Mitglied inaktiv
Hallo, unsere Tochter (knapp 5J) schlägt sich seit 2-3 Wochen in best. Situationen gegen den Kopf. Nicht sehr fest, aber es erschreckt mich. Habe den Eindruck, dass es sich um Sit. handelt, in denen es ihr nicht gelingt, sich von mir „abzugrenzen“. Haben eigentlich ein sehr gutes Verhältnis m.E. sicher gebunden – jedoch wird sie langsam flügge, will immer öfter Dinge „alleine“ machen und ich spüre bedauerlicherweise, dass mir diese zunehmende Autonomie recht schwer zu schaffen macht. Erwische mich immer wieder dabei, wie ich mich in Situationen einmische, die sie auch selbst hätte lösen können. Wenn ich ihr nun allzu sehr auf die Pelle rücke und sie m.E. gerne sagen würde “Mama, jetzt hör doch mal auf, das nervt.“tut sie dies nicht, sondern schlägt sich an den Kopf, bezeichnet sich manchmal dabei als doof. Könnte ich mit meinen Beobachtungen richtig liegen? Und was kann ich tun außer mich zurückzunehmen? Herzlichen Dank für Ihre geschätzte Meinung
Hallo, ja, da könnten Sie sehr richtig liegen. Ein solches Verhalten von Müttern oder seltener Vätern, für das es auch Erklärungen bei den betroffenen Personen gibt, führt zur Rückbindung beim Kind (s. gezielter Suchlauf) und behindert die Selbstständigkeitsentwicklung und Autonomie. Gewöhnlich reagieren Kinder darauf mit Nicht-gehorchen oder Zornesausbrüchen. Aber es gibt Konstellationen, da geht das nicht beim Kind, sei es, dass das Kind zu "weich" und gefühlvoll veranlagt ist und sich solche Ausbrüche nicht erlaubt, sei es, dass die Eltern auf solche Ausbrüche sehr streng und mit heftiger Ablehnung reagieren würden und das Kind sich nicht traut. Dann es vorkommen, dass das Kind die Wut gegen sich selbst richtet und sich beschimpft oder sogar schlägt. Denn die Wut muss sich entladen und der Widerstand braucht ein Gegenüber. Solche Reaktionen bei größeren Kindern wie Ihrer Tochter sind noch etwas anders zu sehen, als die autoaggressive Wut gegen sich selbst bei Kleinkindern. Sagen wir, die auslösenden Zusammenhänge sind etwas komplexer geworden. Sie müssten sich fragen, warum Sie auf die Autonomiebestrebungen Ihrer Tochter so empfindlich reagieren und was Sie an Zornesausbruch Ihrer Tochter zu tolerieren bereit sind. Wenn Ihre Tochter spürt, dass sich da bei Ihnen etwas ändert, ändert sich auch bei ihr etwas. Viele Grüße
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