Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Brustschimpfen

Frage: Brustschimpfen

huhn80

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S.g. Dr. Posth! Meine Tochter ist 3 Monate alt. Bis zur 3 Monatsgrenze klappte das Stillen wunderbar, sie trank schon immer zügig, ungefähr 5-6 Minuten (Gewicht und Größe super, gedeiht prächtig). Nun ist es exakt seit sie vor einer Woche 3 Monate alt wurde so, dass das Stillen nicht mehr so klappt wie vorher. Sie ist unruhig, zappelig, dockt an um gleich wieder abzusetzen, schreit, weint etc. Sie war noch nie ein Kind, das man jederzeit zum Beruhigen anlegen konnte, jedoch ist sie jetzt auch so wenn ich genau weiß, dass sie hungrig ist. Nach einigen Versuchen klappt es dann, aber es ist langwierig. Kann es sich um die sog. Brustschimpfphase handelt und wie lange dauert diese? Bin sehr verzweifelt, da ich auch noch einen Sohn habe (19 Monate), der es gar nicht liebt wenn ich stille und vor Eifersucht versucht Spielzeug auf sie zu werfen, das ich nebenbei auch noch abwehren muss. Danke und liebe Grüße.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, eine Brustschimpfphase kenne ich nicht. Was wie die Ablehnung der Mutterbrust aussieht, ist in Wahrheit die Unentschiedenheit an sie dranzugehen bei an sich Sattsein und gleichzeitig aufkommenden Blähungsproblemen. Denn in dem Moment, in dem das Saugen beginnt, springt die Magen-Darm-Motorik an und führt zu Spannungsgefühlen im Bauch und dann auch zu Koliken. Das heißt, der Säugling muss erfahren, dass die geliebte Brust nicht immer auch die beste Wahl ist. Das führt zu einem Konflikt, den man nicht damit beheben kann, dass man ihn zum Stillen animiert. Diese Sicht wird zwar von vielen Hebammen nicht geteilt, ist aber das Ergebnis langjähriger Erfahrung der Praxis. Allerdings muss erst einmal anhand des Gewichts und der Entwicklung des Säuglings den "Hunger an der Brust" abgrenzen. Das Blähungsproblem wird hier unter dem Stichwort "Trimenoenkoliken" im gezielten Suchlauf besprochen. Drei Dingen gehören zusammen: 1. Entschäumer wie z.B. Lefax oder sab simplex. 2. Falls nötig Pipenzolat-Tropfen, die Sie aber nur in der Löwen-Apotheke in Berg. Gladbach bei Köln beziehen können (Rezept hinschicken, aber vorher anrufen wegen der Rezeptur). 3. Interimszeiten zwischen den Stillmahlzeit von etwa 3 Stunden zur Beruhigung des Magen-Darm-Traktes mit Ersatz durch Wasser-/Teefläschen und/oder Nuckel. Sonst hilft auch immer das geduldige Herumtragen, das bei Ihnen wahrscheinlich schwierig sein wird. Hinsichtlich der Eifersucht des kleinen Bruders bitte die Antworten im gezielten Suchlauf unter "Eifersucht auf den Neuankömmling" lesen. Viele Grüße


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