Frage im Expertenforum Babyschlaf an Dr. med. Daniela Dotzauer:

Weinen bei jedem Aufwachen

Frage: Weinen bei jedem Aufwachen

Emmi2810

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Guten Tag Frau Dr. Dotzauer, mein Sohn ist inzwischen 13 Monate alt und seit vielen Monaten haben wir das Problem, dass er bei jedem aufwachen nachts (meist zwischen 3 und 5x die Nacht) unfassbar laut los brüllt. Er wacht auf, setzt sich direkt hin und schreit was das Zeug hält.  Es macht mich langsam wirklich fertig ständig mit diesem lauten Schreien aus dem Schlaf gerissen zu werden. Und unsere Nachbarn kommentieren es inzwischen auch.  Das Einzige was ihn beruhigt ist die Brust. Wenn man versucht ihn zu Tragen, zu streicheln, zu Singen oder egal was anderes dann eskaliert es noch viel mehr.  Uns wurde zur Besserung empfohlen, dass wir das Einschlafstillen auflösen weil er so schreien würde weil er anders aufwacht als er eingeschlafen ist. Das haben wir inzwischen seit längerer Zeit gemacht. Er schläft ohne Brust liegend in seinem Bett ein. An der Situation hat es aber nichts geändert. Er wacht nach wie vor jedesmal lauthals auf.  Es macht auch keinen Unterschied ob es ein aufregender oder langweiliger Tag war. Was können wir noch tun?  Vielen Dank und viele Grüße


Dr. Dotzauer

Dr. Dotzauer

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Guten Tag, Ob ein Kind lernt Schlafphasen zu verbinden, hängt von den erlernten eigenregulativen Fähigkeiten ab. Ich empfehle Ihnen dazu ein Kuscheltier in Tröste-und Beruhigungssituationen am Tage außerhalb des Bettes, mit emotionaler Bedeutung aufzuladen. Wenn ein Kind in der Nacht eine Hilfestellung erwartet, egal ob das Stillen oder Tragen ist, ist dieser Service mit Ihrem Zutun verbunden und Sie co-regulieren das Weiterschlafen mit der gewohnten und erwarteten Hilfestellung. Das Stillen bewirkt Oxytocin und Dopamin Ausschüttung und aktiviert das Belohnungszentrum im Gehirn. Diese indirekte Beruhigung ist sehr stabil und wird nachts immer wieder eingefordert, auch wenn Sie das Stillen vom Einschlafen trennen. Allerdings ist diese Trennung notwendig, damit er andere Beruhigungsmaßnahmen kennenlernt. Selbstständig einschlafen lernt man nicht durch Einschlafstillen, sondern durch eigenständige Strategien. Leider geht das nicht automatisch. Der Übertrag auf die Nacht muss leider mühsam erarbeitet werden. D.h. wenn er nachts nur zwischenerwacht muss man sich u dieses Erwachen kümmern und zwar am besten mit Weiterschlafsprache und gestuftem Beruhigen. Also schschsch, Handauflegen, Kuschel, Schnuller geben, Lageveränderung (von einer Seitenlage in die andere) Popo klopfen, schuckelnl. (Einige Zeit) wenn es nicht geht dann zu sich nehmen aber nicht gleich aufstehen. wenn es nicht klappt dannaufstehen, aber nicht gleich umherlaufen. Das würde ich nur im absoluten Notfall machen, aber bevor Sie die Brust anbieten. Erst mal versuchen Sie es in der ersten Nachthälfte. Dann stillen Sie ausführlich und belassen die zweite Nachthälfte. Wenn dies besser geworden ist dann kommt die zweite Nachthälfte. Ein Zwischenziel könnte sein 2X in der nacht zustillen, dann irgendwann reduzieren, wenn gewünscht. Alles Gute dabei Herzliche Grüße Daniela Dotzauer


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