Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

ängstlichkeit

Frage: ängstlichkeit

EmilsMami

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Hallo Hr. Dr. Posth, ich wende mich wegen unserem einjährigen Sohn an Sie. An das extreme Fremdeln habe ich mich nun beinahe gewöhnt: andere Menschen dürfen nur nach recht langer Aufwärmzeit in seiner Nähe sein, Kinderarztbesuche sind schrecklich für ihn. Nun kommt noch hinzu, dass er extrem ängstlich ist, jedes ungewohnte Geräusch macht ihm Angst (z.B. Mixer, Drucker usw.), aber vorallem Geräusche von anderen Menschen (Lachen usw.) So ist es unmöglich, dass ich mal zu z.B. zu einer PekipGruppe gehen kann oder uns ein anderes Kind besucht. Auch kann ich nirgendwo anders hin, weil ihm ungewohnte Umgebungen Angst machen. Wir dachten eigentlich durch das Stillen, Familienbett, nie quängeln/schreien lassen, dauernder Körperkontakt mit Tragetuch sein Urvertrauen zu fördern und ihn zu stärken, aber das scheint nicht der Fall. Auch kann er sich alleine nicht beschäftigen,hängt regelrecht an mir und klammert den ganzen Tag an meinem Bein. Was können wir tun,wann wird es einfacher? Dankesch


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, Angst oder Ängstlichkeit ist zunächst einmal eine genetische Veranlagung (s. "Angst als Veranlagung" im gezielten Suchlauf). Das starke Fremdeln ist u.a. Ausdruck dieser Veranlagung. Dazu kommt , dass diese Kind am Beginn der Loslösung auch ängstlicher reagieren als andere. Solche Kinder entwickeln dann im 2. Lebensjahr häufig objektgerichtete Ängst, die besser als Furcht zu bezeichnen sind. Bis zu einem gewissen Grade ist die Furcht altersabhängig (sog. Entwicklungsangst). Wenn nie etwas Bedrohliches bei solcher Furcht passiert, lässt sie automatisch nach. Aber man kann auch durch densensibilisierendes Vorgehen, diese Furcht den Kindern nehmen (wieder gezielter Suchlauf "Angst und Furcht"). Für solche Kinder sind intensive Zuwendung und große Sicherheit bei den Bezugspersonen extrem wichtig, denn sonst verschlimmern sich Angst und Furcht manchmal dramatisch. Also ein Teil geht durch das zunehmende Alter weg. Eine anderer Teil durch den richtigen Umgang der Eltern mit ihren Kindern. Ein gewisser Rest bleibt aber lebenslang, was kein Fehler ist. Viele Grüße


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