Mitglied inaktiv
Sehr geehrter Dr. Posth, ich habe heute eine allgemeine Frage, die mich sehr interessiert.Nachdem ich mir die von Ihnen erwähnte Seite sicherebindung.at (sehr interessant) durchgelesen habe und dort stand, dass ca 50% der Kinder sicher gebunden sind, hab ich mir überlegt ob es wohl einen Unterschied bei den Bindungstypen zwischen Erstgeborenen und den 2. bzw weiteren Kindern gibt?Sind die ersten Kinder öfter sicher gebunden oder gleicht sich das aus?Ich bin selber 2fache Mama und mir fällt immer wieder bei mir und auch anderen auf,wieviel (bewusste)Zeit man sich noch fürs erste nehmen konnte, die man beim 2.dann nicht mehr so hat.Wirkt sich das aus?Andererseits hab ich das 2.die ersten 3-4 Mon fast durchgängig getragen,weil ich mich jetzt viel mehr auf meine Intuition verlassen hab.Ich finde Ihre Beobachtungen +Feststellungen immer sehr interessant,deswegen würde ich mich über Ihre Meinung sehr freuen!Ich bin sicher,Sie helfen mit Ihrer wertvollen Arbeit hier vielen Kindern!!!Danke!
Hallo, eher scheint es so zu sein, dass die erstgeborenen Kinder unter Bindungsstörungen zu leiden haben als die Zweiten. Die Sicherheit, die eine Mutter durch ihr erstes Kind erworben hat, wirkt sich oft günstig auf die Bindungsgestaltung zum zweiten aus. Andererseits wird dem zweiten Kind immer etwas Zuwendung vorenthalten, weil schon ein anderes Kind da ist und Aufmerksamkeit für sich fordert. Insofern ergibt sich hier eine ausgleichende Gerechtigkeit. Aber beides stimmt auch wieder nicht so ganz, denn Bindung ist keineswegs immer nur ein Ergebnis von Quantität des Mutter-Kind-Kontaktes. Die Qualität spielt eine mindestens ebenso große Rolle. D.h. scheinbar weniger Kontakt, kann genauso gute Bindungsergebnisse erzielen. Somit dürfte es praktisch keine signifikanten Unterschiede in der Bindung zwischen dem ersten und zweiten Kind geben. Aber eine gezielte Untersuchung hierzu kenne ich nicht. Noch viel schwieriger wird es dann ja beim 3. und 4. Kind usw. Es hängt viel an der Belastbarkeit der Mutter und natürlich auch des Vaters, der im Bindungsstadium des Kindes die familiäre Absicherung für die mütterliche Zuwendungsaktivität erzeugen muss, wenn er nicht selbst als Ersatzbezugsperson stark eingebunden ist. Auch die übrige Familie hat dabei einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Viele Grüße und danke für Ihr großes
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