tobimaus
Lieber Dr. Posth, Sarah (28M) ist eher ein Mama-Kind. Nie schreien gelassen, 1J gestillt, Einschlafbegl. etc. Loslösung eher verzögert, Papa kümmert sich viel, wenn er da ist, muss aber arbeiten. Großeltern funktioniert tagsüber gut. Nun meine Frage: Sarah möchte immer öfter bestimmen, wer etwas macht, Z.B. Papa soll machen oder Mama soll machen. Tagsüber gehe ich wenn möglich darauf ein, aber abends bzw. nachts ist es schwierig (z.B. beim Einschlafen: Mama weg, Papa machen). Ich weiß nämlich genau, wenn ich weggehe bzw. Papa übernimmt ist das auch nicht richtig und es wird lautstark und verzweifelt Mama gefordert. Ich will auch kein dauerndes Hin- und Her, das verschlimmert die Unentschiedenheit nur. Ist dieses „Nicht-Entscheiden-Können“ normal für dieses Alter und ist das auch ein Zeichen der Loslösung? Und wie sollen wir uns verhalten, wenn dann doch nichts richtig ist, bzw. bei den „sensibleren“ Zeiten wie nachts? Schadet es, wenn man ihren Wunsch übergeht? Danke! tobi
Hallo, diese Entscheidungsunfähigkeit ist typisch für dieses Entwicklungsstadium.Das Kind verspürt seinen Willen und möchte Bestimmungsmacht erhalten, um sich selbst dabei zu stärken. Wenn es selbst bestimmen kann, was geschieht, fühlt es sich stark aufgewertet. Dabei weist es dann den Eltern bestimmte Rollen zu. Aber die dafür notwendige Entscheidung gelingt noch nicht, und es entsteht ein Ambivalenzkonflikt. Das Kind möchte beides oder wechselt sofort seine Meinung, wenn 1 Entscheidung getroffen ist. Darunter leiden nicht nur die Eltern sondern auch das Kind selbst. Daher ist es hilfreich, wenn man als Eltern dann die Entscheidung für das Kind trifft und es dabei überredet, diese Entscheidung dann gut zu finden. Überreden zu einer Sache ist also die beste Methode, mit solchen Konflikten umzugehen. Viele Grüße
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