor, ist es normal, dass ein Baby, 15 Monate, ein Elternteil mehr bevorzugt? Meine Tochter beachtet mich absolut nicht, wenn ihr Papa von der Arbeit nach Hause kommt. Sie lässt sich nicht von mir füttern, zu Bett bringen usw. Bis vor kurzem hat sie mich bevorzugt. Natürlich unterstütze ich das Verhältnis zum Papa, es tut mir nur weh und ich frage mich, ob das für immer so bleibt. Ich verstehe, dass sie Papa vermisst weil er bei der Arbeit ist und ich bin eben immer da, aber ich habe Angst, dass es immer so bleiben wird. Ist so ein Verhalten vom Kind normal und ändert sich das wieder, also das sie Mama und Papa gleich lieb hat? Ich danke Ihnen.
Stichwort: Loslösung Hallo, Ihre Tochter geht jetzt über in das Stadium der Loslösung (s. gezielter Suchlauf). Zur Loslösung aus der sehr engen primären Bindung zur Mutter braucht ein Kind aber ein zweites etwa gleichstarkes Vorbild, das Loslösungsvorbild, wie ich es nenne. Im besten Fall ist das der leibliche Vater, und so hat es die Natur wohl auch vorgesehen. Aber es gibt Ersatzloslösungsvorbilder wie es auch Ersatzbindungspersonen gibt. Kommt die Loslösung gut in Gang, muss die Mutter eine Zeitlang ein bisschen zurückstehen, zumindet dann, wenn der Vater nach Hause kommt. Deswegen wird sie nicht weniger geliebt! Mit etwa 1 1/2 Jahren entwickelt die Kinder eine klare Selbstvorstellung und empfinden sich als eine von allen anderen Menschen getrennte Person. Das löst die Wiederannäherungskrise zur Mutter aus (ebenfalls Suchlauf). Die ist aber oft nicht mehr so deutlich wie die primäre Bindung. Alles das sind ganz normale Vorgänge, die dafür sorgen, dass ein Kind selbst-bewusst wird. Es hat aber seine Eltern weiterhin gleich lieb, da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Viele Grüße
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