Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Häufiges Erwachen in der Nacht

Frage: Häufiges Erwachen in der Nacht

Jeza

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Hallo Herr Dr. Posth, unsere 14-monatige Tochter wacht nachts noch alle 1,5 bis 3 Stunden auf (im schlimmsten Fall bis zu 5x pro Nacht). Ich bringe sie zwischen 20.15-20.45 Uhr ins Bett. Ein Einschlafritual ist vorhanden: ausgiebiges bettfertig machen, „Gute Nacht“ sagen, Gardine zuziehen, stillen und wach bis halbwach ins Beistellbett legen, wo sie in meiner Anwesenheit nach ca. 15 Min einschläft. Tagsüber macht sie einen 1,5- bis 2-stündigen Mittagschlaf im Zeitraum zwischen 12 und 15 Uhr. Wenn sie nachts erwacht, habe ich sie bisher immer gestillt, im Anschluss daran schlief sie sofort weiter. Als ich unser Problem bei unserer KiÄ angesprochen habe, meinte sie, dass unsere Tochter aufgrund der Verdauungstätigkeit durchs Stillen keine ausreichende Tiefschlafphase erreichen könne. Wir sollen ihr Wasser oder einen Schnuller geben, was sie jedoch komplett ablehnt bzw. dadurch erst recht erwacht und auch schreit. Wie können wir erreichen, dass sie wenigstens 6 Std. durchgängig schläft? Vielen Dank im Voraus


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, das ist eine schwierige Situation, die häufig vorkommt und über die viel gestritten wir: Wie lange kann ich das nächtliche Stillen weiterführen? Vom Stillen überzeugte Mütter und Beraterinnen sagen dazu, solange das Kind will und die Mutter kann. Das bedeutet aber, dass man dieses Angebot u.U. auf lange Sicht erhält, es sei denn man hätte ein Kind, dass im 2. Lebensjahr spontan nachts praktisch nicht mehr wach wird und sich das Stillen damit erledigt. Davon kann man aber nicht ausgehen. Im Gegenteil, gestillte Kinder "kommen" nachts automatisch eher häufiger, was daran liegt, dass das Stillen den Säuglingsrhythmus von Schlaf und Nahrungsaufnahme erhält. Kurze Kohlenhydrat (Milchzucker-)schübe, wechseln mit hohen Insulinausschüttungen und schnellem Abfall des Blutzuckerspiegels. Das lässt die Kinder dann wachwerden und nach neuer Nahrung verlangen. Dazu kommt jetzt der Gewohnheitseffekt, dass nur die Mutterbrust wirklich beruhigen kann. Demzufolge sollte man, wenn man nachts abstillen möchte, am Tage und vor allem abends ausreichend zufüttern und in der Nacht dann alternative Beruhigungsangebote machen. Wenn aber Wasser- und Teefläschchen nicht angenommen werden und auch der Schnuller nicht hilft, dann geht es nur mit Herumtragen oder im geschobenen Kinderwagen oder Kinderbett (auf Rädern). Wichtig ist, dass wenn das Kind weint, man als Eltern die Nerven bewahrt und geduldig bleibt, damit das Kind keine Angst bekommt. Alles Weitere finden Sie im gezielten Suchlauf unter Brustwöhnung in der Nacht. Viele Grüße


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