Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Gibt es "Hochsensibilität" tatsächlich?

Frage: Gibt es "Hochsensibilität" tatsächlich?

LuckyLuke81

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Lieber Dr. Posth! Ich habe folgendes Problem: Mein Sohn, 2,9 J. ist anders als andere Kinder. Schrie als Baby viel. Ich habe immer reagiert und getröstet, was meist auch klappte. Fremdeln mit 3,5 Monaten, sehr ängstlich, wurde immer besser. Er durfte sich immer zu mir flüchten, war mit 1. Jahr sicher gebunden. Jetzt: Trotz sehr viel, sehr stark, viel Widerstand, reagiert schnell frustriert, sehr intelligent, „Tricks“ durchschaut er. Setzen KEINE starren Grenzen, Regeln setzen wir aber durch. Hohe Empathie, legt Wert auf Gerechtigkeit. Erinnert Dinge von vor 1,5 Jahren. Spielt völlig anders als Altersgenossen. LL meiner Meinung nach top, schon lange. Papa darf alles, wird mir oft vorgezogen. Omas dürfen alles. Bin im Netz auf Konzept „hochsensibel“ gestoßen. Es passt auch alles (auf mich ebenfalls). Bislang suchte ich Fehler (wg. starkem Trotzen und seinen Eigenarten) in Erziehung, kann es sein, dass es nicht so ist? Wie gehen wir mit ihm um? Vielen Dank!


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, der Begriff Hochsensibilität beschreibt keine exaktes Verhaltensbild. Er fasst eigentlich nur einen bestimmten Typ von Kindern und später Erwachsenen zusammen, der außergewöhnlich auf Reize von außen und vielleicht auch innere Reize reagiert. Messbar im Einzelnen ist das nicht, und es bleibt immer eine Frage der Interpretation, ob ein Verhalten wirklich schon außergewöhnlich ist oder nicht. Trotdem ist diese Beschreibung sehr wertvoll, weil sie nämlich Eltern von der Sorge befreien kann, sie hätten "alles" falsch mit ihrem Kind gemacht. Der Beschreibung von Ihrem Sohn nach klingt bei ihm ohnehin alles als besonders gut gelungen, und man fragt sich, warum es jetzt überhaupt noch Schwierigkeiten gibt. Aber mit 2;9 Jahren befindet er sich noch mitten in entscheidenden Entwicklungsphasen, so dass noch gar nicht abschließend beurteilt weden kann, wie empfindsam er tatsächlich ist. ich denke, sie folgen weiter Ihrem Prinzip und achten vielleicht noch ein bisschen mehr seine besondere Veranlagung. Mit der Zeit kristallisiert sich dann immer mehr heraus, wie sich Charakter und Persönlichkeit Ihres Sohnes entwickeln. Viele Grüße


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