Mitglied inaktiv
Hallo Herr Dr. Posth, unser Leonard (14 M.) ist ein richtiger Sonnenschein - immer fröhlich und freundlich. Er spricht schon 2-Wortsätze, läuft frei, ... NUR: er hat seit einiger Zeit Angst vor anderen, gleichaltrigen Kindern - auch vor denen, die er schon länger kennt. Besonders, wenn diese sich ihm forsch nähern, will er sofort weg und auf meinen Arm. Von der Ferne ist alles ok und auch wenn er sich unbemerkt nähern kann. Ein ähnliches Problem haben wir mit unserem KiA: seit Jahresanfang heult er sofort, wenn er ihn sieht, obwohl nie etwas vorgefallen ist. Der KiA ist ein freundlicher, aber auch recht forscher Typ - er schüttelt ihm z.B. sofort die Hand zur Begrüßung. Das würde mich eigentlich nicht weiter stören, aber der KiA kann ihn z.B. nicht mehr richtig abhören. Gibt sich das wieder, oder liegt ihm dieser Typ Mensch einfach nicht? Leonard hat eine sehr enge Bindung an Mama und Papa und auch zu Oma und Opa. Danke und LG Alexandra
Stichwort Angst vor anderen Kindern Liebe Alexandra, die Angst vor gleichaltrigen Kindern am Anfang des zweiten Lebensjahres ist ein häufig anzutreffendes Phänomen. Erstens hat zu diesem Zeitpunkt ein Kind noch nicht sein eigenes Selbst gefunden, kann sich demzufolge auch noch nicht gezielt verteidigen. Zweitens empfinden kleine Kleinkinder sich gegenseitig als unberechenbar und möglicherweise auch potentiell feindselig. Dieser Standpunkt wird aber im zweiten Halbjahr des zweiten Lebensjahres in aller Regel zugunsten eines sozial ausgerichteten Verhaltens mit Spielwunsch aufgegeben. Als Eltern sollte man diese Sorge und Vorsicht vor anderen Kinders bei seinem eigenen Kind respektieren. Das aktuelle Kinderarztproblem kann ich nicht beurteilen. Das fällt natürlich in die Sparte Ängstlichkeit vor fremden Erwachsenen, zumal wenn diese sich aus was für Gründen auch immer einem Kind eindringlich nähern. Die natürliche Distanzschwelle wird dabei überschritten und das reklamiert das Kind in diesem Alter noch lauthals. Außerdem befindet sich Ihr Sohn jetzt im Alter des Widerstandes und da widersteht es unliebsamen, ärztlichen Untersuchungen mit doppelter Kraft. Es ist die Aufgabe unserer Zunft, das Vertrauen des Kindes zu erwerben und freundschaft mit unseren Patienten zu schließen. Und das, obwohl wir impfen und gelegentlich auch Blut abnehmen müssen. Viele Grüße
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